Westdeutscher Fussballverband e.V.
Verbandsnews 12.07.2016

Weichenstellung und Ovationen: Holger Bellinghoff einstimmig gewählt

Nachfolger von Manfred Deister auf dem WFLV-Jugendtag 2016

Der auf dem Jugendtag 2016 gewählte WFLV-Jugendfußballaussschuss mit (v.l.): Roland Bürger, Klaus Koglin, Michael Kurtz, Rudi Rheinstädtler, Holger Bellinghoff (Vorsitzender), Sabine Nellen, Harald Ollech, Thomas Harder, Karl-Heinz Wirsen und Klaus Degenhardt. Es fehlen: Laura Hayen, Alexandra Spiekermann. (Foto: WFLV)
Der auf dem Jugendtag 2016 gewählte WFLV-Jugendfußballaussschuss mit (v.l.): Roland Bürger, Klaus Koglin, Michael Kurtz, Rudi Rheinstädtler, Holger Bellinghoff (Vorsitzender), Sabine Nellen, Harald Ollech, Thomas Harder, Karl-Heinz Wirsen und Klaus Degenhardt. Es fehlen: Laura Hayen, Alexandra Spiekermann. (Foto: WFLV)

Der Westdeutsche Fußball- und Leichtathletikverband (WFLV) hat auf seinem Jugendtag 2016 in Duisburg die Weichen für die Zukunft gestellt. „Ich weiß um die große Verantwortung, die ich durch dieses Amt habe und freue mich darauf, die Herausforderungen der Zukunft mit einem starken Team an meiner Seite anzugehen“, sagte Holger Bellinghoff. Der 44 Jahre alte frühere Fußball-Trainer aus Hamm wurde von den 171 Delegierten auf dem ordentlichen Jugendtag am 9. Juli 2016 in der Duisburger Mercatorhalle in das Amt des neuen Vorsitzenden des WFLV-Jugendfußballausschusses gewählt. Damit tritt Holger Bellinghoff die Nachfolge von Manfred Deister an.

Einstimmig zum Vorsitzenden des WFLV-Jugendfußballausschusses gewählt: Holger Bellinghoff.
Einstimmig zum Vorsitzenden des WFLV-Jugendfußballausschusses gewählt: Holger Bellinghoff.

Manfred Deister wurde indes mit den Ovationen der Delegierten und Gäste verabschiedet. Der Gütersloher hat über viele Jahre das Geschehen im Nachwuchsfußball von Nordrhein-Westfalen mitgestaltet und fungierte während der zurückliegenden drei Jahre als Vorsitzender des WFLV-Jugendfußballausschusses.

„Die zurückliegenden Jahre wurden geprägt von Manfred Deister. Lieber Manfred, Dir gebührt mein größter Dank. Du hast vor drei Jahren die Position des Jugendfußballausschuss-Vorsitzenden übernommen und Impulse gesetzt“, erklärte Holger Bellinghoff. „Mit Deinem jugendlichen Elan warst Du sowohl Taktgeber als auch Ratgeber. Dein Engagement verdient unseren Respekt. Für mich ist es eine große Ehre, dass ich Dir in diesem Amt nachfolgen darf“, sagte Holger Bellinghoff.

Der neue Mann an der Spitze der WFLV-Fußballjugend hat sich einiges vorgenommen und richtete den Blick natürlich entsprechend nach vorne. „Vieles wurde in den vergangenen Jahren im NRW-Juniorenfußball bewegt. Natürlich werden wir eine gründliche Analyse machen, um uns für die Zukunft noch besser aufzustellen. Denn die Herausforderungen, die auf uns warten, sind gewaltig. Es gilt, den Nachwuchs unter Berücksichtigung der demographischen Entwicklung weiter für den Fußball zu begeistern. Zugleich müssen wir darauf achten, auch ausreichend ausgebildete Trainer zu haben“, sagte Holger Bellinghoff.

Der ehemalige Schiedsrichter setzt auf einen regen Austausch mit den Menschen: „Ich kann schon heute versprechen, dass wir Altbewährtes fortsetzen wollen, uns aber ebenso nicht scheuen dürfen, der Jugend neue Impulse zu geben. Dafür ist ein gründlicher, vertrauensvoller Austausch mit der Basis wichtig. Gerne rufe ich allen zu, denen das Wohl der Fußballjugend in NRW am Herzen liegt: Gebt uns eure Meinung. Wir hören zu und wollen versuchen, gute Ideen umzusetzen.“

Christian Pothe wies in seinem Grußwort auf die große Bedeutung der Verbände für den Nachwuchsfußball und die daraus resultierenden Erfolge hin.
Christian Pothe wies in seinem Grußwort auf die große Bedeutung der Verbände für den Nachwuchsfußball und die daraus resultierenden Erfolge hin.

Ehrengäste unterstreichen hohen Stellenwert des Jugendfußballs

Manfred Deister, der den Jugendtag eröffnete, freute sich, neben den Delegierten auch die Ehrengäste Christian Pothe (DFB-Jugendausschuss-Vorsitzender), Dr. Rainer Fiesel (Bezirksregierung Arnsberg), Jens Wortmann (Vorsitzender Sportjugend NRW), sowie natürlich die WFLV-Vizepräsidenten Peter Frymuth und Alfred Vianden gemeinsam mit WFLV-Schatzmeister Franz-Josef Kuckelkorn begrüßen zu können.

„Es ist schön, dass der Jugendfußball weiterhin einen sehr hohen Stellenwert hat und hochrangige Gäste begrüßen kann“, sagte Manfred Deister, der allerdings keinen Zweifel daran ließ, dass die Delegierten im Zentrum des Jugendtages stehen.

Christian Pothe wies in seinem Grußwort auf die große Bedeutung der Verbände für den Nachwuchsfußball und die daraus resultierenden Erfolge hin. "Hier sitzt die Basis des Erfolgs. Die kleinen Vereine bilden das Fundament", sagte Christian Pothe und sprach direkt die Delegierten an.

"Wir haben in Deutschland eine herausragende Jugendarbeit von der Spitze bis zur Breite. Dafür stehen die Regionalverbände des DFB, die Landesverbände, die Kreisverbände. Sie stehen für die Breite des Fußballs und sorgen für soziale Integration", meinte Christian Pothe, der sich auch an die Praxiserfahrungen aus seiner Zeit als Juniorentrainer beim FC St. Pauli erinnerte. Neben der Integration sind auch Inklusion und das Engagement gegen sexuelle Gewalt im Fußball wichtige Schwerpunkte in der DFB-Nachwuchsarbeit.

Die Vorsitzenden der Landesverbände auf dem WFLV-Jugendtag (v.l.): Peter Frymuth (FVN), Alfred Vianden (FVM) und Gundolf Walaschewski (FLVW).
Die Vorsitzenden der Landesverbände auf dem WFLV-Jugendtag (v.l.): Peter Frymuth (FVN), Alfred Vianden (FVM) und Gundolf Walaschewski (FLVW).

Dr. Rainer Fiesel überbrachte die Grüße von Regierungspräsidentin Diana Ewert und den Dank an alle Delegierten für deren Engagement im Ehrenamt. Als Sportdezernent der Bezirksregierung freute sich Dr. Rainer Fissel über das große Interesse der Jugend am DFB-Fußballmobil und den Stellenwert des Schulfußballs in Verbindung mit dem Projekt DFB-Junior-Coach. "DFB-Junior-Coach ist für Jugendliche ab 15 eine Möglichkeit, sich persönlich weiter zu entwickeln. Damit wird ein Impuls für Schule und Verein gesetzt."

Die Identifikation mit dem Verein werde erhöht, zudem erhält die Schule die Möglichkeit, mit geschulten Personal zu arbeiten. Damit werde eine wichtige Brücke geschlagen. Dr. Rainer Fiesel bedankten sich in diesem Zusammenhang bei Manfred Deister für dessen Engagement in dieser Sache: "Er war ein Motor für das Projekt. Der Fußball kann so den Weg in die Schule finden."

Jens Wortmann: "Fußballer sind die Allerersten"

Jens Wortmann lobte als Vorsitzender der Sportjugend NRW die Wichtigkeit des Sports für die Integration von Flüchtlingen. "Die Sportvereine waren immer die Ersten, die die da waren. Und die Fußballer waren die Allerersten", erklärte Jens Wortmann, der als Beispiel für die allgemeine Bedeutung des Sports in der Gesellschaft den "klassische Verein auf dem Land" nannte: "Diese Vereine rufen: Wer, wenn nicht wir." Denn Jugendarbeit in der Gemeinde leistet der Sport. "Das macht uns im Sport so stark: Wir packen einfach an. Das Ehrenamt macht kein Ferien", meinte Jens Wortmann, der in diesem Zusammenhang feststellte, das durch den Sport in jedem Jahr mehr als 900.000 Kinder in Ferienfreizeiten betreut werden.

Wahlergebnisse 2016:
Die Besetzung der Ausschüsse und Instanzen

Der Jugendfußballausschuss setzt sich nach den Wahlen auf dem WFLV-Jugendtag 2016 wie folgt zusammen (jeweils einstimmige Wahl): Holger Bellinghoff (Vorsitzender), Harald Ollech, Michael Kurtz, Rudi Rheinstädtler, Roland Bürger, Sabine Nellen, Klaus Degenhardt, Klaus Koglin, Karl-Heinz Wirsen, Thomas Harder, Laura Hayen, Alexandra Spiekermann.

Schulfußballausschuss: Roland Bürger (Vorsitzender), Günter Scheidt, Dr. Klaus Balster, Carsten Hesse

Mädchenfußballausschuss: Sabine Nellen (Vorsitzende), Dieter Krümpelmann, Laura Hayen, Alexandra Spiekermann

Jugendspruchkammer: Andreas Buchartz (Vorsitzender), Harald Nelskamp, Bernd Kuckertz, Klaus-Jürgen Tissarek, Georg Petermeier, Murat Yalcin, Rolf Mauritz (BDFL)

Jugendgericht: Helmut Holländer (Vorsitzender), Andreas Balicki, Detlef Knehaus, Jörg Reineke, Wolfgang Koschei, Berthold Sprick, Robert Begerau (BDFL), Dr. Gerd Thissen (BDFL)

Deister: "Zusammenhalt im Jugendfußballausschuss groß"

"Als Ihr mich vor drei Jahren gewählt habt, habe ich gesagt, dass ich es für drei Jahre mache. Dieses Versprechen halte ich ein", erklärte Deister, der nach vielen Jahren intensiver Arbeit letztmalig für den WFLV-Jugendfußballausschuss am Rednerpult stand. Bereits einige Wochen zuvor wurde der Gütersloher auf dem Verbandsjugendtag des Fußball- und Leichtathletikverbandes Westfalen (FLVW) als Vorsitzender verabschiedet.

Manfred Deister bilanzierte, dass der Zusammenhalt in WFLV-Jugendfußballausschuss weiterhin groß sei: "Das ist gelungen, das macht mich froh und hat mir die Aufgabe sehr leicht gemacht." Zum Wohle des Fußballs wurden auch bei unterschiedlicher Meinungslage nach teils langen Diskussionen immer Kompromisse gefunden, um eine erfolgreiche Arbeit zu gewährleisten.

Würdigung durch Peter Frymuth

"Lieber Manfred, du hast in den vergangenen 20 Jahren den Jugendfußball in NRW begleitet und auch geführt. Du hast die bodenständige Arbeit, für die schon unser früherer DFB-Jugendobmann Willi Scheuerl stand und mit deinen eigenen charakterlichen Eigenschaften geprägt. Du hast deine Talente frühzeitig erkannt und eingesetzt", sagte WFLV-Vizepräsident und DFB-Vizepräsident Peter Frymuth in seiner Würdigung.

"Du hast deutlich gemacht, dass der Spielbetrieb eine zentrale Aufgabe für den Jugendfußball ist, aber in der heutigen Zeit auch andere Themen wichtig sind", erklärte Peter Frymuth als direkter Vorgänger von Manfred Deister als Jugendfußballausschuss-Vorsitzender und verwies auf das große Engagement für den Mädchenfußball. Der Verbandsjugendtag bedankte sich mit minutenlangen Applaus bei Manfred Deister.

Manfred Deister waren Freude und Wehmut gleichermaßen anzusehen. „Mir haben die drei Jahre als Vorsitzender des WFLV-Jugendfußballausschusses sehr viel Spaß gemacht. Mein Vorgänger Peter Frymuth hat mir den Einstieg in dieses Amt sehr erleichtert und stand mir jederzeit mit Rat und Tat zur Seite. In diesem Zusammenhang möchte ich mich noch einmal ganz herzlich bei ihm für das stets offene Ohr bedanken. Mein großer Dank gilt auch den hauptamtlichen Kräften in der WFLV-Geschäftsstelle. Stellvertretend für alle möchte ich mich bei der Abteilung Jugend bedanken“, erklärte Manfred Deister.

Als 18-jähriger Einstieg in die ehrenamtliche Jugendarbeit

Manfred Deister fand als 18-jähriger 1961 den Einstieg in die ehrenamtliche Jugendarbeit als Jugendbetreuer und –trainer in seinem Gütersloher Fußballverein. 1971 wurde Manfred Deister Kreisjugendwart. In der Zeit von 1975 bis 1989 übernahm er den Vorsitz des Kreisjugendausschusses des Fußballkreises Gütersloh. 1986 entsandte ihn der Verbandsjugendtag in den Verbands-Jugend-Ausschuss des Fußball- und Leichtathletik-Verbandes Westfalen. 1992 wurde er stellvertretender Vorsitzender und 1998 Vorsitzender dieses Gremiums. Bis 2016 war er Präsidiumsmitglied des FLVW. Zugleich gehört er seit 1992 dem Jugendfußballausschuss des Westdeutschen Fußball- und Leichtathletikverband sowie seit 2007 dem Jugendausschuss des Deutschen Fußball-Bundes an. Von 2013 bis 2016 war Manfred Deister Vorsitzender des WFLV-Jugendfußballausschusses und in dieser Zeit auch Präsidiumsmitglied des WFLV.

Würdigung: Peter Frymuth (rechts) hielt die Laudatio auf Manfred Deister.
Würdigung: Peter Frymuth (rechts) hielt die Laudatio auf Manfred Deister.

Den hohen Stellenwert des Jugendfußballs in NRW unterstrich WFLV-Präsident Hermann Korfmacher in seinem Grußwort. „Der Fußball-Nachwuchs, den es zu fördern gilt, ist trotz der demografischen Entwicklung auf vielen Plätzen in NRW zu finden. Insbesondere im Anschluss an die erfolgreiche WM 2014 konnte der WFLV einen regelrechten Boom bei den Erstausstellungen der Spielberechtigungen im Juniorenbereich verzeichnen. Zum Vergleichszeitraum 2013 wurde beim Fußball-Nachwuchs ein Anstieg um mehr als 25 Prozent registriert“, erklärte Korfmacher.

Der Präsident verwies dabei nicht nur auf die sportlichen Qualitäten der Juniorinnen und Junioren: „Die stetig wachsende Bedeutung des Jugendfußballs an der Basis erleben wir somit ständig auf vielen Plätzen. Es ist dabei auffällig, dass Vereine neben der fußballerischen Ausbildung hohen Wert auf eine positive Charakterbildung legen. Der Jugendfußballer der Gegenwart und auch der Zukunft ist ein Teamplayer, der Verantwortung übernimmt und durch Mannschaftsgeist erfolgreich ist. Das ist ein guter Trend, denn wir alle sind als Teamplayer gefordert.“

WFLV-Vizepräsident Alfred Vianden verwies auf die zukunftsorientierte Arbeit für die NRW-Fußballjugend. „Der künftige Jugendfußballausschuss darf ein bestelltes Feld bearbeiten. Das ist eine prima Basis – und wir dürfen in unserem Engagement für den Nachwuchs auch niemals locker lassen. Deshalb stellt sich unser Verband dieser Aufgabe auch auf vielen Ebenen“, meinte Alfred Vianden.

Er stellte in seinem Grußwort vor allem die positiven Entwicklungen im Mädchenfußball heraus: „Es ist gut, dass beispielsweise die gezielten Sichtungsmaßnahmen für Mädchenfußballerinnen, die der WFLV seit einigen Jahren regelmäßig in verschiedenen Altersklassen durchführt, eine hohe Wertschätzung erfahren. Diese Lehrgänge mit jeweils bis 54 Spielerinnen sind ein wichtiger Teil der Eliteförderung des Mädchenfußballs. Wer mag, kann sich dabei im Rahmen der Sichtungen in unseren Sportschulen in Duisburg, Hennef und Kamen-Kaiserau gerne überzeugen. Mit der Unterstützung durch die Sportstiftung NRW arbeitet hier jede Menge Fußball-Kompetenz an den richtigen Stellen.“

Harmonischer Jugendtag in der Duisburger Mercatorhalle.
Harmonischer Jugendtag in der Duisburger Mercatorhalle.

Der Jugendtag des Westdeutschen Fußball- und Leichtathletikverbandes, auf dem Friedrich-Wilhelm Stelkens als Versammlungsleiter gewählt wurde, wurde als ein perfekter Anlass genutzt, auf die vergangenen drei Jahre intensiver Arbeit in und mit den Landesverbänden zu blicken, Bilanz zu ziehen und sich für die Herausforderungen der Zukunft aufzustellen. Als Quintessenz wurde bilanziert, dass es weiterhin viel Potenzial gibt, die bisher geleistete Arbeit noch positiver zu gestalten. Es wurde einiges erreicht, aber ein Limit ist nicht gesetzt.

Zukunftsorientierte Arbeit

Eine zukunftsorientierte Arbeit für den Jugendfußball ist wichtiger denn je. Der WFLV stellt sich dieser Aufgabe in vielfältiger Manier. Eine Selbstverständlichkeit ist mittlerweile der Spielbetrieb im WFLV-U14-Junioren-Nachwuchs-Cup, durch den Talente in einer höchstprägnanten Altersklasse so intensiv wie in keinem anderen Regionalverband gefördert werden. Wer die Kaderlisten der vergangenen Jahre mit aktuellen Mannschaftsaufstellungen aus der Bundesliga vergleicht, wird feststellen, dass die herausragenden Spieler aus NRW ihr Talent in dem durch den WFLV eingerichteten Spielbetrieb ausschöpfen und erweitern konnten. Diese Zwischenbilanz bestärkt in der Überzeugung, dass einiges auf den Weg gebracht worden ist und auch in Zukunft eingeleitet wird.

So wird beispielsweise auch für die Altersklassen U13 und U12 ein Junioren-Nachwuchs-Cup eingeführt. „Auf der Regionalebene hat sich die C-Junioren Regionalliga West und der U14-Junioren-Nachwuchs-Cup fest etabliert. Die Talentförderung im Bereich der Spitze hat sich aber auch verändert. Die zertifizierten Nachwuchsleistungszentren (NLZ) der Lizenzvereine haben sich den wandelnden Gegebenheiten angepasst und legen bereits spätestens ab den D-Junioren Wert auf eine ganzheitliche Förderung der Talente im eigenen Verein. In diesem Zusammenhang hat sich der WFLV-Jugendfußballausschuss entschlossen, den U13- und U12-Junioren-Nachwuchs-Cup für die Saison 2016/2017 einzuführen. In Abstimmung mit den NLZs wurden die Regularien für diese Freundschaftsspielrunden diskutiert. Die Jugendspielordnung des DFB musste selbstverständlich immer im Auge behalten werden“, erklärte Manfred Deister.

171 Delegierte stimmten auf dem WFLV-Jugendtag ab.
171 Delegierte stimmten auf dem WFLV-Jugendtag ab.

Durch emotionale Großereignisse wie die erfolgreiche WM 2014 in Brasilien oder die laufende EM 2016 in Frankreich macht der Fußball deutlich, warum er von Groß und Klein, Alt und Jung so geliebt wird. Doch die Euphorie lässt stellenweise die Veränderungen in unserer Gesellschaft schnell in den Hintergrund drängen.

„Viele Vereine verzeichnen seit Jahren einen Mitgliederrückgang und können den Spielbetrieb nicht mehr aufrechterhalten. Der demographische Wandel und die damit einhergehenden Veränderungen sind schon länger bekannt. Die Auswirkungen von G8 und Ganztag auf die Sportart Fußball ist eine stetige Herausforderung für unsere Vereine, aber auch für die Landesverbände und den Westdeutschen Fußball- und Leichtathletikverband“, bilanzierte Manfred Deister. Er führte aus: „Der Spielbetrieb ist nach wie vor die zentrale Aufgabe, die immer wieder den Gegebenheiten angepasst werden muss. Dies bedeutet, dass insbesondere dort, wo diese Demographie einen Rückgang aufzeigt, die Voraussetzungen für einen flexibleren Spielbetrieb wie z.B. das Norweger-Modell, geschaffen und umgesetzt werden.“

Aufgrund der weltpolitischen Lage sind viele Flüchtlinge nach NRW gekommen. Diesbezüglich thematisierte Manfred Deister: „Die Aufnahme der Frauen, Männer und Kinder, die auf der Flucht vor Gewalt, Verfolgung oder Hunger bei uns Schutz suchen, ist derzeit eine der wichtigsten Aufgaben. Unsere Vereine vor Ort tragen zur Integration der Flüchtlinge in unsere Gesellschaft einen Großteil bei. Der Fußball hat eine große „Integrationskraft“, wenn es uns gelingt, diese Menschen in unsere Vereine und in den Spielbetrieb zu übernehmen. Die Erteilung der Spielberechtigung erfolgt standardmäßig wie bei internationalen Vorgängen.“

Viele Entscheidungen wurden einstimmig getroffen.
Viele Entscheidungen wurden einstimmig getroffen.

171 Delegierte wählten einstimmig

Holger Bellinghoff wurde von allen drei Landesverbänden einstimmig als Nachfolger von Manfred Deister vorgeschlagen. Die Wahl durch die insgesamt 171 Delegierten fiel einstimmig aus. Holger Bellinghoff sprach den Delegierten anschließenden seinen Dank für das einmütige Vertrauen aus. " Die Fußstapfen, in die ich jetzt trete, können größer nicht sein. Und das ist gut so: Denn meine Vorgänger haben eine phantastische Arbeit geleitet. Das macht mir den Einstieg leicht.", erklärte Holger Bellinghoff unter dem Beifall der Delegierten.

Norbert Giesen wurde gebührend aus dem WFLV-Schulfußballausschuss verabschiedet. Dem Gremium des Regionalverbandes gehörte Norbert Giesen seit 1995 an. In den zurückliegenden drei Jahren übte er den Vorsitz aus. Für seine Verdienste im Schulfußball auf der koordinierenden Ebene des Regionalverbandes wurde Norbert Giesen mit der WFLV-Ehrennadel in Gold ausgezeichnet. Ebenso wie Norbert Giesen wurden auch Karl-Heinz Wirsen, Manfred Melcher, Dr. Klaus Balster, Helmut Nelskamp, Helmut Holländer, Andreas Balicki und Wolfgang Koschei für ihre Verdienste mit der WFLV-Ehrennadel in Gold ausgezeichnet. Die Silberne Ehrennadel erhielten Sabine Nellen und Detlef Knehaus.

Offizielle Verabschiedungen

Offiziell verabschiedet wurden auf Jugendtag des WFLV Manfred Deister (JFA-Vorsitzender), Norbert Giesen (SFA-Vorsitzender), Rolf Lüpertz (Beisitzer Jugendbeirat), Werner Ozdoba (Beisitzer Jugendbeirat), Ruben Graß (Beisitzer Jugendbeirat), Max Leuchter (Beisitzer Jugendbeirat), Angelika Weidner (Beisitzerin Jugendbeirat), Hubert Korte (Beisitzer Jugendspruchkammer), Karl-Heinz Lennartz (Beisitzer BDFL-Jugendgericht), Markus Sensen (Beisitzer BDFL-Jugendgericht), Friedrich-Wilhelm Stelkens (ehem. Vorsitzender Jugendspruchkammer). Ihnen gebührt für das langjährige Engagement der Dank der Fußballfamilie.

Der WFLV-Jugendtag hatte turnusgemäß auch wieder einige Änderungen der Jugendfußballordnung und der Jugendspielordnung zu bestätigen bzw. zu beschließen. Karl-Heinz Wirsen handelte diesen ebenso formellen wie spannenden Tagesordnungspunkt souverän ab.

Text: WFLV

Spielberechtigungen Regionalliga West