Westdeutscher Fussballverband e.V.
Regionalliga West 08.12.2015

Schalke und Mönchengladbach in der Premier League

West-Regionalligisten spielen international

Schalke 04 spielt nicht nur in der Regionalliga, sondern auch international. (Foto: Mrugalla)

Wenn Borussia Mönchengladbach in dieser Saison in der Champions League antritt, schauen Zehntausende im Stadion und Millionen vor den TV-Geräten zu. Fast unbemerkt von der großen Öffentlichkeit mischten aber auch die Nachwuchskicker der „Fohlen“ bei einer Art „Europapokal für U 23-Mannschaften“ mit. Der „Premier League International Cup“ befindet sich aktuell in seinem zweiten Jahr. Neben Mönchengladbach nahm mit dem FC Schalke 04 eine weitere deutsche Mannschaft zum zweiten Mal teil.

Ins Leben gerufen wurde der Wettbewerb, der mit der UEFA Youth League für U 19-Teams nichts zu tun hat, von der englischen Premier League. Anders als in Deutschland nehmen die Zweitvertretungen dort nicht am regulären Spielbetrieb teil, sondern bleiben in einer Reserve-Liga „unter sich“. Duelle mit Traditionsvereinen - Mönchengladbach und Schalke bekommen es in der Regionalliga West unter anderen mit Klubs wie Rot-Weiss Essen, Rot-Weiß Oberhausen oder Alemannia Aachen zu tun - gibt es für die englischen Nachwuchskicker in der Meisterschaft also nicht. „Der Entwicklung tut es durchaus gut, sich regelmäßig auch gegen gestandene Profis behaupten zu müssen“, sagt Schalkes U 23-Trainer Jürgen Luginger im Gespräch mit FUSSBALL.DE .

Um diesem Nachteil zumindest ein Stück entgegen zu wirken, hatte die Premiere League den Wettbewerb zur Saison 2014/2015 eingeführt. Acht englische Mannschaften - die acht Erstplatzierten der Reserve-Liga haben ein Vorrecht - treffen jeweils in vier Vierer-Gruppen auf acht von der Premier League eingeladene Teams aus Europa. Das Teilnehmerfeld ist hochkarätig. Manchester City, FC Liverpool, PSV Eindhoven, Athletic Bilbao und FC Porto sind nur einige Mannschaften, die in dieser Saison an den Start gehen. Alle Spiele, selbst wenn etwa Bilbao auf Porto trifft, werden auf der „Insel“ ausgetragen.

Mönchengladbach jubelt auch in England (Foto: Mrugalla).

Titelverteidiger Manchester

Titelverteidiger ist Manchester City. Im Premieren-Endspiel hatten die „Citizens“ den FC Porto im eigenen Stadion 1:0 besiegt. Das ist eine weitere Besonderheit des Wettbewerbs: Gespielt wird nicht auf kleinen Sportplätzen oder auf dem Trainingsgelände, sondern in den großen englischen Arenen. In dieser Saison wird es einen neuen Sieger geben. Manchester City schaffte es nicht, die Gruppenphase zu überstehen.

Obwohl sich die Vorrunde - gespielt wird Jeder-gegen-Jeden ohne Rückspiel - erst auf der Zielgeraden befindet und kurz vor Weihnachten abgeschlossen wird, steht schon jetzt fest, dass auch die beiden deutschen Teilnehmer nicht am Viertelfinale teilnehmen werden. Voraussetzung dafür ist mindestens Rang zwei. Schon im letzten Jahr hatten es weder die Borussia noch die Schalker geschafft, die erste Gruppenphase zu überstehen.

Wertvoll ist für Jürgen Luginger vor allem die Erfahrung, die seine Spieler während der England-Trips sammeln. „Die Gelegenheit, sich mit gleichaltrigen Talenten aus ganz Europa messen zu können, bietet sich nicht häufig“, erklärt der 48 Jahre alte Ex-Profi, der neben U 21-Spielern (Stichtag für die aktuelle Spielzeit ist der 1. Januar 1994) auch drei ältere nominieren durfte. Auf A-Jugendliche verzichteten die Schalker im Gegensatz zu Mönchengladbach. Am sportlichen Ehrgeiz mangelte es nicht. Das beweist zum Beispiel die Rote Karte gegen Schalkes Torwart-Routinier Christian Wetklo beim 1:3 gegen Tottenham Hotspur wegen einer Unbeherrschtheit.

Essen mit dem Gegner

Bei der Organisation durften sich die Schalker und Gladbacher Nachwuchsspieler schon wie ihre Vorbilder aus der Bundesliga fühlen. Meist einen Tag vor den Partien ging es mit dem Flieger über den Ärmelkanal. Das Abschlusstraining fand auf einem Trainingsplatz der großen Klubs wie Tottenham Hotspur oder Manchester City statt. „Da bekamen sogar einige unserer Jungs noch große Augen“, so Luginger. Zu den England-Reisen gehörten selbstverständlich auch eine Hotel-Übernachtung sowie ein gemeinsames Essen mit dem Gegner nach den sportlichen Duellen.

Die - im wahrsten Sinne des Wortes „englischen Wochen“ - waren für die Mannschaft von Luginger eine Herausforderung, weil die Spieler diese „zusätzlichen Belastungen nicht unbedingt gewöhnt sind. Auf der anderen Seite waren die Partien in den großen Arenen auch Ansporn, um es später noch einmal als gestandener Profi dorthin zu schaffen.“ Die Einladungen für die dritte Auflage des „Premier League International Cup“ werden voraussichtlich im März oder April verschickt. Luginger: „Für uns ist der Wettbewerb eine gute Sache.“

Autor: fussball.de/mspw

 

Spielberechtigungen Regionalliga West