Westdeutscher Fussballverband e.V.
Frauen-Fußball 04.01.2021

Maren Meinert: "Wir haben gemeinsam viel auf den Weg gebracht"

50 Jahre Frauenfußball beim DFB

Der 31. Oktober 1970 markiert einen Meilenstein in der Geschichte des deutschen Frauenfußballs - er wurde an diesem Tag vom Deutschen Fußball-Bund (DFB) offiziell in seine Satzung aufgenommen. Seitdem sind mehr als 50 Jahre vergangen. Fünf Jahrzehnte, in denen viele Persönlichkeiten den Weg bereitet haben. Sie haben gestaltet, motiviert und inspiriert - damals wie heute. 

Zweimal Weltmeister als Trainerin der U 20: Maren Meinert (Archivfoto: © Getty Images).
Zweimal Weltmeister als Trainerin der U 20: Maren Meinert (Archivfoto: © Getty Images).

Anlässlich des Jubiläums rückt der DFB prägende Persönlichkeiten aus dem Frauenfußball in den Fokus. Darunter die ehemalige Nationalspielerin Maren Meinert, Welt- und Europameisterin als Spielerin und jahrelang erfolgreiche Trainerin im Nachwuchsbereich des DFB. Unter anderem wurde sie U 20-Weltmeisterin 2010 und 2014. Heute arbeitet Sie für den Westdeutschen Fußballverband und stellt als Referentin Spielbetrieb Frauen und Männer ihr Fachwissen zur Verfügung.

DFB.de: Frau Meinert, Sie haben die Entwicklung des Frauenfußballs in Deutschland als Spielerin und Trainerin geprägt. Was ist Ihnen ganz persönlich besonders in Erinnerung geblieben?

Maren Meinert: Für mich als Spielerin war der Gewinn der Weltmeisterschaft 2003 ohne Zweifel ein Höhepunkt. Wir haben den Titel erstmals holen können, dazu in den USA. Und im Halbfinale haben wir in einem spektakulären Spiel die Gastgeberinnen besiegt. Das ist bis heute aus meiner Sicht ein Meilenstein in der Entwicklung des deutschen Frauenfußballs.

DFB.de: Im Endspiel gegen Schweden ist Ihnen dann das wichtige 1:1 gelungen, bevor Nia Künzer in der Verlängerung per Golden Goal die Entscheidung herbeigeführt hat.

Meinert: Ein Finale ist immer etwas ganz Besonderes. Dass ich in so einem wichtigen Spiel treffen konnte, macht die Geschichte natürlich noch größer. Aber für mich war das Halbfinale das Spiel der Spiele in diesem Turnier. Die USA waren schon zu dieser Zeit eine der führenden Nationen im Frauenfußball. Aber wir haben in deren Stadion mit 3:0 gewonnen – vor 30.000 Zuschauern, die logischerweise total gegen uns waren. Das war ein beeindruckendes Erlebnis.

DFB.de: Welchen Stellenwert hat für Sie die Europameisterschaft, die Sie dreimal gewinnen konnten?

Meinert: Für mich war vor allem die EM 2001 besonders, weil das Turnier in Deutschland stattgefunden hat und wir den Titel holen konnten. Uns haben sehr viele Zuschauer durch die Spiele begleitet. Aus meiner Erfahrung ist es nicht so leicht, im eigenen Land ein großes Turnier zu gewinnen, weil die Erwartungshaltung sehr hoch ist. Aber wir haben es geschafft.

DFB.de: In Deutschland haben Sie für den FC Rumeln-Kaldenhausen, den FCR Duisburg und Grün-Weiß Brauweiler gespielt.  Wie denken Sie heute über diese Zeit?

Meinert: Ungewöhnlich an dieser Geschichte ist sicher, dass ich zu meiner Zeit beim FC Rumeln-Kaldenhausen Nationalspielerin geworden bin. Wir haben damals noch in der Verbandsliga gespielt, aber Gero Bisanz hat mein Potenzial gesehen und mich eingeladen. Später ist der Verein dann in den FCR Duisburg übergegangen und wir haben es geschafft, 2000 deutscher Meister zu werden. Es war spannend, diesen Weg aus der Verbandsliga bis an die Spitze mitzugehen.

DFB.de: Inzwischen sind Sie als Referentin Spielbetrieb Frauen und Männer beim Westdeutschen Fußballverband tätig.

Meinert: Ich kümmere mich in erster Linie um den Spielbetrieb der Regionalliga der Frauen. Nebenbei läuft hier ein großes Projekt, das auch im Zusammenhang mit 50 Jahre Frauenfußball in Deutschland steht. In den kommenden drei Jahren wollen wir viele nachhaltige Dinge in unserem Verband anstoßen, um noch mehr Mädchen und Jugendliche vom Fußball zu begeistern. Das ist meiner Meinung nach eine sehr wichtige Aufgabe.

DFB.de: Ist das für Sie eine Rückkehr zu den Wurzeln?

Meinert: Genauso fühlt es sich an. Es gibt immer verschiedene Abschnitte im Leben. In den vergangenen 20 Jahren habe ich viel von der Welt gesehen. Aber jetzt ist es auch schön, wieder dauerhaft zuhause zu sein. Wichtig ist es für mich nur, dass mein Job mit Fußball zu tun hat. Wenn das der Fall ist, ist alles in Ordnung.

Das komplette Interview lesen Sie hier bei DFB.de

Autor*in: DFB.de/sw

 

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