Westdeutscher Fussballverband e.V.
Leichtathletik 17.11.2014

Tim-Arne Sidenstein
gelang erfolgreiche Titelverteidigung

Tim-Arne Sidenstein dominierte auf der Männer-Langstrecke. (Foto: Peter Middel)

Titelverteidiger Tim-Arne Sidenstein (SG Wenden) drückte bei den westfälischen Crossmeisterschaften in Herten im Lauf der Männer-Langstrecke über 10400m in den ersten beiden Runden mächtig auf das Tempo, so dass er bereits nach vier Kilometern einen komfortablen Vorsprung vor seinen Verfolgern hatte.

Im Ziel lag der 25-jährige Wendener in 32:37 Minuten recht deutlich vor Yohannes Hailu Atey (TUS Deuz, 33:10 Min.) und dem früheren deutschen Marathonmeister, Jan Simon Hamann (USC Bochum, 33:41 Min.).

„Ich habe auf den ersten Kilometern richtig Druck gemacht, weil ich bei der starken Konkurrenz frühzeitig die Entscheidung herbeiführen wollte. Was ich anfangs gemacht habe, war richtig Harakiri. Trotz meines großen Vorsprungs bin ich weiter recht konzentriert gelaufen, denn ich wollte nichts riskieren,“ erläuterte Tim-Arne Sidenstein seine Renntaktik.

Der Schützling von Egon Broecher trainiert momentan 120km in der Woche. Als Konditor muss er jeden Morgen um 5.30 Uhr aufstehen, so dass er über ein ausgeklügeltes Zeitmanagement verfügt, um Beruf und Sport gut unter einen Hut bringen zu können.

Mannschaftstitel an die SG Wenden

In der Mannschaftswertung dominierte die SG Wenden in der Besetzung Tim-Arne Sidenstein, Sven-Christian Sidenstein und Nils Schäfer in 1:40:48 Stunden recht sicher vor den LSF Münster (1:45:48 Std.) und dem LC Rapid Dortmund 1:47:32 Stunden.

Jan Simon Hamann, der auf der Langstrecke Dritter war, startete knapp zwei Stunden zuvor im Mittelstreckenlauf über 4500m und siegte dort nach einer überzeugenden Vorstellung sicher in 14:10 Minuten vor Michael Wilms (LG Olympia Dortmund, 14:19 Min.) und Simon Huckestein (SG Wenden, 14:20 Min.).  „Ich bin anfangs wegen der starken Konkurrenz sehr verhalten gelaufen. 1200 Meter vor dem Ziel habe ich dann richtig Gas gegeben. Mit solch einem sicheren Erfolg hatte ich nicht gerechnet,“ befand der 28-jährige Philosophie-Student, hinter dem eine recht harte Zeit liegt. So hatte er nach seinem Gewinn der Deutschen Marathonmeisterschaft 2013  zwei Ermüdungsbrüche. In diesem Jahr musste er wegen des Verdachts auf einen Knorpelschaden lange Zeit im Training kürzer treten.

In der Klasse U23 gingen beide Titel nach Dortmund. Auf der Langstrecke über 10400m überraschte Sascha van Staa (LC Rapid Dortmund) mit seinem souveränen Erfolg in 34:17 Minuten vor Felix Knode (Marathon-Club Menden, 35:31 Min.) und Carsten Hönig (LG Hamm-Kamen-Holzwickede, 35:44 Min.). Der 22-jährige Dortmunder kam vor zwei Jahren über den Fußball zur Leichtathletik. Inzwischen beschränken sich seine Kicker-Aktivitäten  beim Fußball-Verein Mengede 08/20 nur noch auf das Betreuen einer Schüler- Mannschaft, die er kurz vor seinem Start in Herten noch coachte. „Die Jungen haben 4:1 verloren. Da musste ich schon ein gutes Rennen zeigen, um mein Stimmungsbarometer wieder steigen zu lassen. Mit dem Titelgewinn ist mir das auf jeden Fall gelungen,“ freute sich der Schützling von Günter Schrogl.

Im Lauf der Junioren-Mittelstrecke über 4500m hatte Fabian Dillenhöfer (LG Olympia Dortmund) wegen einer gerade überstandenen Erkältung auf dem Schlussabschnitt Atem-Probleme, doch er konnte sich in 14:31 Minuten noch sicher vor Marco Giese (SG Wenden, 14:42 Min. ins Ziel retten.

Trotz Unsicherheit sichert sich Linda Wrede U23-Titel

Bei den Frauen, die zusammen mit den Juniorinnen über 5300m starteten, lag die zur Klasse U23 zählende Linda Wrede (LG Olympia Dortmund) in der Gesamtwertung in 19:34 Minuten vor Patricia Grewatta (LG Hamm-Kamen-Holzwickede), die in 19:37 Minuten Frauen-Siegerin wurde. „Ich war mir anfangs meiner Sache nicht sicher, da ich wegen meines USA-Aufenthaltes im vergangenen Jahr kein Cross-Rennen bestritten hatte. Daher bin ich meinem Lauf sehr zufrieden,“  erklärte die 21-jährige Dortmunderin, die  in Köln Sportmanagement studiert. 

Amanal Petros ungefährdet

Der Lauf der Junioren U20 über 3100m stand ganz im Zeichen von Amanal Petros (TSVE Bielefeld), der in 9:17 Minuten Jannek Kohle (LG Dorsten, 9:38 Min.) und Jonas Hoffmann (LG Kindelsberg Kreuztal, 9:51 Min.) keine Chance ließ. „Die Strecke hat mir sehr gut gefallen. Mit meiner augenblicklichen Form bin ich zufrieden. Nun bin ich einmal gespannt, wie ich den Wechsel in die U23-Klasse schaffe,“ sagte 19-jährige Bielefelder, der vor zwei Jahren von Äthiopien nach Deutschland übersiedelte.

Recht stark besetzt war der Lauf der weiblichen Jugend U20/U18 über 3100m. Nach ihrem hervorragenden  Rennen vor einer Woche in Pforzheim, bei dem sie sich für die Cross-EM am 14. Dezember in Bulgarien qualifizierte, überzeugte Tatjana Schulte (LC Paderborn) auch in Herten und setzte sich in 10:50 Minuten vor ihrer Teamkollegin Mareen Kalis (11:04 Min.) und Julia Tertünte (TV Wattenscheid, 11:10 Min.) durch. „Ich bin  seit Oktober im Wintertraining und befinde mich voll im Plan. Vor der EM werde ich noch einige Tempoläufe absolvieren, so dass ich fit bei diesen Titelkämpfen an den Start gehen werde,“ zeigt sich die 17-jährige Paderbornerin optimistisch.

Für die Jugend-Olympia-Dritte, Mareen Kalis, war der Cross-Start nur eine einmalige Angelegenheit in diesem Winter. Vom 9. bis 19. Dezember wird sie mit dem NRW-Team an einem Trainingslager auf Lanzarote teilnehmen, um sich anschließend auf die Hallensaison zu konzentrieren.

Ein tolles  Rennen absolvierte bei der männlichen Jugend U18 über 3100m Nils Voigt (LG Brillux Münster), der nach 2500m nach vorn preschte und in 9:43 Minuten vor den beiden starken Dorstenern Julius Scherr (9:46 Min.) und Lutz Holste (10:09 Min.) lag.

Viel Lob für Ausrichtung

Sehr viel Lob gab es zum Abschluss der Titelkämpfe für die LAV SpVg Herten, die die Meisterschaften vorbildlich ausrichtete. Nun will sich der Verein um die Deutschen Crossmeisterschaften bemühen. Die Strecke, das entsprechende Umfeld und das nötige Know-how dafür hat er auf jeden Fall.

Quelle: FLVW/Peter Middel

 

Spielberechtigungen Regionalliga West