Westdeutscher Fussballverband e.V.
Leichtathletik 03.02.2015

Weitspringerin Lena Malkus
"fliegt" in Dortmund auf starke 6,54m

Westdeutsche Hallenmeisterschaften

Lena Malkus freute sich in Dortmund über ihre neue persönliche Bestweite.

Düsseldorf, Karlsruhe und Erfurt- das Konkurrenzangebot zu den westdeutschen Hallenmeisterschaften in Dortmund war recht groß. Dennoch fanden einige Spitzenathletinnen und -athleten den Weg in die Helmut-Körnig-Halle. Für das Glanzlicht sorgte Lena Malkus (Preußen Münster), die sechsten Versuch des Weitsprungs auf hervorragende 6,54m „flog“ und damit ihre erst eine Woche alte Bestweite um fünf Zentimeter verbesserte.

Die Vorbereitungen auf die Hallensaison verliefen für die neue Titelträgerin  alles andere als optimal. So musste die frühere Jugend-Olympiasiegerin wegen ihrer Probleme mit dem Oberschenkelbeuger das geplante Trainingslager in Südafrika absagen. Zu allem Überfluss  schmerzte Anfang Januar auch noch ihr Oberschenkelstrecker. Trotz des Ausfalls einiger wichtiger Trainingseinheiten ließ sich die Psychologie- Studentin jedoch nicht aus der Ruhe bringen. „Ausschlaggebend für mich heute war, dass ich meinen Anlauf umgestellt habe. Mit dieser Änderung bin ich hervorragend zurecht gekommen,“ strahlte die Athletin von Elke Barschat, die in Dortmund die Hallen-EM-Norm  nur um einen Zentimeter verpasste.

Lisa Kurschilgen mit erfreulicher Steigerung

Große Freude herrschte auch bei Lisa Kurschilgen (TV Wattenscheid), die sich als Zweite um einen Zentimeter auf ausgezeichnete 6,31m verbesserte und damit hinter Lena Malkus Vizemeisterin wurde. „Technisch ist noch nicht alles okay, aber ich will mich nicht beschweren,“ erklärte die junge Wattenscheiderin, die bisher eine viel versprechende Hallensaison hinlegte. Auch Klaudia Kaczmarek (LAZ Rhede) bot eine erstklasse Vorstellung und machte mit 6,30m einen respektablen Satz nach vorne.

Christina Haack dominierte auf der 200m-Distanz und wurde über 60m Vierte.

Düsseldorf, Karlsruhe und Dortmund- Inna Weit (LC Paderborn) absolvierte vier Rennen innerhalb von vier Tagen.. Die 60 Meter. fegte die 27-jährige Paderbornerin  in 7,40 Sekunden herunter und lag damit vor ihrer Teamkollegin Janina Kölsch (7,43 Sek.) und der Dortmunderin Katharina Grompe, die sich einer siebenmonatigen, verletzungsbedingten Wettkampfpause mit 7,44 Sekunden  zurückmeldete.

 „Dafür, dass ich heute Morgen erst um drei Uhr von Karlsruhe nach Hause gekommen bin, ist das eine Superleistung für mich. Hinzu kam, dass wir aus irgendwelchen Gründen 15 Minuten am Start warten mussten. Da war die Konzentration für mich hinüber,“ berichtete die Physiotherapeutin. Auf die Frage, ob  vier Rennen innerhalb von vier Tagen nicht etwas viel waren, antwortete Inna Weit: „Ich hätte an diesen Tagen ohnehin trainiert. Jetzt weiß ich, wo ich stehe. Bei den deutschen Meisterschaften in Karlsruhe werde ich auf jeden Fall über 60m starten. Mein 200m-Start ist dagegen noch fraglich.“

60m-Foto-Finish bei den Männern

Im 60m-Sprint der Männer war der Einlauf so knapp, dass sie Kampfrichter die zeitgleichen Maximilian Ruth (TV Wattenscheid) und Robert Polkowski (LT DSHS Köln) in 6,77 Sekunden  jeweils auf Platz eins setzten. Beide gehören dem Jahrgang 1994 an und sind damit in diesem Jahr noch in der U23-Klasse  startberechtigt. Maximilian  Ruth, dem anfangs ein Fehlstart unterstellt wurde, dann aber wieder zurückgenommen wurde, verbesserte sich im 60m-Finale  um eine Hundertstelsekunde. Robert Polkowski blieb eine Hundertssekunde über seiner bisherigen Bestzeit. „Mein Start war im Endlauf schwach. Da musste ich auf den letzten Meter richtig knautschen,“ sagte der Zweite der letzt jährigen deutschen U-23-100m-Meisterschaften, der sich wie Maximilian Ruth in diesem Jahr die U23-EM in Tallinn zum Ziel gesetzt hat.

Recht spannend gestaltete sich  die Entscheidung über 200m. Mit einem starken Finish konnte sich Michael Rigau (LT DSHS Köln) in 21,76 Sekunden vor Titelverteidiger Aleixo Platini Menge (Bayer Leverkusen, 21,79 Sek.) durchsetzen.

„Nach meinem Länderkampfeinsatz in Glasgow fehlte mir heute ein wenig die Frische. Dies machte sich bei mir vor allem in der Anfangsphase negativ bemerkbar, Hinten heraus war ich mit meiner Vorstellung zufrieden,“ erklärte der 29-jährige Kölner, der bei den deutschen Hallenmeisterschaften in Karlsruhe bei der 400m-Titelvergabe ein ernsthaftes Wörtchen mitreden möchte. Schließlich war er auf dieser Distanz 2012 schon einmal Meister und 2014 Vizemeister. Überhaupt nicht mit sich zufrieden war  Aleixo- Platini Menga (Bayer Leverkusen), der mit deutlich über seiner Hallenbestzeit von 20,92 Sekunden blieb. „Irgendwie war ich heute überpaced und konnte meinen Turbo nicht richtig zünden. Nun gilt es für mich, Ruhe zu bewahren. Ich werde mich umgehend mit meinen  Trainern Hans-Jörg Thomaskamp und Ronald Stein zusammensetzen und Ursachenforschung betreiben,“ kündigte der deutsche 200m-Hallenmeister 2012 an.   

Bei den Damen deutete Christina Haack (TV Wattenscheid) bereits eine Woche zuvor mit Zeiten von 7,38 Sekunden über 60m und 23,90 Sekunden über 200m an, dass in diesem Jahr nach ihres Achillessehnenproblemen wieder mit ihr zurechnen ist. Die 27-jährige Diplom-Verwaltungswirtin bei der Stadt Recklinghausen  verbesserte auf der langen Sprintstrecke ihre  persönliche Jahresbestzeit auf respektable 23,82 Sekunden und ließ damit der Kölnerin Friederike Möhlenkamp (24,01 Sek.) keine Chance. Trotzdem übte Christina Haack nach ihrem Erfolg Selbstkritik. „Wenn ich meine Trainingswerte und meine augenblicklichen 60m-Zeiten hochrechne, müsste ich eigentlich schneller sein. Aber, was nicht ist, kann ja noch werden, 2011 habe ich die Hallensaison mit 23,91 Sekunden begonnen und bin hinterher deutsche Hallenmeisterin mit 23,44 Sekunden geworden.“  

Im sechsten Versuch des Weitsprungs erwischte Stephan Zenker (TV Gladbeck) den Balken richtig und steigerte seine Jahresbestweite um acht Zentimeter auf erfreuliche 7,60m.

Yannik Kohle mit toller Steigerung

Einen großen Leistungssprung nach vorn machte auch Yannik Kohle (LG Dorsten), der sich im 3000m-Lauf der Männer als Sieger vor Michael Wilms (LG Olympia Dortmund, 8:30,50 Min.) auf hervorragende 8:26,00 Minuten verbesserte. „Yannik hat in letzter Zeit eine Super-Entwicklung gemacht. Dies hat sich auch schon im Training angedeutet. Allerdings hatte ich nicht mit der Zeit von 8:26,00 Minuten gerechnet,“ sagte sein Coach Leo Monz-Dietz. 

Keshia Beverly Kwadwo souverän über 60m

Bei den gleichzeitig ausgetragenen westdeutschen U18- Meisterschaften bestätigte Keshia Beverly Kwadwo (TV Wattenscheid) mit ihrem souveränen 60m-Erfolg in 7,59 Sekunden ihre augenblicklich gute Form. „Allerdings war der Lauf heute nicht ganz flüssig,“ urteilte die 15-jährige Wattenscheiderin hinterher. Den 60m-Titel bei den Jungen sicherte sich Simon Heweling (Weseler TV) in 7,05 Sekunden vor David Bese´ (DJK SG Tackenberg, 7,08 Sek.) und Torben Timmerhans (SV Brackwede, 7,15 Sek.).  

Text und Fotos: Peter Middel/FLVW

Spielberechtigungen Regionalliga West