Westdeutscher Fussballverband e.V.
Verbandsnews 13.07.2013

Manfred Deister einstimmig
zum WFLV-Jugendobmann gewählt

Nachfolger von Peter Frymuth:
WFLV-Jugendtag 2013 in Duisburg

Der Jugendfußballausschuss wurde auf dem WFLV-Jugendtag 2013 neu gewählt: Manfred Deister (Vorsitzender), Harald Ollech, Marko Tillmann, Michael Kurtz (alle stellv. Vorsitzende), Norbert Giesen (Vorsitzender SFA), Sabine Nellen (Vorsitzende MFA), Klaus Degenhardt, Klaus Koglin, Karl-Heinz Wirsen, Manfred Melcher, Laura Hayen, Alexandra Spiekermann. (Foto: Andrea Bowinkelmann)

Manfred Deister ist neuer Vorsitzender des Jugendfußballausschusses des Westdeutschen Fußball- und Leichtathletikverband (WFLV). Der Gütersloher wurde auf dem ordentlichen Jugendtag des WFLV, der turnusgemäß am 13. Juli 2013 in Duisburg abgehalten wurde, von den 179 Delegierten einstimmig in dieses Amt gewählt. Damit tritt Manfred Deister die Nachfolge von Peter Frymuth an.

Ehrengäste aus Sport und Politik

Peter Frymuth, der den Jugendtag eröffnete, freute sich, viele Ehrengäste aus Sport und Politik begrüßen zu können. Unter anderem gehörten Dr. Ulrike Kraus aus dem NRW-Sportministerium,  DFB-Jugendobmann Hans-Dieter Drewitz und natürlich WFLV-Präsident Hermann Korfmacher zu den Ehrengästen. "Diese Gästeliste macht uns stolz", sagte Frymuth, der ergänzte: "Im Zentrum des Jugendtages stehen natürlich die Delegierten."

Frymuth: "Ein besonderer Tag"

"Für mich ist es ist besonderer Tag", erklärte Frymuth, der nach vielen Jahren intensiver Arbeit letztmalig als Jugendobmann am Rednerpult stand. Bereits einige Wochen zuvor wurde der Düsseldorfer zum Vorsitzenden des Fußballverbandes Niederrhein gewählt und gehört dem WFLV-Präsidium künftig als Vizepräsident an.  "Es wäre naheliegend, Peter Frymuth als den Quell ewiger Jugend zu bezeichnen. Einerseits, weil er sich – wie der Nachwuchs etwas despektierlich zu sagen pflegt – für „sein Alter recht gut gehalten hat“. Belastung und Zeitaufwand für seine vielfältigen Aufgaben im Verband sind ihm jedenfalls nicht anzusehen. Vor allem aber, weil sein Name mit dem Jugendfußball in Nordrhein-Westfalen bereits seit einer ganzen Dekade in engster Verbindung steht", sagte Hermann Korfmacher in seiner Würdigung. Schon 1973, als Peter Frymuth noch die Fußballschuhe für die Junioren des SV Lohausen schnürte, übernahm er den Posten des Jugendgeschäftsführers bei seinem Heimatverein. Noch in den 70ern wurde er Vorsitzender im Kreisjugendausschuss Düsseldorf und Kreisjugendobmann des FVN.

 

Der WFLV-Jugend wurde in der Sportschule Wedau abgehalten. (Foto: Bowinkelmann)

"Peter Frymuth war und ist ein Glücksfall für den Fußball. Einer, der überall seine Spuren hinterlassen hat. Er arbeitet kreativ und kämpft mit Hingabe für die Sache, von der er überzeugt ist. Dass sein Leben schon sehr stark zum Fußball orientiert sei, hat Peter Frymuth mal in jungen Jahren in einem Interview erzählt. Das ist herzlich gesagt noch untertrieben. Nachzulesen ist das in den Archiven des DFB, in dessen Gremien Peter Frymuth bis zum Vorsitz im DFB-Jugendausschuss natürlich ebenfalls seit langem mitarbeitet", meinte Hermann Korfmacher.

1983 hatte Peter Frymuth seine erste ehrenamtliche Arbeit auf regionaler Ebene begonnen. Am 2. Juli 1983, also heute vor über 30 Jahren, wurde er Mitglied im Jugendbeirat des WFV. Schon drei Jahre später wurde er als Beisitzer in den WFV-Jugendausschuss und in den Technischen Ausschuss gewählt. Dies im übrigen mit einem überragenden Ergebnis, wie es bei Peter Frymuth nahezu Normalität ist. Denn welch großes Vertrauen Peter Frymuth stets im Jugendfußball genossen hat, wurde immer wieder eindrucksvoll unter Beweis gestellt. 2010 zum Beispiel folgte nach seiner einstimmigen Wahl im Fußballverband Niederrhein die ebenfalls einstimmige Wahl im WFLV als Jugendobmann. Kurz darauf wurde er auch im Amt des Jugendausschussvorsitzenden im DFB bestätigt – natürlich einstimmig.

"Das uneingeschränkte Vertrauen erarbeitete sich Peter Frymuth, weil er es mit großem Engagement zurückzahlte. Viel ist in den zurückliegenden Jahrzehnten auf Initiative von Peter Frymuth und seinen Mitstreitern in die Wege geleitet worden", erklärte Hermann Korfmacher.

"Demographischer Wandel ist ganz anschaulich für jedermann"

In seinem Grußwort ging WFLV-Präsident Hermann Korfmacher auf die Herausforderungen für die Zukunft ein: "Kollege Dr. Rainer Koch hat es unlängst beim FLVW Verbandstag auf den Punkt gebracht: „Wer 2002 nicht geboren wurde, kann 2012 nicht in der E-Jugend spielen“. Demographischer Wandel ist ganz anschaulich für jedermann. Er ist nicht abstrakt, er ist ganz konkret und hat zur Folge, dass die Zahl der Aktiven sinkt, die Vereine einen noch nie da gewesenen Aderlass erleben - insbesondere in den ländlichen Regionen. Und wir werden nicht nur immer weniger, die Wenigen sind auch zunehmend ganztags „beschäftigt“. Vom Kindergarten an wird eine stetig wachsende Zahl von Kindern bis 15 oder 16 Uhr betreut. Das stellt die Vereine vor enorme Probleme. Es wird nun auch mit der OGS um Hallenzeiten konkurriert, die Planung des Trainingsbetriebes wird erschwert. Das sind alles wohlbekannte Fakten."

Am Rednerpult: Peter Frymuth bedankte sich für die Unterstützung (Foto: WFLV/Leroi).

Hermann Korfmacher ermunterte die Delegierten in ihren Bemühungen nicht nachzulassen. "was tun?, ist die Kernfrage. Neue Angebotsformen auch für Kinder, um klassische Sportarten wie beispielsweise die Leichtathletik wieder populärer zu machen. Das ist ein erster wichtiger Schritt, aber nur ein Baustein. Denn den Kindern und Jugendlichen fehlt mittlerweile die Geduld, die es gerade in diesem Bereich braucht, um in die Spitze vorzustoßen. Wenn es irgendwann nur noch um Bruchteile von Sekunden oder Zentimeter geht, ist die Gedulds- und Aufmerksamkeitsspanne der Jugendlichen schnell erschöpft. Nicht bei allen, aber bei vielen. Denn der schnelle Erfolg wird propagiert, das sichtbare Ergebnis zählt. Auch da müssen wir auf den Nachwuchs einwirken, dass es manchmal einen langen Atem braucht, bevor die Früchte der Arbeit geerntet werden können."

Vor der Zukunft soll keinem bange sein. "Wir stehen weiterhin im regen Kontakt mit der Landesregierung und auch dem Landessportbund NRW, um die Interessen für den Jugendfußball zu wahren. Die Basisarbeit wird aber in den Landesverbänden und in den Kreisen geleistet. Hier sind wir allen Sportfreundinnen und Sportfreunden, die engagiert den Nachwuchsfußball unterstützen, zu Dank verpflichtet. Bewährt hat sich ein starker westdeutscher Verband, der idealerweise eine gewichtige Stimme beim LSB hat. Nur so können wir auch an allen relevanten Stellen Einfluss auf für uns und unsere Vereine wichtige Entscheidungen nehmen. Wir sind stolz auf unseren guten Draht zur nordrhein-westfälischen Politik, den für uns relevanten Ministerien und die Sportstiftung NRW. Diese optimalen Beziehungen wollen wir auch in Zukunft gerne nutzen", erklärte Hermann Korfmacher unter dem anerkennenden Applaus der Delegierten.

Grußwort von Hans-Dieter Drewitz

Dass die Herausforderungen gemeistert werden können, konnte DFB-Jugendobmann Hans-Dieter Drewitz nur bestätigen. "Der deutsche Jugendfußball ist des EM-Ausscheidens der U 21 und der verpassten Qualifikation der U 19 gut aufgestellt", erklärte Drewitz in seinem Grußwort. Gleichwohl stellte Drewitz fest, dass "wir zuletzt keine gute U 19 hatten." Das liege auch daran, dass bisweilen nicht alle eingeladenen Spieler bei den Lehrgängen erscheinen. Wir brauchen gerade im Bereich U 19 einen Pakt mit den Vereinen", meinte Drewitz.

 "Wachsende Bedeutung des Nachwuchsfußballs"

"Die stetig wachsende Bedeutung des Nachwuchsfußballs erleben wir im nahezu wöchentlichen Rhythmus auf den Plätzen der Senioren. Dabei müssen wir keinen Unterschied zwischen Profis und Amateuren machen. Denn in allen Bereichen sind vermehrt Talente aktiv, die durch die gute Ausbildung in ihren Vereinen in den Fokus rücken und Verantwortung übernehmen. Das könnten wir nicht nur an Nationalspielern wie Mario Götze, Julian Draxler oder Marc-Andre ter Stegen festmachen. Auch in der Regionalliga oder der Bezirksliga wirkt so mancher Nachwuchsfußballer heute wesentlich ausgereifter als in früheren Zeiten", befand Hermann Korfmacher in diesem Zusammenhang in seinem Grußwort.

Der Jugendtag des Westdeutschen Fußball- und Leichtathletikverbandes wurde als ein perfekter Anlass genutzt, auf die vergangenen drei Jahre intensiver Arbeit in und mit den Landesverbänden zu blicken, Bilanz zu ziehen und sich für die Herausforderungen der Zukunft aufzustellen. Als Quintessenz wurde bilanziert, dass es weiterhin viel Potenzial gibt, die bisher geleistete Arbeit noch positiver zu gestalten. Es wurde einiges erreicht, aber ein Limit ist nicht gesetzt.

Eine zukunftsorientierte Arbeit für den Jugendfußball ist wichtiger denn je. Der WFLV stellt sich dieser Aufgabe in vielfältiger Manier. Eine Selbstverständlichkeit ist mittlerweile der Spielbetrieb im WFLV-U 14-Cup, durch den Talente in einer höchstprägnanten Altersklasse so intensiv wie in keinem anderen Regionalverband gefördert werden. Wer die Kaderlisten der vergangenen Jahre mit aktuellen Mannschaftsaufstellungen aus der Bundesliga vergleicht, wird feststellen, dass die herausragenden Spieler aus NRW ihr Talent in dem durch den WFLV eingerichteten Spielbetrieb ausschöpfen und erweitern konnten. Diese Zwischenbilanz bestärkt in der Überzeugung, dass einiges auf den Weg gebracht worden ist und auch in Zukunft eingeleitet wird.

Thematisiert wurde auf dem Jugendtag mehrfach der demographische Wandel. Die demografische Entwicklung ist schließlich weiterhin ein Faktum, das nicht wegdiskutiert werden kann. Menschen werden immer älter in Deutschland. Dazu kommt das Problem, dass immer weniger Kinder geboren werden. Dies ist kurz beschrieben die Problematik, die mit dem Thema demographischer Wandel einher geht. Bis zum Jahr 2050 wird die Bevölkerung in Deutschland um rund sieben Millionen Menschen auf insgesamt 75 Millionen schrumpfen, hat das Statistische Bundesamt berechnet. Die Auswirkungen erleben die Fußballvereine heute schon an der Basis. Um nur ein Bespiel aus der großen Familie des westdeutschen Fußballs zu nennen: In Bottrop, im Herzen von NRW, sind nach aktuellen Erhebungen knapp 8000 Kicker in Vereinen aktiv, 1997 waren es mehr als 10.000 Fußballer. Die Entwicklung der Einwohnerzahlen legen zudem nahe, dass sich die Fußballvereine auf eine weitere Reduzierung der Mitgliederzahlen einstellen müssen.

"Es muss allen bewusst sein, dass Sportplätze die kostengünstigsten Freizeiteinrichtungen in den Städten sind", erklärte Peter Frymuth. In diesem Zusammenhang forderte er die Unterstützung des Ehrenamts mit Nachdruck ein. "Wir müssen den Vereinen nicht als Dienstleister, sondern eher als Kümmerer helfen", sprach Peter Frymuth veränderte Zeiten in der Nutzung der Sportplätze an. Teilweise stehen weniger Kapazitäten zur Verfügung, weil der Nachwuchs auch durch schulische Belastungen mehrfach erst am Abend trainieren kann.

 Blick auf den Mädchenfußball

Zudem richtete Frymuth einen starken Blick auf den Mädchenfußball. "Das Bewusstsein, sich in den Jugendabteilungen frühzeitig um das einzelne Mädchen zu kümmern, muss intensiver werden. So schaffen wir es, Mädchen für den Fußball zu gewinnen, die später vielleicht auch im Verbund mit anderen Vereinen, Mannschaften zu stellen. Junge oder Mädchen - jedes Kind ist wichtig, um unsere Sportart, den Fußball, nach vorne zu bringen. Es sind Vorraussetzungen geschaffen, dass Mädchen und Jungen gemeinsam Fußballspielen können."

Der WFLV hat sich in den zurückliegenden Jahren zukunftsfähig aufgestellt. Neben dem WFLV-U 14-Cup ist ein weiteres positives Beispiel die Fair-Play-Liga, die sich in den Landesverbänden weit über die Erwartungen hinaus durchgesetzt hat. Entwicklungen im Bereich Schulfußball gehören ebenfalls zu den großen Erfolgen der jüngeren Vergangenheit. Es wurde ein guter Zugang zu den Schulen gefunden, den es auszubauen gilt.

179 Delegierte wählten einstimmig

Manfred Deister wurde von allen drei Landesverbänden einstimmig als Nachfolger von Peter Frymuth vorgeschlagen. Die Wahl durch die insgesamt 179 Delegierten fiel einstimmig aus. Manfred Deister sprach den Delegierten anschließenden seinen Dank für das einmütige Vertrauen aus. "Ich weiß, dass ich in riesige Fußstapfen trete. Ich sage zu, in den nächsten drei Jahren meine ganze Kraft in das Wohl des Jugendfußballs zu stellen", erklärte Manfred Deister unter dem Beifall der Delegierten.

Wahlergebnisse:

Der Jugendfußballausschuss setzt sich nach den Wahlen auf dem WFLV-Jugendtag 2013 wie folgt zusammen (jeweils einstimmige Wahl): Manfred Deister (Vorsitzender), Harald Ollech, Marko Tillmann, Michael Kurtz (alle stellv. Vorsitzende), Norbert Giesen (Vorsitzender SFA), Sabine Nellen (Vorsitzende MFA), Klaus Degenhardt, Klaus Koglin, Karl-Heinz Wirsen, Manfred Melcher, Laura Hayen, Alexandra Spiekermann.

Schulfußballausschuss: Norbert Giesen (Vorsitzender), Günter Scheidt, Dr. Klaus Balster, Carsten Hesse

Mädchenfußballausschuss: Sabine Nellen (Vorsitzende), Dieter Krümpelmann, Laura Hayen, Alexandra Spiekermann

Jugendspruchkammer: Friedrich-Wilhelm Stelkens (Vorsitzender), Harald Nelskamp, Bernd Kuckertz, Ulrich Schmidt, Georg Petermeyer, Hubert Korte, Robert Begerau (BDFL)

Jugendgericht: Helmut Holländer (Vorsitzender), Andreas Balicki, Detlef Knehaus, Jörg Reineke, Wolfgang Koschei, Berthold Sprick, Markus Sensen, Karl-Heinz Lennartz (BDFL)

Spielberechtigungen Regionalliga West