Westdeutscher Fussballverband e.V.
Freizeit- und Breitensport 09.03.2015

Bänderdehnung – was nun?

Tipps für Sportler

Einmal falsch aufgetreten und schon umgeknickt – eine Bänderdehnung am Sprunggelenk ist leider keine Seltenheit im Fußball. (Foto: LSB/Andrea Bowinkelmann)

Einmal falsch aufgetreten und schon umgeknickt – eine Bänderdehnung am Sprunggelenk ist leider keine Seltenheit im Fußball. Im Folgenden erfährst du, wie diese Verletzung zu behandeln ist und was generell beachtet werden sollte.

Erste Behandlung

Im Falle einer Dehnung sollte diese sofort nach der PECH-Regel behandelt werden. Hier sind insbesondere die ersten 10 bis 15 Minuten nach der Verletzung wichtig.

  • Pause
  • Eis
  • Compression
  • Hochlagern

Besonders entscheidend ist hierbei der erste Punkt: Pause. Auch wenn die sportliche Aktivität nach kurzer Zeit wieder möglich ist, so hat das Gelenk dennoch an Stabilität verloren. Ein erneutes Umknicken und eine Verschlimmerung der Verletzung ist somit nicht auszuschließen. Eine ausführliche Beschreibung der Behandlung findest du im Artikel zur PECH-Regel. Der Link dazu steht unter diesem Artikel.

Behandlung durch einen Arzt

Eigendiagnosen sind nie wasserdicht. Sobald du einen stark stechenden Schmerz verspürt hast, Einblutungen im Gewebe zu erkennen sind oder du starke Schmerzen empfindest, solltest du einen Arzt aufsuchen. Denn bei derartigen Verletzungen ist ein Bänderriss oder gar Bruch nicht auszuschließen. Daher ist bei starken Schmerzen oder den oben genannten Symptomen auch ein Gang in die Notaufnahme zu empfehlen.

Gehhilfen möglichst vermeiden

Der Einsatz von Unterarmstützen sollte wenn möglich vermieden werden. Dagegen sollte der Fuß wieder direkt natürlich beansprucht werden. Dabei kann eine Schiene oder ein Tapeverband helfen. Anderenfalls wirst du länger benötigen, um wieder auf den Platz zu kommen und riskierst sogar, dir eine Schonhaltung anzueignen, die weitere Verletzungen provoziert. Wenn du also noch alte Krücken im Keller liegen hast, nutze diese nicht ohne Rücksprache mit einem Arzt, sondern bevorzuge lieber die oben genannten Alternativen.

Physiotherapie

Eine physiotherapeutische Behandlung unterstützt die Heilung. Dabei werden nicht nur die verletzten Strukturen 'angegangen', denn meist ergeben sich durch eine angepasste Schonhaltung weitere Probleme wie beispielsweise Verspannungen in der Wadenmuskulatur. Durch Massage, manuelle Therapie und Krankengymnastik kann der Heilungsprozess entsprechend begünstigt werden.

Zurückkehren und erneute Verletzungen vermeiden

Du solltest nicht sofort wieder auf den Platz zurückkehren, sobald die Schmerzen abgeklungen sind. Ansonsten ist ein Rückfall nicht unwahrscheinlich. Um das zu vermeiden, ist es daher ratsam, die geschädigten Strukturen wieder durch gezieltes Training zu stabilisieren. Hier hilft dir Propriozeptives Training, wie du es unter dem untenstehenden Link findest.

Bedenke auch, dass eine Vielzahl an Verletzungen im ermüdeten Zustand passieren. Mangelnde Konzentration oder unzureichende Körperspannung und schlichtweg fehlende Kraft sind hier entscheidende Risikofaktoren. Daher dient eine gute allgemeine Fitness auch immer der Verletzungsprophylaxe!

Was, wenn es zum Dauerproblem wird?

Manche Sportler haben permanent Probleme mit Dehnungen bzw. Verletzungen am Sprunggelenk durch häufiges Umknicken. Falls es dir genauso geht, solltest du unbedingt einen Orthopäden aufsuchen. Manchmal reicht bereits eine Einlage für den Schuh aus, um hier Abhilfe zu schaffen oder für kurze Zeit die beschädigten Strukturen zu entlasten, um sie dann wieder gezielt zu stabilisieren. Darüber hinaus können auch muskuläre Dysbalancen oder andere Faktoren für die Verletzungsanfälligkeit in diesem Bereich verantwortlich sein. Ein Facharzt ist in diesem Fall der richtige Ansprechpartner für eine differenzierte Diagnose.

Weitere Informationen speziell zur Behandlung von Sprunggelenksverletzungen und wie der Weg zurück über das Mannschaftstraining bis auf den Platz aussieht, sind hier im Servicebereich von fussball.de zu finden.

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