Westdeutscher Fussballverband e.V.
Jugend-Fußball 12.09.2013

Westfale Horst Hrubesch kommt an:
Trainer und Freund für Fußball-Junioren

Erfolgreich mit den Fußball-Junioren: Horst Hrubesch (Foto: Getty)

von Roland Leroi/WFLV

Disziplin, Siegermentalität und vor allem Eigenverantwortung: Trainer Horst Hrubesch sieht seinen Aufgabenbereich bei den deutschen U 21-Fußballern nicht nur in der sportlichen Ausbildung. Die Methoden des früheren Kopfball-Ungeheuers kommen bei der heutigen Generation Jung-Profis an.

 Horst Hrubesch gehört nicht zu den Trainern, die ihre Spieler vor vollendete Tatsachen stellen. Als der Coach der deutschen U 21-Fußballer zum Start der EM-Qualifikation einen neuen Kapitän suchte, fragte er einfach die Mannschaft. "Ich habe den Spielern gesagt, dass sie sich Gedanken machen und einen Kapitän aussuchen sollen. Mit ihrer Entscheidung war ich einverstanden", erklärte Hrubesch.

"Eine Menge lernen"

Die für ihn keineswegs ungewöhnliche Maßnahme gehört bei ihm zur Junioren-Ausbildung, in der den Spielern wichtige Impulse für die weitere Karriere auf den Weg gegeben werden sollen. "Von diesem Trainer können wir wirklich eine Menge lernen. Er ist sehr erfahren", sagte der Hoffenheimer Kevin Volland, der nunmehr als Kapitän nominiert wurde.

Bei Hrubesch, der seit diesem Sommer wieder das wichtigste deutsche Nachwuchsteam betreut, hat das Methode: "Entscheidend ist doch, dass die Spieler bei der U 21 erstmals selbst Verantwortung übernehmen können und nicht nur dabei sind", erläutert der 62-Jährige. Bei den Junioren kommen solche Maßnahmen an. "Der Trainer gibt uns klare Richtlinien vor. Er sagt aber auch, dass wir als Mannschaft funktionieren und viel selber regeln müssen", meinte Volland.

"Vaterrolle"

U 21-Teamkollege Antonio Rüdiger vom VfB Stuttgart mag dem nur zustimmen. "Der Trainer weiß, wie ich ticke und nimmt für mich außerhalb des Platzes fast eine Vaterrolle ein. Er genießt den Respekt der ganzen Mannschaft", erläuterte der Verteidiger, der Hrubesch wie einige weitere Spieler schon von jüngeren Auswahlteams beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) kennt. Seit über 13 Jahren arbeitet der Coach für den DFB.

Hrubesch weiß, wie er die Jungprofis anpacken muss. Seine offene und ehrliche Art mit dem Herz auf der Zunge kommt an. Disziplin und Siegermentalität fordert er von den Talenten ein. Die Zielsetzung, mit den Junioren bei der EM 2015 in Tschechien eine dominante Rolle zu spielen, hat er den Youngstern bereits deutlich vermittelt. "Die sind doch so wie wir früher. Die Jungs träumen nicht, sondern haben klare Vorstellungen und sind bereit, Dreck zu fressen", beschrieb Hrubesch bereits 2009 die "heutige Generation Jungfußballer" aus seiner Sicht.

Von Zebec und Happel geprägt

Damals hatte der von den legendären Trainer Branko Zebec und Ernst Happel geprägte Westfale die deutsche U 21 in Schweden zum bisher einzigen EM-Titel geführt. "Hrubesch war nicht nur ein Trainer für uns, sondern ein Freund. Das hat er uns von der ersten Minute an gesagt und gezeigt", erinnert sich Keeper Manuel Neuer, der wie Mesut Özil oder Sami Khedira, den Sprung von der U 21 in die A-Nationalmannschaft nahezu übergangslos schaffte. Unter Rainer Adrion, der die U 21 von 2009 bis Juni 2013 betreute, blieben derlei Erfolge aus.

Deutscher Meister, Europacup-Sieger, Europameister als Spieler und Trainer: In seiner Karriere hat Hrubesch, der einst als "Kopfball-Ungeheuer" Furore machte, schon eine Menge erreicht. Der WM-Titel und eine Olympia-Medaille fehlen ihm noch. Zumindest auf das Edelmetall arbeitet er hin. Bei der U 21-EM 2015 wird auch die Qualifikation für Olympia 2016 in Rio de Janeiro ausgespielt. "Rio ist unser Ziel", sagte Hrubesch, der seine Trophäensammlung dann pünktlich vor dem Eintritt ins Rentenalter erweitern könnte.

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