Westdeutscher Fussballverband e.V.
Regionalliga West 18.06.2014

Starke Bilanz: Zuschauerzuspruch in der
Regionalliga West um über 36 Prozent gestiegen

Die Zahlen können sich sehen lassen. Der Zuschauerzuspruch in der gerade beendeten Saison der Regionalliga West wurde im Vergleich zum Auftaktjahr um über 36 Prozent gesteigert wurde. Das ist eine fürwahr gigantische Quote. Dies und weitere interessante Fakten zur Saison 2013/2014 haben wir auf dieser Seite zusammengetragen.

Rot-Weiss Essen ist und bleibt "Zuschauermagnet"

Seit inzwischen mehr als sieben Jahren spielt der Traditionsverein Rot-Weiss Essen nicht mehr im Profi-Fußball. Doch die Fans halten den "Roten" nach wie vor die Treue. 7684 Zuschauer pilgerten in dieser Saison im Schnitt in das neue Stadion an der Hafenstraße. Und das, obwohl RWE sportlich deutlich hinter den eigenen Erwartungen ("Top drei") zurückblieb. Auf den nächsten Plätzen in der Zuschauertabelle folgen Drittliga-Absteiger Alemannia Aachen (6172), der seinen Schnitt nach der Winterpause im Gegensatz zu RWE noch steigern konnte, sowie die weiteren ehemaligen Bundesligisten Rot-Weiß Oberhausen (2648) und KFC Uerdingen 05 (2052). Auch die Sportfreunde Siegen (1806) und Meister Fortuna Köln (1763) lagen noch über dem Liga-Durchschnitt (1637).

Das Spiel mit dem höchsten Zuschauerbesuch fand ebenfalls an der Essener Hafenstraße statt. Den 2:0-Heimsieg der Rot-Weissen gegen Alemannia Aachen am 5. Spieltag verfolgten 11.600 Besucher. Nur 50 Unentwegte wollten dagegen im Rahmen der 36. Runde das 0:0 zwischen den Reserve-Teams des 1. FC Köln und VfL Bochum sehen.

Den niedrigsten Zuschauerdurchschnitt weist die U 23 des FC Schalke auf. 394 Zuschauer weilten im Schnitt bei den Heimspielen der Gelsenkirchener in der Herner Mondpalast-Arena oder im Bottroper Jahnstadion. Nicht viel besser schnitten die SSVg. Velbert (461) und Bayer 04 Leverkusen II (462) ab. Die U 23 des VfL Bochum, zur Winterpause noch mit gerade einmal 252 Besuchern pro Heimspiel Schlusslicht, steigerte sich dank der Derbys gegen Wattenscheid 09 (vor 3348 Zuschauern) und Rot-Weiss Essen (1580) auf durchschnittlich 519 Fans.

Traditionsvereine bescheren dem Westen Platz eins

Im Vergleich zur Winterpause sank der Gesamt-Zuschauerschnitt zwar leicht von 1714 auf 1637. Das ist dank der zahlreichen Traditionsvereine, die der Spielklasse angehören, aber nach wie vor der beste Wert aller fünf Regionalliga-Staffeln. Nordost (1548) und Südwest (1268) folgen auf den nächsten Plätzen. Bayern (718) und der Norden (604) liegen schon recht deutlich zurück.

Im Vergleich zur Vorsaison hatte das Zuschauerinteresse im Westen - vor allem wegen der attraktiven Liganeulinge aus Aachen und Uerdingen - noch einmal angezogen. In der Spielzeit 2012/2013 hatte der Besucherschnitt lediglich bei 1198 Fußballfreunden pro Partie gelegen. Das entspricht einer Steigerung um mehr als 36 Prozent.

Sportfreunde Lotte stellen "Remis-Könige" der Liga

Den Titel für die Mannschaft mit den wenigsten Niederlagen sicherte sich nicht etwa der SC Fortuna Köln, der sechsmal leer ausging, sondern Vizemeister Sportfreunde Lotte, der nach lediglich drei Partien als Verlierer den Platz verließ. Auch Fortunas Lokalrivale Viktoria Köln schnitt mit insgesamt fünf Niederlagen in dieser Kategorie besser ab als der Meister.

Das Problem: Lotte (15 Unentschieden, davon gleich sechs in Folge im Saisonendspurt) und die Viktoria (14) belegten auch in der Remis-Statistik die ersten beiden Tabellenplätze und konnten der Fortuna (nur sieben Unentschieden) deshalb nicht ernsthaft gefährlich werden. Schließlich lagen die Koschinat-Kicker bei den mit drei Punkten belohnten Siegen (23) deutlich vor Lotte (18) und Viktoria (17). Dazwischen schob sich noch Rot-Weiß Oberhausen mit 20 Erfolgen, dem zweitbesten Wert der Liga.

Keine Überraschung: Die meisten Niederlagen gehen auf das Konto des Tabellenletzten SSVg. Velbert (23). Der KFC Uerdingen 05 (21), der SV Lippstadt 08 und der SC Wiedenbrück 2000 (jeweils 20) waren nicht viel besser. Kurios: Stellte die SG Wattenscheid 09 noch zur Winterpause mit bis dahin zehn Punkteteilungen die "Remis-Könige" der Liga, kamen in der Rückserie nur noch zwei hinzu. Die wenigsten Unentschieden (sieben) verzeichneten neben Fortuna Köln die Reserve des 1. FC Köln und Alemannia Aachen.

Wiedenbrücks "Schießbude" schafft Klassenverbleib

"Der Angriff gewinnt Spiele, die Abwehr Meisterschaften", lautet eine alte Fußballweisheit. In dieser Saison widerlegte Tabellenführer Fortuna Köln diese Theorie. Mit 73 Treffern erzielten die Domstädter 2,02 Tore pro Partie. Am nächsten kamen diesem Liga-Bestwert noch die U 23 von Bayer 04 Leverkusen (68) und Viktoria Köln (62).

Auf der Gegenseite musste Fortuna-Torwart André Poggenborg 36-mal hinter sich greifen. Mit den Sportfreunden Lotte (26), Rot-Weiß Oberhausen (34) und den Sportfreunden Siegen (34) waren immerhin drei Mannschaften in der Abwehr sattelfester.

Der KFC Uerdingen 05 hielt sich beim Toreschießen am meisten zurück. Nur 30 Treffer in 36 Begegnungen gelangen dem Aufsteiger. Die SSVg. Velbert und die U 23 des VfL Bochum (je 34) kamen im Schnitt ebenfalls auf weniger als ein Tor pro Spiel. Die "Schießbude der Liga" stand beim SC Wiedenbrück 2000, der trotz 76 Gegentreffern (2,11 pro Partie) in der Liga blieb. Das gelang der SSVg. Velbert (72) nicht, dem KFC Uerdingen 05 (71) nur knapp.

Mit starken Leistungen zu Zweitligist Sandhausen: Angreifer Aziz Bouhaddouz  © imago
Mit starken Leistungen zu Zweitligist Sandhausen: Angreifer Aziz Bouhaddouz

Bouhaddouz und Leipertz schießen sich in die 2. Liga

Der Tor-Garant Nummer eins war in der abgelaufenen Saison Aziz Bouhaddouz, der für die U 23 von Bayer 04 Leverkusen gleich 24-mal traf (bei nur 27 Einsätzen) und sich damit für einen Profivertrag beim Zweitligisten SV Sandhausen empfahl.

20 Saisontreffer für die U 23 des FC Schalke 04 bescherten auch Robert Leipertz den Sprung in die 2. Bundesliga (zum Neuling 1. FC Heidenheim), während sich der zur Winterpause noch mit 14 Toren führende Ercan Aydogmus (Fortuna Köln) schließlich mit Platz drei in der Torschützenliste (18 Treffer) begnügen musste. Der Drittliga-Aufstieg dürfte für den 34-jährigen Routinier aber mehr als nur ein kleiner Trost für die entgangene Torjägerkrone sein.

Außerdem erzielte Aydogmus allein sieben Tore nach Einwechslungen und war damit vor Fatih Candan von Viktoria Köln (17 Tore insgesamt, davon fünf nach Einwechslungen) der beste "Joker" der Liga. Gemeinsam mit Thomas Kraus (13 Saisontreffer) bildete der "Oldie" auch noch das torgefährlichste Sturmduo.

Hoher Unterhaltungswert bei Wiedenbrück und Bayer

Begegnungen mit Beteiligung des SC Wiedenbrück 2000 versprachen oft hohen Unterhaltungswert. Denn der SCW war gleich an zwei der fünf torreichsten Partien beteiligt. Dabei taten sich die Ostwestfalen besonders gegen die Aufsteiger schwer. Sowohl beim 2:7 gegen die SG Wattenscheid 09, dem torreichsten Spiel der Saison, als auch beim 3:5 gegen den KFC Uerdingen 05 unterlag Wiedenbrück im heimischen Stadion einem Neuling.

Insgesamt wurden bei Partien mit SCW-Beteiligung 122 Treffer (46:76) erzielt. Das entspricht einem Schnitt von 3,38 Toren pro Spiel. Immerhin 119-mal (68:51) "klingelte" es bei Partien der Leverkusener U 23 (3,31), die zum Saisonabschluss in Verl 3:5 verlor und zuvor die SSVg. Velbert 5:3 besiegte. Das torreichste Unentschieden gab es beim 4:4 zwischen Viktoria Köln und den Sportfreunden Siegen.

KFC Uerdingen 05 kassiert höchste Niederlage

Die höchste Niederlage kassierte der KFC Uerdingen 05. In der Saison-Startphase mussten sich die Krefelder den Sportfreunden Lotte in der heimischen Grotenburg 0:7 geschlagen geben. Da nehmen sich die höchsten Heimsiege (jeweils 5:0 für Leverkusen gegen Mönchengladbach, Rot-Weiss Essen gegen Düsseldorf, Gladbach gegen Alemannia Aachen und Fortuna Köln gegen den 1. FC Köln II) regelrecht bescheiden aus.

Insgesamt fielen in 142 Spielen 932 Tore. Das macht einen Schnitt von 2,73 Toren pro Spiel. Zum Vergleich: In den weiteren Viertliga-Staffeln Bayern (3,25 Tore pro Partie), Nord (3,12), Nordost (3,01) und Südwest (2,81) wird durchschnittlich häufiger gejubelt.

Die Gastgeber hatten 133-mal die Nase vorne, 111-mal gewannen die Gäste. In 97 Partien gab es keinen Sieger. 495-mal durften die heimischen Fans jubeln, 437-mal schnellten die Arme der Auswärtsfans zum Torjubel in die Luft.

Fortuna Köln zu Hause spitze - RWO auswärts

Mit 43 Zählern aus 18 Begegnungen im Südstadion war Meister Fortuna Köln auch die heimstärkste Mannschaft der Liga, obwohl es (ebenso wie auswärts) drei Niederlagen vor eigenem Publikum setzte. Die Sportfreunde aus Siegen (38 Punkte, zwei Niederlagen) und Lotte (37/1) folgen in der Heimtabelle auf den Plätzen. Die SSVg. Velbert, die nur zwei Heimspiele gewann, und der SC Wiedenbrück holten gerade einmal 13 Heimzähler.

Auswärts schnitt Rot-Weiß Oberhausen (41) klar am besten ab, holte auf fremden Plätzen sogar satte 13 Punkte mehr als im heimischen Stadion Niederrhein. Fortuna und Viktoria Köln (je 33 Auswärtszähler) sowie die Sportfreunde Lotte (32) kamen den "Kleeblättern" noch am nächsten. Mit nur einem Sieg und lediglich acht Punkten musste sich dagegen der SV Lippstadt 08 begnügen. Auch Velbert schnitt nicht besser ab, gewann aber immerhin zweimal.

Lippstadt: Der langen Durststrecke folgt der Abstieg

In der Regionalliga Nordost stellte die TSG Neustrelitz mit 13 Siegen hintereinander einen neuen Rekord auf. Von solchen Zahlen sind die West-Klubs weit entfernt. Hier hält ebenfalls Spitzenreiter Fortuna Köln die Saison-Bestmarke. Vom 25. August bis zum 28. September siegten die Kölner aber "nur" in sechs Spielen in Serie.

Drei Mannschaften schafften noch nicht einmal zwei Dreier in Folge: Die SG Wattenscheid 09, der SV Lippstadt 08 und die SSVg. Velbert. Dafür führen die Wattenscheider zusammen mit den Sportfreunden Lotte eine andere Statistik an. Sechsmal in Folge trennten sie sich mit einem Unentschieden von ihren Gegnern. Gleich sechs Niederlagen hintereinander kassierten Alemannia Aachen und der SC Wiedenbrück 2000.

Am längsten ungeschlagen blieben die Sportfreunde Lotte, weil sie die Saison mit 16 Partien in Folge ohne Niederlage beendeten. Damit überbot die Mannschaft von Trainer Michael Boris die Bestmarke von Fortuna Düsseldorfs U 23 (15-mal ungeschlagen). Für den Neuling SV Lippstadt 08 war der Saisonstart noch ordentlich verlaufen. Sieben Punkte aus den ersten vier Spielen ließen die Hoffnungen der Fans auf den Klassenverbleib steigen. Doch dann folgte eine lange Durststrecke. Vom 20. August 2013 bis zum 22. Februar 2014 wartete der SVL auf einen dreifachen Punktgewinn. In dieser Phase absolvierten die Lippstädter 19 Begegnungen - ohne einen Sieg einzufahren.

Vier verschiedene Trainer auf der Uerdinger Bank

Lediglich ein Trainer musste vor der Winterpause seinen Hut nehmen. Schlusslicht SSVg. Velbert beurlaubte im November seinen Trainer Hans-Günter Bruns, nachdem die SSVg. acht Begegnungen nicht mehr gewonnen hatte. Für ihn übernahm ausgerechnet sein Vorgänger Lars Leese, der bereits bis April dieses Jahres die Velberter in der Regionalliga trainiert hatte. Doch auch unter dem Rückkehrer gelang der Klassenverbleib nicht. Deshalb wird Leese zur neuen Saison von André Pawlak (bisher Wattenscheid 09) ersetzt.

In der Rückrunde drehte sich das Trainerkarussell dann deutlich schneller. Weil Ralf Minge als Geschäftsführer Sport zu seinem Heimatverein Dynamo Dresden zurückkehrte, übernahm Jürgen Luginger die U 23 von Bayer 04 Leverkusen und führte seine Mannschaft aus dem unteren Tabellendrittel noch auf Rang acht. Der KFC Uerdingen nahm gleich drei Trainerwechsel vor. Auf Eric van der Luer folgten Erhan Albayrak, Ersan Tekkan und Murat Salar. Die Krefelder rutschten trotzdem immer weiter ab und hatten schließlich Glück, dass Rang 17 zum Klassenverbleib reichte.

Bei Rot-Weiss Essen wurde Waldemar Wrobel beurlaubt und durch Marc Fascher ersetzt, beim SC Wiedenbrück 2000 folgte Dominik Jansen auf Theo Schneider und führte die Ostwestfalen mit sieben Partien ohne Niederlage zum Klassenverbleib. Bei den Sportfreunden Lotte übernahm Michael Boris (zuvor Sportfreunde Siegen) zur Winterpause von Ramazan Yildirim, sein Siegener Nachfolger wurde Matthias Hagner.

Fernandez, Hölscher und Weber als Dauerbrenner

Nur drei Spieler waren für ihre Trainer in dieser Saison unverzichtbar. Die Torhüter Benedikt Fernandez (Sportfreunde Lotte) und Marcel Hölscher (SC Wiedenbrück) sowie Siegens Abwehrspieler Richard Weber (künftig Rot-Weiss Essen) kamen auf die maximal mögliche Einsatzzeit von 3240 Minuten. Ebenfalls in allen 36 Partien ihrer Vereine kamen die drei Leverkusener Luca Dürholtz, Jonas Meffert und Khaled Narey sowie Fatih Candan (FC Viktoria Köln), David Jansen (Rot-Weiß Oberhausen), Thomas Kraus (Fortuna Köln) und Danilo Wiebe (1. FC Köln U 23) zum Einsatz.

Das war für einige "böse Buben" allein schon wegen ihrer Platzverweise nicht möglich. So wurden gleich sieben Spieler gleich zweimal vom Platz gestellt. Felix Haas (Rot-Weiß Oberhausen), Koray Kacinoglu (1. FC Köln U 23) und Kamil Bednarski (SC Wiedenbrück 2000) sahen je einmal die Rote und die Gelb-Rote Karte, Samuel Piette (Fortuna Düsseldorf U 23), Blerim Rrustemi (SSVg. Velbert) Roman Golobart (1. FC Köln (U 23) und Kristoffer Andersen (Fortuna Köln) kassierten jeweils zwei "Ampelkarten". Insgesamt zeigten die Schiedsrichter 44 Rote und 41 Gelb-Rote Karten. Mit neun Platzverweisen (fünfmal Rot/viermal Gelb-Rot) erwischte es Spieler des SC Verl am häufigsten.
Quelle: WFLV/DFB/mspw

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