Westdeutscher Fussballverband e.V.
Gesellschaftliche Verantwortung 19.07.2021

"Der Fußball ist unser Rezept, um sozial-politische Dinge umzusetzen"

DFB-Stiftung Egidius Braun: Wolfgang Watzke und Tobias Wrzesinski im Jubiläumsinterview

"Fußball war, ist und bleibt mehr als ein 1:0": Gründungsgeschäftsführer Wolfgang Watzke (rechts) und der aktuelle Geschäftsführer Tobias Wrzesinski im Interview. (Foto:  © DFB-Stiftung Egidius Braun)
"Fußball war, ist und bleibt mehr als ein 1:0": Gründungsgeschäftsführer Wolfgang Watzke (rechts) und der aktuelle Geschäftsführer Tobias Wrzesinski im Interview. (Foto: © DFB-Stiftung Egidius Braun)

Die DFB-Stiftung Egidius Braun begeht in diesen Tagen ihren 20. Geburtstag. Am 17. Juli 2001 kam in Köln der Gründungsvorstand zu seiner ersten Sitzung zusammen. Seitdem wurden soziale Projekte in Mexiko, Osteuropa und Deutschland mit weit mehr als 20 Millionen Euro unterstützt. Im Jubiläumsinterview mit DFB.de blicken Gründungsgeschäftsführer Wolfgang Watzke und der aktuelle Geschäftsführer Tobias Wrzesinski zurück auf bewegte Zeiten und richten den Blick in eine Zukunft mit neuen Herausforderungen.

DFB.de: Herr Watzke, Herr Wrzesinski, welches Jahr ist für Sie der Ursprung der DFB-Stiftung Egidius Braun? 2001 wegen der offiziellen Gründung oder 1986 wegen der Mexico-Hilfe?

Wolfgang Watzke: Ich würde es so sagen: Ohne die Mexico-Hilfe hätte es diese Entwicklung mit Egidius Braun bis hin zur Gründung seiner Stiftung kaum gegeben. Ich weiß noch, dass Braun von der Weltmeisterschaft in Mexiko zurückkam und wir am 5. Juli 1986 Verbandstag im Fußball-Verband Mittelrhein hatten, dessen Präsident er zu diesem Zeitpunkt ja war. Anstatt dort eine Grundsatzrede zu halten, wie es üblich gewesen wäre, berichtete er von seinen Eindrücken, die er in Mexiko gesammelt hatte. Das hat alle beeindruckt. In den folgenden Jahren blieb diese Unterstützung für die Kinder in Mexiko ein sehr persönliches Thema für Egidius Braun, wie auch für seinen Freundeskreis und den gesamten Fußball-Verband Mittelrhein.

DFB.de: Und dann kam das Schicksal dazu und hat vieles in die richtige Richtung gelenkt...

Watzke: Egidius Braun folgte Hermann Neuberger nach dessen Tod im Amt des DFB-Präsidenten. In dieser Funktion schaffte er es, seinem Anliegen - der sozialen Kraft und Verantwortung des Fußballs - Aufmerksamkeit zu verschaffen, und zwar in ganz Deutschland, auch außerhalb des Fußballs. In dieser Zeit lernte Braun dann Dr. Theo Zwanziger kennen. Beide haben sich bei der Jagd getroffen. Sie saßen stundenlang auf einem Hochsitz und gaben keinen Schuss ab. Stattdessen haben sie über den Fußball gesprochen. Nach diesem Tag beförderte Egidius Braun Theo Zwanziger zum Beauftragen des DFB für soziale Integration. Dieses Amt gab es bis dahin gar nicht, das erwies sich aber strukturell als ein ganz wichtiger Schritt. Es ist und bleibt das große Verdienst von Egidius Braun, dass die Themen der sozialen und gesellschaftlichen Verantwortung als dritte Säule Eingang in die DFB-Satzung fanden. Beim DFB-Bundestag 2001 in Leipzig wurde Egidius Braun dann zum Ehrenpräsidenten ernannt und ihm zu Ehren die DFB-Stiftung Egidius Braun ins Leben gerufen. Die Mexico-Hilfe wurde in die Stiftung integriert.

Tobias Wrzesinski: Mit Blick auf die Gründung der Mexico-Hilfe bin ich entschuldigt. Ich war 1986 drei Jahre alt. (lacht) Insofern kann ich mich nur auf Erzählungen und Unterlagen sowie auf die Anekdoten berufen, die mir Wolfgang in den Jahren unserer Zusammenarbeit kenntnisreich berichtet hat. Heute gilt, dass die Mexico-Hilfe und die DFB-Stiftung Egidius Braun untrennbar miteinander verbunden sind und voneinander profitieren. Daran hat mein Vorgänger gemeinsam mit den damaligen Verantwortungsträgern allergrößten Anteil.

Das komplette Interview lesen Sie hier auf DFB.de.

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