Westdeutscher Fussballverband e.V.

NRW bewegt seine KINDER!

„NRW bewegt seine Kinder“ ist ein Programm des Landessportbundes Nordrhein-Westfalens zur Sicherung und zum Ausbau des Bewegungsangebots für Kinder und Jugendliche. Für die Umsetzung wurden seit Beginn 70 halbe Stellen in Bünden und Verbänden besetzt.

Das Programm umfasst 4 Handlungsfelder, die durch die Kreissportbünde und die Fachverbände umgesetzt werden sollen. Die Zielsetzung liegt dabei auf einer zunehmenden Kooperation von Sportver­einen mit einer Bildungseinrichtung.

Die Formel „3+2+X“ – oder anders ausgedrückt „3 Stunden Schulsport in der Woche plus 2 weitere Sport-/Bewegungsstunden im Ganztag plus einer variablen Anzahl an Stunden, die zusätzlich im Sportverein erbracht werden“ – dient dem Programm als Leitfaden.

Die 4 Handlungsfelder sind:

1. Kindertageseinrichtung/Kindertagespflege

Die beiden zentralen Bildungsbereiche „Bewegung“ sowie „Körper, Gesundheit & Ernährung“ werden im Kinderbildungsgesetz (2010) und in den „Grundsätzen zur Bildungsförderung für Kinder von 0 bis 10 Jahren“ (2011) besonders betont.

Um demnach eine ausreichende Bewegungsförderung in diesem Alter zu erlangen ist es notwendig, dass sich neben dem Elternhaus und den Kindertageseinrichtungen auch Sportvereine engagieren.

Erste Ergebnisse in diesem Handlungsfeld lassen sich schon erkennen. Durch den Ausbau des flächen­deckenden Koordinierungs- und Beratungssystems ist ein funktionierendes Beratungs-, Betreuungs-, Qualifizierungs- und Qualitätssicherungssystem für Sportvereine und Kindertageseinrichtungen/Kindertagespflege in allen Bünden entstanden.

Mit der Initiative „Anerkannter Bewegungskindergarten des Landessportbundes NRW“ ist ein Programm ins Leben gerufen worden, dass die Kooperation von Sportvereinen mit Kindertages­stätten/Kindertagespflege unterstützt.

1.1. Anerkannter Bewegungskindergarten

Das Programm umfasst 700 Kindertageseinrichtungen und 600 kooperierende Sportvereine (Stand 04/15). Von diesen 700 Kindertageseinrichtungen sind 170 zusätzlich im Besitz der Auszeichnung „Pluspunkt Ernährung“.

Zum einen soll mit der Initiative die Persönlichkeitsentwicklung der Kinder gefördert werden und zum anderen soll gleichermaßen mithilfe des Programms dem Bewegungsmangel entgegengewirkt werden.

Sowohl die Kindertagesstätte als auch der Sportverein profitieren von der gemeinsamen Koopera­tion, denn der Kindertagesstätte wird es dadurch ermöglicht, ihr Spektrum an Bewegungsangeboten auszubauen und der Sportverein erlangt dadurch Aufmerksamkeit und infolgedessen höhere Mitgliederzahlen.

1.2. Pluspunkt Ernährung

„Pluspunkt Ernährung“ ist ein weiteres Angebot, das zusätzlich durch die gesetzlichen Krankenkassen gefördert wird und Teil der Initiative „Prävention von Übergewicht und Adipositas im Kindesalter“ ist.

Kindertageseinrichtungen, die den Zusatz „Pluspunkt Ernährung“ zertifiziert bekommen, zeichnen sich dadurch aus, dass sie neben der Bewegungserziehung auch die Ernährungserziehung in ihr pädagogisches Grundkonzept einbinden.

2. Außerunterrichtlicher Schulsport/Ganztag

Durch die Einführung von Ganztagsschulen und dem Abitur nach 8 Jahren, erlangt die Schule eine immer zentraler werdende Rolle im Leben der Kinder und Jugendlichen. 72% der weiterführenden Schulen und sogar 90% der Grundschulen sind ganztägig. So bleibt wenig Zeit für Tätigkeiten in Sportvereinen.

Aus diesem Grund ist die Kooperation von Schule und Sportverein von elementarer Bedeutung. Dabei liegt der Schwerpunkt auf dem Ausbau der „Bewegung, Spiel und Sport-Angebote“.

Eine besondere Herausforderung liegt darin, den Schülern durch die Kooperationen den Zugang zum Wettkampfsport zu eröffnen.

Verantwortlich für die ersten Erfolge in diesem Handlungsfeld ist die Verdichtung der Beratungs- und Koordinierungsstellen. Außerdem spielt die Einrichtung von Qualitätszirkeln zu passgenaueren Qualifizierungsmaßnahmen eine wichtige Rolle, um die Qualität stetig zu verbessern.

Um auch die älteren Schüler/innen in die Betreuungsarbeit zu integrieren wurde das Sporthelferprogramm entwickelt.

2.1. Sporthelferprogramm

Im Sporthelferprogramm werden Schüler/innen im Alter von 13 bis 17 Jahren so ausgebildet, dass sie im Ganztag oder im Sportverein Bewegungs- und Sportangebote für andere Kinder und Jugendliche gestalten und durchführen können.

3. Kinder- und Jugendarbeit im Sportverein

Zum Kerngeschäft der Sportvereine gehören neben regelmäßigen Sportangeboten und dem Heranführen an den Wettkampfsport auch das ehrenamtliche Engagement der Kinder und Jugendlichen sowie die außersportliche Jugendarbeit.

Probleme vor die der Sportverein gestellt wird, sind zum einen die weiterhin wenig eingebundenen sozial benachteiligten Kinder und Jugendlichen und zum anderen das immer kleiner werdende zur Verfügung stehende Zeitfenster bedingt durch den Ganztag.

Die Sportvereine werden nicht nur durch ein Drittel der Sporthelfer/innen unterstützt, sondern auch durch jährlich ca. 425 Teilnehmer/innen der Freiwilligendienste im Sport. Zusätzlich werden pro Jahr bis zu 30 junge Ehrenamtliche mit dem Stipendium für junges Ehrenamt gefördert.

Durch die Einführung des „Kinderbewegungsabzeichens“ soll die Lücke zu anderen bestehenden Sportabzeichen geschlossen werden.

3.1. Kinderbewegungsabzeichen(Kibaz)

Im Mittelpunkt dieses Sportabzeichens steht das Heranführen an sportliche Bewegungsabläufe sowie die Freude und Erfahrung von persönlichen Erfolgen.

Ziel ist es, an 10 verschiedenen Bewegungsstationen altersdifferenzierte Bewegungsaufgaben, die sich an den 5 Bereichen der kindlichen Persönlichkeitsentwicklung orientieren, ohne Zeitlimit zu absolvieren. Zu den Bereichen der Persönlichkeitsentwicklung gehören neben der motorischen Entwicklung, der Wahrnehmungsentwicklung sowie der psychisch-emotionalen Entwicklung auch die soziale und die kognitive Entwicklung.

4. Lokale Bildungslandschaften/Netzwerkarbeit

Um eine umfassende Bildung, Erziehung und Betreuung der Kinder und Jugendlichen zu erreichen, ist es wichtig, dass sich dazu die unterschiedlichsten Akteure und Institutionen zuständig fühlen und dieses Ziel gemeinsam angehen. Der daraus resultierende Aufbau lokaler Bildungslandschaften ermöglicht dadurch eine optimale Nutzung und Verbindung der zur Verfügung stehenden Bildungspotenziale.

Durch die Vernetzung des zivilgesellschaftlichen Sports sowohl im Verbundsystem des NRW-Sports als auch in den lokalen Bildungslandschaften, lässt sich die Querschnittsfunktion und die besondere Stellung dieses Handlungsfeldes ableiten, denn Netzwerkarbeit ist der Mittelpunkt aller Schwerpunkte.

2011 wurde aufgrund der Unterstützung der Landesregierung ein neues einheitliches Fachkraftsystem für die Umsetzung des Programms „NRW bewegt seine Kinder!“ entwickelt. Seit 2013 gilt dieses System als flächendeckend und stellt insofern eine neue personelle Ressource zur weiteren Umsetzung.

Ansprechpartner im zuständigen Landesverband:

FLVW: Astrid Kraning, Tel. 02307 – 371 481,

FVM: Moritz Fölger, Tel. 02242 - 918 75-32,

FVN: Mirko Schweikhard, Tel. 0203 - 7780-214,

Spielberechtigungen Regionalliga West