Westdeutscher Fussballverband e.V.
Regionalliga West 17.10.2013

Gewaltbereites Potenzial auch in den Regionalligen

ZIS veröffentlicht Jahresbericht

Die Polizei war bei einigen gefordert. (Foto: Revierfoto)

Eine Trendwende, die einen Rückgang des gewaltbereiten Potenzials in den Anhängerschaften der Fußball-Vereine der Bundes- bis Regionalligen indizieren würde, sei weiterhin nicht erkennbar. Dies ist die Bilanz im ZIS-Jahresbericht.

Bei den Spielen der Fußball-Bundesliga und der 2. Liga hat es in der vorigen Saison im Umfeld weniger Gewalttaten gegeben. Wie die Zentrale Informationsstelle Sporteinsätze (ZIS) jetzt in ihrem Jahresbericht bekanntgab, wurden an den Spieltagen insgesamt 788 Menschen verletzt. Das sind 345 weniger als im Jahr davor. Zudem ging die Zahl der Strafverfahren im Umfeld der Partien zurück. Demnach wurden 6502 Verfahren eingeleitet. Das ist im Vergleich zur Spielzeit 2011/2012 ein Rückgang von rund 20 Prozent.

Natürlich sind auch die Regionalligen in der Bilanz erfasst. Die in der Saison 2012/13 erfolgte Ligastrukturreform für die Regionalliga (Erweiterung von drei auf fünf Gruppen und von 55 auf aktuell 93 Vereine) führte im Berichtszeitraum zu einem Anstieg des Gewaltpotenzials in dieser 4. Spielklasse, die naturgemäß nicht mit den vorhergehenden Spielzeiten vergleichbar ist. Signifikante und bewertbare Änderungen des Gewaltpotenzials in der Regionalliga, die ihre Ursache nicht im Auf-/Abstieg bestimmter Vereine haben, werden sich erst in den folgenden Spielzeiten zeigen. In der nachfolgenden Übersicht wurde das Potenzial der Vereine, die sowohl in den Bundesligen als auch in den Regionalligen (Zweite Mannschaften) vertreten sind, und das personell, unabhängig von der Spielklasse, nahezu identisch ist, nicht erneut berücksichtigt.

Regionalliga Nord: 410 (Kat. B*) / 172 (Kat. C) / 582 (Summe)

Regionalliga Nordost: 950 / 221 / 1.171

Regionalliga West: 713 / 197 / 910

Regionalliga Südwest: 695 / 310 / 1.005

Regionalliga Süd: 5 / 7 / 12

Gesamt: 2.773 / 907 / 3.680

Eine Trendwende, die einen Rückgang des gewaltbereiten Potenzials in den Anhängerschaften der Vereine der Bundes- bis Regionalligen indizieren würde, ist weiterhin nicht erkennbar.

Der Jahresbericht der ZIS gibt keinen Grund zur Entwarnung. Die Zahl der eingeleiteten Strafverfahren sei immer noch deutlich höher als in der Saison 2010/11. "Die Arbeit der Netzwerkpartner, also der Verbände, Vereine, der Polizei und der Kommunen ist auf einem zielorientierten Niveau. Jetzt gilt es, gemeinsam weiter konsequent gegen Gewalt im Fußball zu handeln und friedliche Fans zu stärken", kommentierte Katja Kruse, stellvertretende Leiterin der ZIS.

Bei aller Freude über die rückläufigen Verletzten-Zahlen in den beiden höchsten Ligen verwies NRW-Innenminister Ralf Jäger auf die durch den Fußball verursachte Belastung der Polizisten. Der Schutz der Spiele der 1. und 2. Bundesliga sorgte in der vergangenen Saison 2012/13 bundesweit für 1,75 Millionen Arbeitsstunden von Polizisten.

In der Saison 2002/03 waren es noch 900.800 Stunden. "Die Verdoppelung der Arbeitsstunden der Polizisten innerhalb von zehn Jahren ist nicht akzeptabel. Unser Ziel ist es, in Zukunft weniger Polizisten bei Fußballspielen einzusetzen", erklärte Jäger.

Im Bereich der 3. Liga wurden 358 Personen verletzt (Vorjahr 236), davon 109

Polizeibeamte, 180 Störer und 69 Unbeteiligte.

Anlässlich der Spiele in den fünf Gruppen der Regionalliga wurden insgesamt 149 Personen verletzt (12 RL Nord, 46 RL Nordost, 33 RL West, 8 RL Süd, 50 RL Südwest), davon 49 Polizeibeamte (3 RL Nord, 19 RL Nordost, 8 RL West, 3 RL Süd, 16 RL Südwest), 45 Störer (6 RL Nord, 9 RL Nordost, 9 RL West, 3 RL Süd, 18 RL Südwest) und 55 Unbeteiligte (3 RL Nord, 18 RL Nordost, 16 RL West, 2 RL Süd, 16 RL Südwest).

*Die grundsätzliche Einteilung der Zuschauer in die Kategorien A, B und C gestaltet sich laut ZIS wie folgt:

Kategorie -A- = der friedliche “Fan”

Kategorie -B- = der gewaltbereite/-geneigte “Fan”

Kategorie -C- = der gewaltsuchende “Fan”

 

Den kompletten ZIS Jahresbericht können Sie hier lesen.

 

 

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