Westdeutscher Fussballverband e.V.
Regionalliga West 20.12.2013

WM-Held in der Regionalliga West

David Odonkor plant Trainer-Karriere

Mit einem Sprint für die Ewigkeit wurde David Odonkor 2006 populär und konnte die WM-Euphorie in Deutschland entfachen. Wegen Knieproblemen musste er die aktive Karriere aber früh beenden und hat als 29-Jähriger in der Regionalliga seine Trainer-Laufbahn begonnen.

Ein gutes Gespann: Verls Chefcoach Andreas Golombek (links) und Co-Trainer David Odonkor (Foto: mspw).

Es ist David Odonkor anzumerken, dass sich der einstige WM-Star auch in der Fußball-Provinz wohl fühlt. "Es macht totalen Spaß, die Arbeit mit den jungen Spielern ist sehr interessant", sagte der ehemalige pfeilschnelle Flügelstürmer der deutschen Nationalmannschaft. Beim West-Regionalligisten SC Verl hat er als Assistent von Chefcoach Andreas Golombek den zweiten Teil seiner Karriere ins Visier genommen. Im kommenden Frühjahr will Odonkor den A-Trainerschein machen.

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Die B-Lizenz hat der 29-Jährige bereits in der Tasche. "Wenn ich die Prüfung zum A-Schein mit einer guten Note bestehe und dann passende Angebote kommen, werde ich als Trainer arbeiten", erklärte Odonkor dem Fachmagazin "kicker". Seiner aktiven Laufbahn, die er nach mehreren Knie-Operationen im vergangenen Sommer offiziell beendet hat, trauert er nicht hinterher: Trübsal zu blasen, bringt doch nichts. Ich freue mich auf die neuen Aufgaben."

Co-Trainer ist der Star

Beim SC Verl ist der Co-Trainer nun der Star. Odonkor ist nicht der Typ, der Allüren hat, muss aber oft von der Weltmeisterschaft 2006 erzählen, als er durch eine Szene populär wurde. Es war ein Sprint für die Ewigkeit, mit dem er seine Last-Minute-Torvorlage auf Oliver Neuville beim 1:0 im damaligen Vorrunden-Gruppenspiel gegen Polen in Dortmund vorbereitete und damit eine bundesweite WM-Euphorie entfachte. "Es war einfach unbeschreiblich, die WM war ein ganz entscheidender Moment in meiner Karriere", erinnert sich Odonkor.

 75 Bundesligaspiele für Dortmund

Viel konnte er anschließend nicht mehr bewirken. Unmittelbar nach der WM und insgesamt 75 Bundesligaspielen (2 Tore) für Borussia Dortmund wechselte Odonkor zu Betis Sevilla. Wirklich glücklich wurde er in Spanien nicht. Durch ständig wiederkehrende Verletzungen konnte er bis 2011 nur 40 Einsätze in der Primera Division bestreiten. Ein Comeback-Versuch bei Alemannia Aachen endete 2012 mit dem Abstieg aus der 2. Liga. Danach konnte er in der Ukraine beim Erstligaaufsteiger FC Hoverla-Zakarpattya Uschhorod auch nicht Fuß fassen.

Bei Belastungen machte meist das lädierte Knie Probleme. "Ich musste mir eingestehen, dass der Abschied vom aktiven Fußball wegen des diagnostizierten Knorpelschadens einfach unumgänglich war", erklärte Odonkor. 16 Länderspiele stehen in seiner Vita. Auch bei der EM 2008 gehörte er dem deutschen Kader an, konnte aber nicht mehr zünden.

Nur eine Niederlage

Jetzt gibt Odonkor, der vor den Toren Bielefelds aufgewachsen ist, seine Erfahrungen zunächst an die Verler Spieler weiter und blüht in seiner ostwestfälischen Heimat richtig auf. "Anpassungsschwierigkeiten gab es nicht", meinte der Familienvater, der als Coach schon erste Erfolge feiern konnte. Nach seiner Einstellung als Co-Trainer, die Ende Oktober im Anschluss an ein Praktikum folgte, hat der SC Verl in der Regionalliga nur ein Spiel verloren. "Die Jungs sind bemüht und bereit, alles zu geben. das ist das kleine Geheimnis unseres Erfolgs", glaubt Odonkor.

Quelle: WFLV/Roland Leroi

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