Westdeutscher Fussballverband e.V.
Fußball-Allgemein 04.11.2013

Spiele werden im Kopf entschieden!

Trainings-Tipps

Durch das "Stehen" signalisiert der Trainer: Ich bin aktiv, ich bin bereit!

Spätestens seit der WM 2006 sind Teambuilding, Kommunikation, Motivation und Mentaltraining "in". So musste sich mancher Trainer nach dem "Sommermärchen-Film" fragen lassen, ob er seine Spieler denn auch so motivieren könne wie Jürgen Klinsmann. Dessen Leistung in der direkten Spielvorbereitung ist unbestritten, doch er hat sicher öfter als nur dort die richtigen Worte gefunden. Hier erläutern wir Ihnen die wichtigsten Punkte.

Warum überhaupt motivieren?
Einen Spieler motivieren, bedeutet, ihn zu bewegen, ein altes Verhalten zugunsten eines von mir gewünschten Verhaltens aufzugeben. Dieser aktive Verhaltensprozess setzt Motive und Emotionen voraus, die es zu wecken gilt. Denn Motive sind der Motor unserer Handlungen. Menschen wiederholen gern Handlungen, bei denen sie positive Emotionen hatten. Das positive Wort des Trainers, das Lob der Mitspieler oder der Beifall der Zuschauer nach einem gelungenen Flankenball wecken diese Gefühle. Also ist es lohnenswert, diese Handlungen im Training weiter zu üben und zu perfektionieren.

Motivation erwächst aus Motiven
So vielschichtig die Motive der Spieler sind, so verschieden sind auch ihre Persönlichkeiten bzw. ihre Reaktionen auf Lob und Tadel. Der eine benötigt viel "positive" Motivation durch Lob und Anerkennung, der andere eher "negative" Motivation durch Tadel, Druck und Kontrolle. Die Informationen sind die gleichen, werden aber unterschiedlich kommuniziert.

Positive und negative Motivation: Beispiele

Positiv:
„Wenn Du im Training engagiert arbeitest und Deine Leistung bringst, dann brauchst Du Dich um einen Platz in der Start-Elf nicht zu sorgen.“

Negativ:
„Wenn Du im Training nicht engagiert arbeitest und nicht Deine Leistung bringst, dann wird es eng mit einem Platz in der Start-Elf.“

Positive Formulierungen wecken positive Emotionen!
Studien beweisen, dass Menschen sich durch Druck und Kontrolle nicht dauerhaft motivieren lassen, sondern eher durch Anerkennung ihrer Leistungen und Wertschätzung ihrer Person. Als Trainer muss ich meine Spieler positiv stimulieren. So kann ich allein durch positive Formulierungen positive Emotionen schaffen und die Motive der Spieler stimulieren. Sie sind dann eher bereit, ihr Verhalten zu verändern. Gerade bei Kindern steht jedoch der Spaß an der Bewegung im Mittelpunkt. Das "Erfolg-haben-wollen" gewinnt erst mit zunehmendem Alter, Spielklasse und Leistungsstand an Bedeutung. Und jeder Mensch möchte auf andere Art gelobt werden.

Ein Trainer, der "gut drauf" ist, steckt an. Der Trainer, der bewusst lebt und vor positiver Energie nur so sprüht, überträgt dies auf sein Umfeld. Gute und schlechte Laune breiten sich aus und infizieren die Umgebung.

Eine positive Ausstrahlung ist schon fast die halbe Miete!
Bin ich aus der "Abteilung Todernst" oder gehe ich mit einem Lächeln durchs Leben? Denke ich positiv mit einer konstruktiven Lebenseinstellung oder eher negativ und destruktiv? Dessen muss ich mir bewusst sein, wenn ich den Spieler oder die Mannschaft motivieren will. Natürlich spielen auch meine Worte eine wichtige Rolle, doch sind sie nicht der entscheidende Faktor! Oder haben Sie schon oft erlebt, dass ein Spieler nach dem Spiel noch genau wusste, was sein Trainer in der Halbzeitpause gesagt hatte? Der Ton macht die Musik – und der Körper spricht dazu!

Und nur wer selber brennt, kann in anderen Feuer entfachen! Will ich bei meinen Spielern Feuer, Begeisterung und Zuversicht entfachen, z.B. bei einem knappen Pausenrückstand, gilt für mich unbedingter "Stehzwang"! Damit signalisiere ich: Ich bin wach, motiviert, aktiv und bereit. Und genau das sollen die Spieler nach der Pause ja auch sein. Diese Zusammenhänge erkennen und für sich selbst in eine positive und erfolgreiche Richtung bringen – auch das ist mentale Stärke. Sie ist trainierbar wie Schnelligkeit, Sprungkraft, Koordination oder Taktik.

Weitere Informationen erhalten Sie direkt im Bereich "Training & Wissen" beim DFB.

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