Westdeutscher Fussballverband e.V.
Leichtathletik 13.07.2015

Dauerregen verhinderte bessere Leistungen

Westdeutsche Leichtathletik-Meisterschaften

Daniel Jasinski versuchte, sein Wurfgerät immer trocken zu halten.

Der Regen, der erst am Ende der Veranstaltung aufhörte, machte vielen Athletinnen und Athleten bei den westdeutschen Meisterschaften in Recklinghausen einen Strich durch die Rechnung. So hatte sich Daniel Jansinski (TV Wattenscheid) im Diskuswerfen eine bessere Weite als 61,44m erhofft.

Mit dieser Leistung setzte er sich recht deutlich vor dem Leverkusener Benedikt Stienen (56,94m) durch. „Die äußeren Bedingungen waren heute alles andere als optimal. Körperlich habe ich mich gut gefühlt, aber das war`s schon. Am Dienstag werfe ich in Luzern. Dort hoffe ich, deutlich weiter zu werfen. Die WM-Norm von 65,00m habe ich auf jeden Fall drauf,“ befand der 26-jährige Wattenscheider, der in diesem Jahr bereits 64,49m erzielte.

Katharina Molitor lediglich 53,21m im Speerwerfen

Auch das Speerwerfen der Frauen litt unter dem Dauerregen, sodass sich die Olympiasechste von London Katharina Molitor (Bayer Leverkusen), die in diesem Jahr schon 62,08m warf, mit bescheidenen 53,21m begnügen musste. „Das war heute nicht mein Tag,“ kommentierte die 31-jährige Leverkusenerin, der überhaupt nicht behagte, dass sie beim Einwerfen nur zwei Probewürfe absolvieren durfte. Im Hinblick auf die DLV-Titelkämpfe in Nürnberg befindet sich Katharina Molitor zurzeit voll im Plan. „Wegen der widrigen Witterungsverhältnisse habe ich heute auf meine letzten beiden Versuche verzichtet, weil mir die Verletzungsgefahr einfach zu groß war. Nun setze ich ganz auf den Wettkampf am kommenden Dienstag in Luzern. Danach sehe ich weiter,“ sagte die Athletin von Helge Zöllkau.

Denise Hinrichs ändert Technik

Ganz auf „Nummer sicher“ ging bei dem Regen auch Denise Hinrichs (TV Wattenscheid), die in dieser Saison schon 17,20m erreichte. Die frühere Junioren-Europameisterin, die nach einer langen Verletzungsserie wieder fit ist, stieß lediglich aus dem Stütz und erreichte mit dieser Technik als Siegerin noch respektable 16,32m. „Bei diesem Stützstoßen kann man noch anderthalb Meter drauf rechnen. Dann müsste ich bei der Weite sein, die ich augenblicklich aufgrund meiner Trainingsleistungen erzielen kann. Nur fehlt mir dazu momentan der entsprechende Wettkampf,“ meine die 28-jährige Wattenscheiderin.

Jonas Hanßen 46,60 Sekunden über 400m

Im 400m-Lauf verbesserte sich der erst 19-jährige Jonas Hanßen (SC Myhl) über 400m um beachtliche 1,16 Sekunden auf vielversprechende 46,60 Sekunden und siegte damit vor Alhagie Drammeh (TG Werste, 46,95 Sek.). Hanßens Spezialdistanz ist die 400m-Hürdenstrecke, auf der er mit 49,87 Sekunden die aktuelle DLV-Bestenliste anführt. Der Schützling von Harald Eifert hatte sich mit dieser Zeit auch für die U23-EM in Tallinn qualifiziert. Da er in diesem Jahr jedoch fünfmal an einem grippalen Infekt erkrankte, verzichtete er auf die EM. „Jonas kann momentan einen guten Lauf heraushauen, aber noch kein Turnier bestreiten. „Nach seinen 49,87 Sekunden über 400m-Hürden vor zwei Wochen in Mannheim hatte ich solch eine Zeit wie in Recklinghausen von ihm erwartet,“ sagte Harald Eifert. Bei den deutschen Meisterschaften in Nürnberg wird Jonas Hanßen über 400m-Hürden starten und zählt dort zu den Titelaspiranten.

Steven Müller gute 21,34 Sekunden über 200m

Im 200m-Lauf gefiel Steven Müller (LC Paderborn) auf regennasser Bahn mit 21,34 Sekunden. „Für die schlechten Bedingungen bin ich mit dieser Zeit mehr als zufrieden,“ kommentierte der zweifache deutsche Hochschulmeister, der auch gerne noch die 100m gewonnen hätte. Allerdings musste er sich auf dieser Distanz wegen eines schwachen Starts als Zweiter mit 10,84 Sekunden zufrieden geben. Den Titel ging an Marcel Kirstges (LG Rhein-Wied) mit 10,79 Sekunden.

Bei den Frauen lag Janina Kölsch (LC Paderborn) über 100m in 11,91 Sekunden vorn. „Wenn ich bedenke, dass ich in dieser Saison schon 11,65 Sekunden gerannt bin, ist das schon enttäuschend,“ bemerkte die 24-jährige Paderbornerin. Ihre Teamkollegin Josefina Elsler, die sich ebenfalls Titelchancen ausgezeichnet hatte, schied bereits im Vorlauf nach einem Fehlstart aus. Christiana Haack (TV Wattenscheid) die zwei Tag zuvor in Zeulenrola gestartet war, verzichtete nach einem kurzen Aufwärmen wegen des Regens auf ihre Teilnahme.

Lisa Kurschilgen: "Kampfrichter gaben Ihr Bestes"

Ein „Opfer“ des Wetters wurde auch Lisa Kurschilgen (TV Wattenscheid), die als Zweite im Weitsprung mit 5,81m die DM-Norm von 6,35m verfehlte. „Ich kann nun guten Gewissens sagen, dass die Wetterbedingungen der Grund für diese Leistung sind“, meinte die Hallen-DM-Dritte von Karlsruhe, „obwohl die Kampfrichter ihr Bestes gegeben haben, stand die Anlaufbahn zum Teil unter Wasser. So kann man leider nicht schnell und frei anlaufen. Ich bin mir sicher: Spätestens in der Hallensaison werde ich wieder da anknüpfen können, wo ich bei den diesjährigen Deutschen Hallenmeisterschaften aufgehört habe.“

Im abschließenden 5000m-Lauf lieferten sich Thorben Dietz (LG Dorsten) und Taher Belkorchi (Bayer Leverkusen) ein spannendes Duell, das der Leverkusener im Spurt in 14:36,02 zu 14:36,69 Minuten knapp für sich entschied. „Dass es im Finish für mich schwer werden würde, war mir klar. Trotzdem habe ich es versucht. Der Lauf war für mich eine ideale Vorbereitung auf die deutschen Meisterschaften in zwei Wochen in Nürnberg, wo ich ebenfalls über 5000m starten werden,“ betonte Thorben Dietz.

Text und Fotos: Peter Middel

Weitere Informationen finden Sie auf der Homepage des FLVW.

 

Spielberechtigungen Regionalliga West