Westdeutscher Fussballverband e.V.
Gesellschaftliche Verantwortung 03.08.2021

"Dialog Integration": Westverbände forcieren Austausch mit Vereinen

WDFV-Vizepräsident Gundolf Walaschewski: "Der Austausch zum Thema Integration muss verstetigt werden“

Die Fußballverbände im Westen haben den Dialog zum Thema Integration weiter forciert und gemeinsam mit den Vereinen im Rahmen der Auftaktveranstaltung der Reihe „Dialog Integration“ Lösungsansätze zu Gestaltungsbereichen erarbeitet, in denen Wünsche und Verbesserungsvorschläge der Vereine ermittelt wurden. „Der Austausch zum Thema Integration muss verstetigt werden. Die Veranstaltung brachte nachhaltige Ergebnisse und war ein guter Schritt in die richtige Richtung“, sagte Gundolf Walaschewski, Vizepräsident des Westdeutschen Fußballverbandes (WDFV) und Vorsitzender der Kommission „Gesellschaftliche Herausforderung“, der ein positives Resümee zog.

An der zweistündigen Veranstaltung, die von Breschkai Ferhad moderiert wurde, haben Vereinsvertreter*innen aus ganz NRW teilgenommen. (Screenshot: WDFV)
An der zweistündigen Veranstaltung, die von Breschkai Ferhad moderiert wurde, haben Vereinsvertreter*innen aus ganz NRW teilgenommen. (Screenshot: WDFV)

Initiator der Veranstaltung, die in diesem Sommer Online durchgeführt wurde, war die Kommission „Gesellschaftliche Herausforderung“ des WDFV. Organisiert und umgesetzt wurde die Veranstaltung von hauptamtlichen Mitarbeitenden der Landesverbände FV Mittelrhein, FV Niederrhein und FLV Westfalen sowie dem WDFV.

Online-Befragung als Grundlage

An der zweistündigen Veranstaltung, die von Breschkai Ferhad moderiert wurde, haben Vereinsvertreter*innen aus ganz NRW teilgenommen. Dem Dialog der Veranstaltung war eine Online-Befragung aller NRW-Vereine zur Förderung von Teilhabe und Vielfalt vorangegangen. Dabei wurden Teilhabe- und Gestaltungsmöglichkeiten sowie Einschätzungen bzw. Meinungen zu den Themen Integration und Vielfalt abgefragt. Ziel der Umfrage war es, einen noch besseren Überblick über Herausforderungen und Wünsche in Bezug auf Ihre Vereinsarbeit zu bekommen.

Die Ergebnisse der Befragung wurden im Vorfeld der Dialog-Veranstaltung aufbereitet und inhaltlich in zwei Workshops von den Teilnehmer*innen weiter bearbeitet. Dabei ging es zunächst darum, die Herausforderungen und Probleme, die Vereine in Bezug auf die Thematik haben, zu erfassen.

Speziell die Gewinnung und Qualifizierung von Menschen mit familiärer Einwanderungsgeschichte für eine ehrenamtliche Tätigkeit stellt die Vereine vor besondere Herausforderungen. Dies spiegelt sich auch in den Strukturen und Gremien der Verbände wider.

Auf Grundlage der Befragung bemängeln Vertreter*innen von sogenannten Migrationsvereinen bemängeln das fehlende Verständnis für mono-ethnisch geprägte Vereine und erhoffen sich hier mehr Akzeptanz. Dies soll sich auch langfristig positiv auf die Teilhabe und das ehrenamtliche Engagement von Menschen mit familiärer Einwanderungsgeschichte auswirken. 

Zudem ist deutlich geworden, dass sich die Vereine möglichst eine ganzheitliche finanzielle Förderung wünschen, die an weniger bürokratische Bedingungen geknüpft ist. Da den Vereinen häufig die hierfür erforderlichen Kapazitäten und Kenntnisse fehlen.

Erste Lösungsvorschläge erarbeitet

Im weiteren Verlauf der Workshops konnten dazu bereits erste Lösungsvorschläge in den Kleingruppen erarbeitet werden:

  • Im Bereich der finanziellen Förderung muss geprüft werden, ob es Möglichkeiten geben kann, Projekte ohne bürokratische Hürden zu fördern. Angeregt wird auch, dass mit einer Förderung im Bereich Integration nicht nur Menschen mit Fluchterfahrung oder familiärer Einwanderungsgeschichte unterstützt werden können, sondern auch sozial Schwächere.
  • Ein weiterer nachhaltiger Lösungsansatz kann die Gewinnung von Trainer*innen mit familiärer Einwanderungsgeschichte sein. Hierfür ist die passende Ansprache sehr wichtig. Die Teilnehmenden führten an, dass sowohl die Bedeutung des Amtes sowie Perspektiven und Mitgestaltungsmöglichkeiten aufgezeigt werden müssen. Entscheidend ist auch, dass Vereinsvertreter*innen die zentralen Werte, für die der eigene Verein steht, kennen und diese auch vermitteln.
  • Darüber hinaus planen die Verbände eine Musterpräsentation zu erstellen, mit der die Strukturen des organisierten Fußballs sowie das Vereinswesen an sich und das Thema Ehrenamt in Deutschland nähergebracht werden sollen.

Fortsetzung des Dialoges zeitnah geplant

Die Organisatoren der Veranstaltung stellten klar, dass der Austausch lediglich einen Auftakt darstellen kann. Daher ist es ihnen sehr wichtig, den Austausch mit den Vereinen zu verstetigen. Im Rahmen einer zeitnahen Folgeveranstaltung, bei der eine vielfältigere Teilnehmer*innen-Gruppe angestrebt wird, sollen weitere Lösungsvorschläge erarbeitet und geprüft werden, ob und in welcher Form diese Lösungsansätze realisierbar sind.

Dies unterstrich auch Gundolf Walaschewski. Er machte in seinem Schlusswort noch einmal die Wichtigkeit der Thematik deutlich und sicherte allen Teilnehmenden eine baldige Fortsetzung des Dialogs zu.

Autor/-in: WDFV.de

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