Westdeutscher Fussballverband e.V.
Regionalliga West 15.11.2015

Bewegende Worte gegen den Terror

Schweigeminute in der Regionalliga West

Schweigeminute und Ansprache beim West-Derby zwischen RWO und RWE (Screenshot: SPORT1).

Auch der westdeutsche Fußball und die NRW-Leichtathletik sind erschüttert über die Ereignisse von Paris und trauern um die Opfer des Terrors. Beim West-Derby zwischen RWO und RWE wurde ein starkes Zeichen gesetzt. Vor der Regionalliga-Partie gegen Rot-Weiss Essen hat Christian Straßburger, Stadionsprecher von Rot-Weiß Oberhausen, am Sonntag deutliche und poetische Worte gegen Hass und Gewalt.

Ein beeindruckendes Statement. Das Video mit der kompletten Rede, aufgenommen vom WFLV-Partner SPORT1, sehen Sie hier!

Die Rede von RWO-Stadionsprecher Christian Straßburger im Wortlaut:
„Liebe Fußballfreunde, was ist aus dieser Welt geworden? Diese Frage mussten wir uns in den letzten Monaten und Wochen und seit Freitagabend im Besonderen immer und immer wieder stellen. Ein terroristischer Angriff auf friedliche, freie und unschuldige Menschen hat uns bis ins Mark erschüttert.

Paris ist von diesem Stadion knapp 550 Kilometer entfernt. Für viele ist das weit weg. Doch dieser Angriff, wie jeder terroristische Akt, ist kein Angriff auf ein Land, eine Stadt oder ein Gebäude. Es ist ein Angriff auf uns, auf die Menschheit. Auf die Freiheit. Allein über 100 Menschen, größtenteils junge Menschen voller Träume und Hoffnungen, Liebe und Sorgen, wollten mit ihren Liebsten auf einem Konzert das Leben feiern.

Sie wollten Spaß haben und einen Moment erschaffen, der unvergesslich werden sollte. Sie wollten durchatmen und für ein paar Augenblicke ihre Sorgen vergessen. All diese Menschen mussten ihr Leben lassen. Bestialisch und erbarmungslos.
Nach und nach haben diese feigen, seelenlosen Terroristen Leben ausgelöscht. Allein der Gedanke daran zerreißt uns das Herz. Es ist nach diesem Ereignis wichtig, dass wir alle vorbehaltlos unsere Herzen öffnen und uns klar machen, dass ein Terrorist nicht tötet, weil ihn eine Religion dazu aufgefordert hat. Er tötet, weil er ein hasserfüllter, kranker „Mensch“ ist.

Im Koran steht: Wenn einer einen Menschen tötet, so ist es, als ob er eine ganze Welt getötet hat. Und wenn einer einen Menschen rettet, so ist es, als ob er eine ganze Welt gerettet hat.

Es ist mehr denn je wichtig nun Geschlossenheit zu beweisen, nachzudenken und keinen Hass zu schüren. Wir dürfen den wenigen, die versuchen unsere Freiheit zu zerstören, nicht das Gefühl geben, ihre Taten würden zu Erfolgen führen. Jeder Mensch, der am Freitag in Paris sein Leben lassen musste, hätte unser Freund oder unsere Freundin, unser Partner oder unsere Partnerin, unser Bruder oder unsere Schwester, unser Kind, unsere Mutter oder unser Vater sein können. Gedenken wir nun in einer von tiefstem Herzen kommenden Schweigeminute der Opfer und deren Angehörigen, die unser Mitgefühl und unseren Respekt verdient haben.

Frei nach Dr. Martin Luther King Jr.: „Dunkelheit kann Dunkelheit nicht vertreiben; nur Licht kann das. Hass kann Hass nicht vertreiben; nur Liebe kann das.“

Mit einer Schweigeminute wird auch der deutsche Profifußball am nächsten Spieltag (20. bis 23. November) der Opfer der Terroranschläge von Paris gedenken.

Zudem werden die Spieler der Bundesliga und der 2. Bundesliga Trauerflor tragen. Schon unmittelbar nach dem Terrorakt, der nach offiziellen Angaben mindestens 129 Tote und 352 zum Teil schwer Verletzte forderte, hatten sich zahlreiche Clubs des Ligaverbandes und deren Spieler erschüttert gezeigt.

Die Anschläge hatten teilweise im Umfeld des Länderspiels der deutschen Nationalmannschaft in Paris gegen Frankreich stattgefunden, das vom 10. Juni bis 10. Juli 2016 Gastgeber der EURO sein wird.

Trauer um die Opfer des Terrors von Paris

Wir sind vereint: Unsere Gedanken sind bei den Opfern von Paris und deren Angehörigen. (Grafik: Auswärtiges Amt)

Die deutsche Nationalmannschaft hat am Freitagabend in Paris ein Fußballspiel gespielt. Gegen Frankreich, den Gastgeber der EURO 2016. Ein Klassiker im Weltfußball. Doch nie war die Meldung über den Ausgang eines Fußballspiels mit Beteiligung der deutschen Nationalmannschaft weniger relevant als am Freitagabend.

Auch der westdeutsche Fußball und die NRW-Leichtathletik sind erschüttert über die Ereignisse von Paris und trauern um die Opfer des Terrors.

Die Terroranschläge in Paris mit mehr als 100 Todesopfern haben den Sport auf brutalste Weise in den Hintergrund gedrängt. Bis zum Morgen harrte das Team des Weltmeisters im Stade de France aus, paralysiert, geschockt, entsetzt. Das Stadion in St. Dénis, in dem im kommenden Sommer das Finale der Europameisterschaft ausgetragen werden soll, wurde in dieser furchtbaren Nacht selbst Ziel von Selbstmordattentätern. Bundestrainer Joachim Löw sagte: "Wir sind alle erschüttert und schockiert. Für mich treten der Sport, das Spiel und die Gegentore völlig in den Hintergrund. Darüber gibt es nichts zu sagen."

Stimmen zu den Anschlägen in Paris:

Dr. Reinhard Rauball (1. DFB-Vizepräsident): Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier saß neben mir. Die Nachrichten, die er bekommen hat, waren von Minute zu Minute tragischer. Da war schnell klar, dass an einem solchen Tag der Sport eindeutig in den Hintergrund tritt. Ich hoffe, dass die richtigen Schlüsse gezogen und Einfluss genommen werden kann, gerade im Hinblick auf das große Fest, das nächsten Sommer in Frankreich stattfinden soll.
Joachim Löw (Bundestrainer): Wir sind alle erschüttert und schockiert. Für mich treten der Sport, das Spiel und die Gegentore völlig in den Hintergrund. Darüber gibt es nichts zu sagen. Natürlich habe ich mich bei dem Knall an die Bombendrohung erinnert. Wir alle auf der Bank haben daran gedacht, weil wir heute Mittag schon in Schrecken versetzt wurden. Wenn ich das gehört habe, konnte ich mir in etwa ausmalen, was das sein wird.
Oliver Bierhoff (Teammanager): In der Kabine herrschte große Unsicherheit, große Angst und eine komische Stimmung. Man hat gemerkt, wie geschockt die Spieler sind. Sie haben sofort nach ihren Telefonen ergriffen, um sich zu informieren oder zu Hause anrufen.
Joachim Gauck (Bundespräsident): Ich bin tief erschüttert angesichts der Nachrichten, die uns aus Frankreich erreichen. Meine Gedanken sind bei den Opfern, ihren Angehörigen und dem französischen Volk.
Angela Merkel (Bundeskanzlerin): Ich bin tief erschüttert von den Nachrichten und Bildern, die uns aus Paris erreichen. Meine Gedanken sind in diesen Stunden bei den Opfern der offensichtlich terroristischen Angriffe, ihren Angehörigen sowie allen Menschen in Paris.
Thomas de Maizière (Bundesinnenminister): Wir sind mit unseren Gedanken bei unseren französischen Freunden und den Familien der Opfer. Ich stehe in engem Kontakt mit meinem französischen Kollegen und habe ihm Hilfe durch deutsche Spezialkräfte angeboten.
Quelle: DFB

 

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