Westdeutscher Fussballverband e.V.
Leichtathletik 19.08.2014

Tolle Erfolge: NRW-Leichtathleten
holen Silber und Bronze bei der EM in Zürich

Alexander Kosenkow.

Bei der Deutschen Leichtathletik-Meisterschaft in Ulm konnten die Aktiven aus Nordrhein-Westfalen bereits überzeugen und häufig auf das Siegertreppchen springen. Damit wurde der Erfolgstrend von den Deutschen Jugendmeisterschaften in Bochum-Wattenscheid, als sich die NRW-Leichtathletik ausdauernd in Szene setzen konnte, mehr als bestätigt. Und bei der Leichtathletik-Europameisterschaft in Zürich, dem Top-Event in 2014, ging einiges Edelmetall an die Aktiven von Rhein und Ruhr. Der Westdeutsche Fußball- und Leichtathletikverband gratuliert herzlich.

Gewaltig war die Freude bei der DLV-Sprintstaffel, die über 4x100 Meter mit den Wattenscheidern Julian Reus und Alexander Kosenkow (beide vom TV Wattenscheid 01) Silber holten. „Ich bin megaglücklich. Man muss mal die Zeit sehen, davon haben wir vor zwei, drei Jahren nur träumen können“, jubelte Kosenkow. Die DLV-Sprintstaffel der Männer lief in starken 38,09 Sekunden auf den zweiten Platz. Die Briten um 200-Meter-Europameister Adam Gemili waren nicht zu schlagen.

Das Quartett hielt im Finale dem Druck stand. In 38,09 Sekunden gelang ein starkes Rennen. Zum deutschen Rekord (38,02 sec) fehlte nicht viel. Es war bereits die zweite Silbermedaille in Folge für die DLV-Sprinter, 2012 waren die Uhren bei 38,44 Sekunden stehengeblieben. Die Zeit von 2014 ist die schnellste Zeit einer Vize-Europameister-Staffel seit 1990. „Mit unserer Zeit ist man 2004 fast Olympiasieger geworden. Daran kann man sehen, wie sich die Zeiten entwickeln und wo wir mittlerweile stehen. Wir haben Silber gewonnen und nicht Gold verloren. In zwei Jahren haben wir vielleicht die nächste Chance. Mein Fernziel sind die Olympischen Spiele 2016, da gibt’s dann wieder Europameisterschaften, und wenn ich mich da durchsetzen kann, werde ich auf jeden Fall wieder dabei sein“, blickte Kosenkow nach vorne.

Julian Reus.

Sein Teamkollege Julian Reus musste eine Verletzung überwinden und zeigte ebenfalls eine tolle Form. „Ich muss die ganzen Tage jetzt erst mal ein bisschen sacken lassen. Es war für mich ein Auf und Ab. Aber heute geht es darum, den Augenblick zu genießen und die Silbermedaille zu feiern. Natürlich waren die letzten drei Tage nicht so, wie ich sie mir vorgestellt hatte, mit den Knieproblemen kam die Verunsicherung. Man horcht immer mehr in sich rein und ich habe mir die ganze Zeit gesagt: ausblenden, ausblenden, ausblenden!“, erklärte Reus.

Der Wattenscheider ergänzte: „Im Rennen habe ich die Schmerzen dann nicht gespürt. Ich habe mich durchgebissen für die Jungs, die haben mir Mut zugesprochen und mir gesagt, dass ich trotzdem schnell laufen kann. Und am Ende ist die Silbermedaille super! Der zweite Platz mit der Staffel ist ein sehr schöner Abschluss. Das andere muss man aufarbeiten, und dann geht’s nächstes Jahr weiter.“

Linda Stahl.

Linda Stahl gewinnt Bronze

Die Leverkusenerin Linda Stahl gewann zudem im Speerwerfen die Bronzemedaille und hat es zum dritten Mal in Folge aufs EM-Podest geschafft. Auf Gold 2010 und Bronze 2012 ließ die 28-Jährige mit 63,91 Metern die nächste Bronzemedaille folgen. Europameisterin wurde die Tschechin Barbora Spotakova (64,41 m) vor der Serbin Tatjana Jelaca (64,21 m).

Lange glänzte die Medaille von Linda Stahl golden. Bereits im ersten Versuch hatte sie den Speer auf ihre Tages-Bestmarke von 63,91 Meter geschleudert und kam damit 22 Zentimeter weiter als bei ihrem Bronze-Coup zwei Jahre zuvor in Helsinki (Finnland). Erst in Runde fünf konnte die Konkurrenz kontern, und das gleich doppelt: Zunächst verbuchte Tatjana Jelaca einen neuen Landesrekord für Serbien, dann schlug Barbora Spotakova zu. Für die hochdekorierte Tschechin ist es das erste EM-Gold, zwei Olympiasiege und einmal WM-Gold hat sie schon.

Linda Stahl freute sich über das Edelmetall: „Ich hatte schon befürchtet, dass die Konkurrenz noch was drauflegt. 63,91 Meter waren bei den Vorleistungen nicht das, was ich für eine Goldmedaille erwartet hatte. Ich weiß auch nicht, warum es weder bei mir noch bei den anderen viel weiter gegangen ist. Ich hatte gedacht, dass Barbora Spotakova 68 Meter wirft. Das hat sie aber auch nicht getan. Es war wieder eine Kopfsache heute. Ich bin mit dem Belag ganz gut zurechtgekommen. Es ist schon schwierig, wenn man den Stemmschritt zu lang macht, dann rutscht man aus. Das muss man aber einfach ausschalten. Klar wollte ich heute eine Medaille gewinnen, aber schon während des Examens hatte ich gedacht: Alles egal, die Europameisterschaften mache ich mal mit. Jetzt sage ich: Ich habe das Examen geschafft, ich habe die Medaille. Ich finde mich ganz gut gerade. Es ist auch egal, ob es Bronze oder Silber ist. Gold wäre natürlich ganz schön gewesen. Aber mit der Weite hätte man das nicht gewonnen.“

Herausragende NRW-Ergebnisse bei der Jugend-DM

Die Leichtathletik in Nordrhein-Westfalen hat sich insgesamt prächtig entwickelt und kann momentan herausragende Ergebnisse vermelden. Bereits bei den Deutschen Jugendmeisterschaften, die diesen Sommer in Bochum-Wattenscheid ausgetragen wurden, gab es aus NRW-Sicht tolle Glücksmomente, in denen sich die Athletinnen und Athleten Medaillen sichern konnten. Mit der ausgezeichneten NRW-Bilanz bei den renommierten Titelkämpfen, die das Publikum im Lohrheide-Stadion begeistert haben, hatten im Vorfeld nicht mal die kühnsten Optimisten gerechnet. Vor allem die westfälischen Leichtathleten konnten ihren Heimvorteil nutzen und errangen zehnmal „Gold“, siebenmal „Silber“ und sechsmal „Bronze“. Auf dem respektablen dritten Rang der Länderwertung landete knapp hinter Niedersachsen (9/4/1) der LV Nordrhein (8/7/11).

Text: WFLV/ Stimmen von Leichtathletik.de

 

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