Westdeutscher Fussballverband e.V.
Fußball-Allgemein 22.01.2016

Tagung der Verbandssportlehrer:
Austausch und Weiterentwicklung im Fokus

Hermann Korfmacher begrüßte Teilnehmer im SportCentrum Kamen•Kaiserau

Im SportCentrum Kamen•Kaiserau waren rund 120 Verbandssportlehrer zu Gast. (Fotos: FLVW)
Im SportCentrum Kamen•Kaiserau waren rund 120 Verbandssportlehrer zu Gast. (Fotos: FLVW) - Klicken Sie auf das Bild für eine Slideshow

Das hat Tradition: Immer zum Jahresbeginn treffen sich Verbandssportlehrer aus ganz Deutschland zur gemeinsamen Tagung im SportCentrum Kamen•Kaiserau.

Rund 120 waren es auch dieses Mal, die Jörg Daniel, Koordinator und Sportlicher Leiter des DFB-Talentförderprogramms, zur dreitägigen Tagung begrüßen durfte.

WFLV-Präsident Hermann Korfmacher hieß die Tagungsteilnehmer und die Vertreter des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) – darunter Frank Wormuth, Wolfgang Möbius, Bernd Stöber, Michael Feichtenbeiner, Christian Wück und Horst Hrubesch – in seiner Eigenschaft als Präsident des Fußball- und Leichtathletik-Verbandes Westfalen (FLVW) in "seinem Hause" willkommen.

Ein Video zur Tagung der Verbandssportlehrer finden Sie auf DFB.TV

Hermann Korfmacher zeigte sich sicher, dass die nächsten international gesteckten Ziele erreicht werden können. Man mache derzeit einen Zwischenschritt von der Weltmeisterschaft 2014 über die Europameisterschaft in diesem Jahr hin zur Titelverteidigung bei der WM 2018. Die gute Nachwuchsarbeit im DFB führe dazu, dass auch in Zukunft junge Talente im Team von Bundestrainer Joachim Löw den Pokal überreicht bekommen würden. Nicht von ungefähr stehe die Nachwuchsförderung auch auf der Agenda bei der Verbandssportlehrer-Tagung. Und Futsal, die neue Form Hallenfußball zu spielen.

„Futsal, ideal für Kinder und Jugendliche, kann eine Möglichkeit sein, den Mitgliederschwund zu stoppen“, glaubt der FLVW-Präsident, "vor allem in der Schule kann so der Fußball verstärkt Einzug halten, denn es wird dort zu wenig Fußball gespielt." Dahingehend müsse Überzeugungsarbeit geleistet werden, auch wenn die Hallenkapazitäten hier und da angesichts der Belegung durch Flüchtlinge eingeschränkt seien.

Futsal in Theorie und Praxis

Dennis Bessel, DFB Team Manager der deutschen U15-Fußball-Junioren und Benjamin Sahel, zwei ausgewiesene Futsal-Experten, klärten die Tagungsteilnehmer über das Spiel mit dem sprungreduzierten Ball auf und nahmen anschließend Praxisdemonstrationen vor. Doch Futsal stand nicht allein auf der Tagesordnung. Die Fußballlehrer-Ausbildung und der Juniorenfußball nahmen einen breiten Raum ein. So referierte DFB-Trainerausbilder Frank Wormuth über die Individualisierung der Fußballlehrer, Methodik und zeigte Phasen der Ausbildung auf. Michael Feichtenbeiner, zuständig für die U15-Nationalmannschaft, machte die Arbeit mit seiner Auswahl anschaulich, anschließend auch U17-Nationaltrainer Christian Wück. DFB-Sportdirektor Hansi Flick, der eine Analyse des internationalen Juniorenfußballs und damit verbundenen Konsequenzen für die sportliche Zukunftsstrategie vornehmen sollte, war durch eine aktuell einberufene DFB-Präsidiumssitzung verhindert. Für ihn zeigte Dr. Stephan Nopp aus der DFB-Scouting-Abteilung das sportliche Leitbild des DFB auf.

Digitalisierung stellt Trainer vor Herausforderungen

Große Beachtung fand auch der Vortrag von Dr. Ansgar Thiel, Professor an der Universität Tübingen, über das Aufwachsen Jugendlicher der Jahrgänge 1980 bis 1995 im Zusammenhang mit dem Leistungssport. Er stellte eine Studie vor, wonach durch die zunehmende digitale Kommunikation Respekt, Gehorsam und Durchsetzungsvermögen bei Kindern und Jugendlichen in der Skala ganz weit unten stehen. Quälen will man sich nicht mehr, Freundschaften werden weniger gepflegt, Gruppenbildungen fallen weg, man zieht sich zurück und spielt auf der Konsole, mit dem Smartphone oder schaut YouTube. Die Studie besagt auch, dass der oder die Jugendlichen sich nicht mehr vom Trainer vorschreiben lassen wollen, was man zu tun habe. Leistung sei zwar wichtig, aber den Erfolg wolle man selber suchen, um ein Star zu sein. Jeder Wettkampf müsse eventisiert sein. Antworten auf eine solche Entwicklung der Jugendlichen konnte Professor Dr. Ansgar Thiel noch nicht geben. „So weit ist die Studie noch nicht, aber auf eine solche Entwicklung muss man sich zunehmend einstellen.“

Aufgelockert wurde die Tagung der Verbandssportlehrer durch den Besuch im Deutschen Fußballmuseum in Dortmund. Jörg Daniel konnte nach den drei Tagen ein positives Fazit ziehen. „Der Zweck der Veranstaltung wurde erfüllt. Wir haben über das Tagesgeschäft geredet. Es gab neue Informationen an die Teilnehmer, es erfolgte ein reger Austausch untereinander und neue Fortbildungsmaßnahmen können mitgenommen werden.“

Text: Ecki Albrecht/FLVW

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