Westdeutscher Fussballverband e.V.
Futsal 23.02.2016

Bonn entscheidet Kellerduell deutlich für sich

16. Spieltag in der WFLV-Futsal-Liga

Bonns John Rausch setzt zum Torschuss an (Foto: Boris Hempel/rheinzoom.photo).
Bonns John Rausch setzt zum Torschuss an (Foto: Boris Hempel/rheinzoom.photo). - Klicken Sie auf das Bild für eine Slideshow

Mit einem 8:2 (2:2) Sieg gegen das Schlusslicht PSV Wesel-Lackhausen erarbeiteten sich die Bonner Futsal Lions ihren höchsten Saisonsieg. Nach einer schläfrigen ersten Halbzeit mit wenig Bewegung im Spiel und einer eher kampfschwachen Vorstellung der Bonner Akteure präsentierten sich die Lions in den letzten 20 Minuten mit einer besseren Körpersprache. Der wichtige Sieg lässt die Hoffnung des Klassenerhalts weiterhin leben.

Es ging um alles oder nichts für beide Teams, die punktgleich am Tabellenende standen. Eine Niederlage würde praktisch für jeden den sicheren Abstieg bedeuten. Die Partie begann mit einer langen und langsamen Abtastphase. Die Bonner standen tief und wollten die Konter-Lücken ausnutzen. Wesel spielte bereits früh auf Risiko mit offensiver Beteiligung ihres Keepers Christian De Groodt, der dann auch mit einem Distanzschuss den ersten Treffer der Partie erzielte. Bonn reagierte rasch und drehte das Spiel durch zwei Treffer von Niclas Hoffmans und Dennis Prause. Die Lions kamen zu guten Kontermöglichkeiten, die ungenutzt blieben. Aber ein zu passives Abwehrverhalten erlaubte den Ausgleich und so mussten die Lions mit einem 2:2 in die Halbzeitpause gehen.

In den zweiten 20 Minuten konnten die rund 40 Zuschauer eine energische und kämpferische Spielweise der Lions miterleben. Zwar mussten Akteure und Zuschauer fast acht Minuten auf den nächsten Treffer warten, aber danach ging es Schlag auf Schlag. Prause schoss die Tore drei und vier, bevor Slava Schipunow vom 10-Meter Punkt auf 5:2 erhöhte. Es folgten dann die Treffer von Dario Sánchez-Copano, erneut Prause und Erick Waldschütz. Zum ersten Mal in der Saison spielten die Lions eine Halbzeit ohne Gegentreffer und haben nun noch theoretische Chancen auf den Klassenerhalt.

Titelaspirant Schwerte spielt ohne Mister Futsal zu Null

Zum zweiten Mal in dieser Saison fehlte Nils Klems, zum zweiten Mal emanzipierte sich die Mannschaft von Mister Futsal und gewann. Die Holzpfosten erzwangen zu Beginn viel Ballbesitz und erarbeiteten sich viele Einschusschancen, für die Führung war aber eine Eckenvariante vonnöten. In der Folge verteidigten die Pfosten tiefer, um den Gegner auszukontern. Nach einer Unachtsamkeit setzte Coke Nebgen seinen Körper ein, der Schiedsrichter erkannte nicht nur auf Foulspiel und Sechsmeter, sondern auch eine Notbremse inklusive glatt Roter Karte. Den Sechsmeter setzten die Siegener an den Pfosten, den Nachschuss fischte Graudejus von der Linie. In Unterzahl ließen die Pfosten nicht nur kein Gegentor zu, sondern trafen sogar kurz vor der Halbzeit durch Sandro Jurado Garcia zum 2:0. Es folgten die Tore drei und vier – und die stark ersatzgeschwächten Siegener waren geschlagen. Zum Schluss hieß es 8:0 für den amtierenden Deutschen Vizemeister, wodurch er seinen Platz an der Sonne souverän behauptete. „Die Rote Karte tut natürlich weh“, so Coach Daniel Otto, „ich bin aber froh, dass wir uns davon nicht aus dem Konzept haben bringen lassen. Dass es am Ende 8:0 ausgeht, tut mir für die Siegener leid, aber wir haben in dieser Saison noch viel vor und müssen jede Chance nutzen, uns noch mehr Selbstvertrauen zu holen!"

UFC Paderborn siegt im Bayer-Sportpark nur knapp

Die Unikicker aus Paderborn waren nur mit einem kleinen Kader an den Niederrhein gereist, so dass selbst Coach René Wegs mit aufs Spielfeld musste. Am Ende hatten sie mit 4:3 (0:2) knapp die Nase vorn, was aber keine Veränderung in ihrer Tabellensituation bedeutet.

Zu Beginn dominierte der UFC klar, bekam das Leder aber bei besten Möglichkeiten nicht im Bayer-Gehäuse unter. So plätscherte das Spiel fast 15 Minuten vor sich hin. Der UFC vergab mehrere Chancen, hatte Bayer aber im Griff. Aus dem Nichts schaffte dann Uerdingens Ausnahmespieler Robert Nospack nach einer Einzelleistung das 1:0. Der Schuss wurde noch abgefälscht und war daher nicht haltbar für Torhüter Heisener. Paderborn setzte nichts dagegen und Uerdingen kann durch einen starken Spielzug mit 2:0 in Führung gehen, was auch gleichzeitig den Halbzeitstand bedeutete.

Eine 2:0-Führung bedeutet im Futsal ja bekanntlich nicht allzu viel, und tatsächlich meldete sich der UFC zurück: Hansmeier trifft nach Werner Vorlage zum Anschluss. Nur Sekunden später schnappt sich Hansmeier erneut die Kugel und passt auf Nesic, der eiskalt den Torhüter verlädt und gekonnt zum Tunnel ansetzt - 2:2 Ausgleich! Eine kurze Unaufmerksamkeit der Ostwestfalen und Uerdingen erhöht durch einen sehenswerten Treffer auf 3:2. UFC Stürmer Niidas bekommt im Anschluss den Ball von Nesic und schießt in bester Ronaldinho–Manier mit der Pike ins Tor. Danach verliert Bayer etwas die Nerven und schwächt sich selber. Die Folge: Rot nach Notbremse. In der Überzahlphase trifft Welker, der nach langer Zeit wieder im Kader stand, zur erstmaligen Führung. Und diese sollte der UFC auch nicht mehr aus der Hand geben. Eine erneute Überzahlphase nach einem heftigen Foul spielten die Paderborner gut aus, trafen aber nicht. Auch Schimmler schaffte in zwei Versuchen nicht den erhofften Treffer von der 10-Meter-Linie. So blieb es bis zum Schluss spannend, wobei die Bayer-Fünf die Punkte im Abstiegskampf eher gebraucht hätte, für den UFC verbleibt Platz 5 im gesicherten Mittelfeld.

Furiose Aufholjagd der Kölner Futsal Panthers

Mit einem ausgedünnten Kader fuhr der UFC Münster zum Auswärtsspiel bei den Futsal Panthers Köln, um sich einerseits für die Hinspielpleite revanchieren zu wollen und andererseits die Saison noch möglichst erfolgreich zu Ende zu bringen. Die Panthers aus Köln dagegen waren am vorangegangenen Spieltag auf den dritten Platz abgerutscht und mussten auf Sieg spielen, um bei Ausrutschern der Erst- und Zweitplatzierten noch die Chance zu wahren, in der Tabelle wieder vorzurücken und einen der begehrten Plätze fürs Viertelfinale der Deutschen Meisterschaft zu ergattern.

Die ersten Minuten des Spiels brachten keine zählbaren Erfolge, und die Null stand bei beiden Teams. Der UFC kam jedoch zu immer besseren Kombinationen und konnte zwei schöne Spielzüge mit Toren von Solisch und Holling zu einer verdienten 2:0-Führung abschließen. Die Angriffe der Kölner wurden energischer, waren aber zu oft fehlerhaft in der Ausführung. Dies führte zu einem Konter der Münsteraner, den UFC-Urgestein Julian Offermann zum 3:0 nutzte. Nur noch wenige Minuten waren bis zur Halbzeit zu spielen, und die Defensive des UFC wurde zunehmend unkonzentrierter. Die Kölner Panthers konnten daraus jedoch noch kein Kapital schlagen; im Gegenteil, Solisch erhöhte per Kopf abermals für den UFC Münster zum 4:0, doch Köln verkürzte durch Pascal Wenker auf Assist von Timo Heinze zum 1:4 Halbzeitstand. Was sich gegen Ende der ersten Hälfte bereits andeutete, nahm in der zweiten Hälfte seinen Lauf. Das Kombinationsspiel der Münsteraner wurde zunehmend ungenauer und die einzelnen Aktionen - trotz Führung - hektischer. Zwar konnten auch die Kölner zunächst aus ihrem Angriffsspiel keinen großen Druck aufbauen, doch spätestens nach dem Anschlusstreffer zum 4:2 durch Kapitän Heinze war das Momentum aufgrund der Individualmotivation der Kölner Spieler auf Seiten des Gastgebers. Folgerichtig fiel erst das 4:3 und ein Foul brachte einen 10-Meter-Strafstoß, den Fabian Schmidts dann in der 37. Minute zum Ausgleich nutzte. Die Panthers Köln witterten nach dieser furiosen Aufholjagd die Sensation und setzten angesichts der Tabellensituation alles auf eine Karte. Der Mut wurde belohnt und über den Einsatz des Flying Goalkeepers konnten die Domstädter wenige Sekunden vor Schluss den Führungstreffer erzielen. Da Sennestadt sein Heimspiel gegen Aachen ebenfalls gewinnen konnte, lauern die Kölner weiterhin auf einen Ausrutscher der beiden Erstplatzierten.

MCH Sennestadt fertigt Abstiegskandidat SC Aachen mit 7:1 ab

Einen wichtigen Schritt Richtung Qualifikation zur Deutschen Meisterschaft konnten die Kicker vom Matthias-Claudius-Haus Sennestadt am drittletzten Spieltag machen. 7:1 hieß es am Ende gegen völlig überforderte Aachener, die sich aber dennoch tapfer wehrten. So stand es zur Halbzeit auch erst 1:0 für die Ostwestfalen, Adem Kacar hatte seine Mannen in der 13. Minute durch einen sehenswerten Freistoß in Front gebracht. Und obwohl sich den Sennestädtern im ersten Durchgang zahlreiche Großchancen boten, kam dennoch nichts Zählbares dabei heraus. Nach dem Seitenwechsel dominierte der Tabellenzweite vor den zahlreichen Zuschauer in der Sporthalle Sennestadt Süd das Geschehen und innerhalb von nur vier Minuten schraubte Sennestadt das Ergebnis auf 5:0 in die Höhe. Memos Sözer fiel durch einige tolle Einzelaktionen, aber auch durch sehr mannschaftsdienliches Spiel auf. Er bereitete das 3:0 von Serdar Öksüz mustergültig vor. Sözer selbst krönte seine Leistung mit einem Lupfer zum 6:0. Zwei Minuten vor Ende führte das MCH gar mit 7:0, der Anschlusstreffer eine Minute vor Schluss sollte nur noch Ergebniskosmetik sein. „Mit der zweiten Halbzeit bin ich wirklich total zufrieden. Ich glaube, den Zuschauern hat es auch wieder sehr gut gefallen", resümierte Coach Yasin Kacar.

Text: WFLV/Vereine

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