Westdeutscher Fussballverband e.V.
Leichtathletik 24.07.2014

TV Wattenscheid hofft in Ulm
auf acht bis zehn Medaillen

Das aussichtsreiche Wattenscheider Team; Foto: Marcel Müller, Stadtwerke Bochum

Für einige TV-01-Athleten ist die Leichtathletik-DM am kommenden Wochenende der absolute Saisonhöhepunkt, für andere eine wichtige Generalprobe vor der EM in Zürich (12.-17. August). Wenn die besten Leichtathleten Deutschlands im Ulmer Donaustadion zusammenkommen, will auch der TV Wattenscheid wieder vorne mitmischen.

„Wir peilen acht bis zehn Medaillen an und hoffen auf vier Titel“, sagte TV-01-Manager Michael Huke auf der Pressekonferenz beim Wattenscheider Hauptsponsor Stadtwerke Bochum. Ein ähnlich gutes Resultat wie bei der Hallen-DM in Leipzig Anfang des Jahres mit sieben Titeln und insgesamt zwölf Medaillen schließt Huke nicht aus; er will aber auch nicht zu viel versprechen: „So kurz vor der EM ist es für unsere sieben Normerfüller und die Trainer ganz sicher keine leichte Aufgabe.“ Und dann schickt der TV Wattenscheid ja noch weitere aussichtsreiche Kandidaten für die EM-Norm nach Ulm: Pamela Dutkiewicz, Sebastian Ernst und Denise Krebs etwa.

Pamela Dutkiewicz hat noch Potenzial

Dutkiewicz, die sich in diesem Jahr über 100 Meter Hürden auf starke 13,13 Sekunden und Platz vier der deutschen Bestenliste gesteigert hat, sieht noch mehr Potenzial: „Ich bin die 13,13 zwei Mal aus dem vollen Training heraus gelaufen und denke, da ist noch mehr drin.“ Auch den ganz großen Coup schließt sie nicht aus: „Die beiden vorne sind auch nicht weg. Es ist auch nach vorne hin alles drin.“ Unterstützung bekommt sie von Teamkollegin Sandra Peilert, die mit Bronze bei der deutschen Juniorenmeisterschaft in Wesel überrascht hat. „Ulm ist für mich ein Zubrot, ich will meine Bestzeit bestätigen und Spaß haben“, sagt Peilert.

Über die 400 Meter schickt der TV 01 Esther Cremer als Favoritin ins Rennen. „Mein Ziel ist Gold, aber ich will auch unbedingt noch eine schnelle Zeit vor Zürich laufen, gerne auch im Vorlauf. Ich laufe in diesem Jahr zwar konstante Zeiten, bin aber noch nicht richtig zufrieden“, so Cremer. Die Olympiateilnehmerin von 2012 Maral Feizbakhsh hat sich das Finale vorgenommen. „Die Zeit ist mir dabei ganz egal, es geht nur um den Platz“, sagt sie. Mit der 4x400-Meter-Staffel soll der Titel verteidigt werden. „Wir kämpfen um jeden Zentimeter“, sagt Feizbakhsh. Bei den Männern will Alexander Meisolle seine Saisonbestleistung von 47,89 Sekunden verbessern: „Nach meiner beruflichen Selbstständigkeit ist jetzt alles wieder in geregelten Bahnen und ich kann voll angreifen.“

Nadja Kampschulte hofft auf eine Medaille

Eine Medaillenkandidatin im Hochsprung könnte Nadja Kampschulte sein, wenn sie rechtzeitig fit wird. „Meine Wade macht mir große Probleme und ich werde am Ende der Woche gucken, ob ich starten kann“, sagt Kampschulte. Hinter Marie-Laurence Jungfleisch sei das Feld der Hochspringerinnen völlig offen. Bei den Männern nimmt sich Sebastian Kneifel eine Platzierung unter den ersten Sechs vor, gemeldet ist er auf dem neunten Platz: „Ich bin gut drauf und es soll sonnig werden, das kommt mir sehr entgegen.“

Im Weitsprung der Frauen stellt der TV Wattenscheid Sosthene Moguenara als Titelverteidigerin. Allerdings ist die Konkurrenz in diesem Jahr deutlich stärker geworden. „Ich habe mir vorgenommen zu kontern, auch wenn es nicht einfach wird. Das Feld ist stark wie nie“, erklärt die Sieben-Meter-Springerin des Vorjahres. Trotz des starken Feldes will ihre Vereinskameradin Lisa Kurschilgen ins Finale: „Ich habe meine Bestleistung auf 6,42 Meter gesteigert und denke, dass ich für das Finale in diesem Bereich springen muss.“

Denise Krebs will die EM-Norm

Alles oder nichts heißt es für Denise Krebs über 1.500 Meter. Nach einer gelungenen Vorstellung beim Meeting in Heusden-Zolder scheint die EM-Norm plötzlich in Reichweite zu sein. Die letzte Chance ist nun Ulm. „Ich will im Vorlauf die Norm angreifen und im Finale auf Platzierung laufen“, so Krebs. Es deute sich ein spektakulärer Vorlauf an, da auch Elina Sujew (LT Haspa-Marathon Hamburg) noch nicht die Norm erfüllt hat. Bei den 1.500 Metern der Männer vertritt Jonas Beverungen, Überraschungs-Fünfter im letzten Jahr, den TV 01. „Ich will wie im letzten Jahr erst einmal den Vorlauf überleben und im Finale schauen, was geht“, sagt er, „das hat im letzten Jahr auch sehr gut geklappt.“ Ob sein Trainingspartner Alexander Ide mitlaufen kann, bleibt fraglich. Der Medizin-Student hat Probleme an der Plantarsehne.

Über 5.000 Meter gehen mit Jannis Töpfer und Hendrik Pfeiffer weitere zwei Wattenscheider aus der Trainingsgruppe von Tono Kirschbaum ins Rennen. Töpfer, der nach seiner erfolgreichen Bahnsaison in Amerika eine Pause eingelegt hat, hat eine aufsteigende Form: „Ich fühle mich von Tag zu Tag besser und will weit nach vorne laufen.“ Der Deutsche 10.000-Meter-Juniorenmeister Hendrik Pfeiffer will unter die Top Acht laufen: „Vor zwei Wochen habe ich beim Meeting in Rhede eine vielversprechende Bestzeit über 3.000 Meter aufgestellt und bin bereit für Ulm.“

Robin Erewa peilt "Gold" über 200m an

Neben dem amtierenden Deutschen Doppelmeister Julian Reus schickt der TV 01 weitere starke Sprinter nach Ulm, die sich bei der Stadtwerke-PK präsentiert haben. In einem engen Feld will Robin Erewa über 200 Meter Gold gewinnen. „Das ist alles so eng zusammen, wer sich da nach vorne beugt, hat gewonnen“, sagt der Deutsche Hallenmeister. Sebastian Ernst will seine Chance auf die Europameisterschaft nutzen: „Ich fahre hin, um alles zu geben, will die Norm laufen und mindestens Dritter werden, damit ich in Zürich dabei bin.“ Auch mit der 4x100-Meter-Staffel hat er sich ganz viel vorgenommen: „Kommen wir an, ist es deutscher Rekord!“ Routinier Alexander Kosenkow stimmt zu. „Ich glaube, der 4x100-Meter-Rekord ist fällig“, orakelt er. Über 100 und 200 Meter will sich der Altmeister gegen die starken Nachwuchssprinter behaupten: „Ich bin konstant, konkurrenzfähig und kann zur DM immer noch eine Schippe drauflegen.“ Einer der jungen Sprinter ist Wattenscheids Maximilian Ruth, der sich kürzlich über 100 Meter stark verbessert hat. „Ich will mich langsam in der Männer-Nationalmannschaft etablieren und jetzt meine Zeit von 10,44 Sekunden bestätigen“, sagt der 20-Jährige.

Im Diskuswurf will Daniel Jasinski seinen dritten Platz der Meldeliste verteidigen: „Ich bin in guter Form und kann um die 66 Meter werfen. Mein Ziel ist Zürich!“

 

ARD und ZDF übertragen

ARD und ZDF übertragen die Leichtathletik-DM live im Fernsehen, am Samstag von 14.45 bis 17.00 Uhr (ZDF) und am Sonntag von 16.30 bis 18.30 Uhr (ARD). Radio Bochum ist am „Sonntag der Entscheidungen“ vier Stunden im Donaustadion dabei (15.00 bis 19.00 Uhr).

 

Quelle: FLVW/Hendrik Pfeiffer und Michael Ragsch



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