Westdeutscher Fussballverband e.V.
Herren-Regionalliga West 16.05.2022

"Herzschlagfinale" in der Regionalliga West: RW Essen feiert Titel und Aufstieg - Peter Frymuth nimmt Meisterehrung vor

38. Spieltag: Preußen Münster holt Vize-Meisterschaft

WDFV-Präsident Peter Frymuth (links) gratulierte RWE zum Aufstieg: "Die 3. Liga kann sich auf einen Traditionsklub mit großer Leidenschaft und hohem Potenzial freuen." (Foto: WDFV)
WDFV-Präsident Peter Frymuth (links) gratulierte RWE zum Aufstieg: "Die 3. Liga kann sich auf einen Traditionsklub mit großer Leidenschaft und hohem Potenzial freuen." (Foto: WDFV)

Riesenjubel an der Hafenstraße: In einem "Herzschlagfinale" in der Herren-Regionalliga West machte Rot-Weiss Essen am 38. und letzten Spieltag durch einen 2:0-Heimsieg gegen Rot Weiss Ahlen vor 16.650 Zuschauer*innen den Gewinn der Meisterschaft und damit auch den Aufstieg in die 3. Liga perfekt. 

Cedric Harenbrock (28.) und Simon Engelmann (60.) mit seinem 24. Saisontreffer machten alles klar. Preußen Münster, Konkurrent im Fernduell um den Titel, musste sich nach einem 2:1 gegen die U 23 des 1. FC Köln mit der Vizemeisterschaft begnügen.

Die Essener, die im Vergleich zum Verfolger SC Preußen Münster nur mit dem minimalen Vorteil der um zwei Treffer besseren Tordifferenz und der mehr erzielten Tore in das Fernduell beim Saisonfinale gestartet waren, beendeten die Spielzeit 2021/2022 schließlich mit drei Treffern Vorsprung vor dem punktgleichen Konkurrenten aus Münster (jeweils 87 Zähler).

Spieltag und Abschlusstabelle der Herren-Regionalliga West

Die Meisterehrung im Stadion an der Hafenstraße wurde durch Peter Frymuth, Präsident des Westdeutschen Fußballverbandes (WDFV), vorgenommen. Peter Frymuth übergab den Meisterpokal und gratulierte dem Traditionsverein: „Herzlichen Glückwunsch an Rot-Weiss Essen zur Meisterschaft in der Regionalliga West und dem lang ersehnten Aufstieg. Die 3. Liga kann sich auf einen Traditionsklub mit großer Leidenschaft und hohem Potenzial freuen. Ich weiß, wie viele Jahre der Verein auf diesen Moment hingearbeitet hat und nach Rückschlägen immer die Kraft fand, wieder aufzustehen. Die Verantwortlichen um den Vorstandsvorsitzenden Marcus Uhlig haben hervorragende Arbeit geleistet. 87 gewonnene Punkte aus den 38 Spielen in dieser Saison sind eine beeindruckende Bilanz, das verdient höchste Anerkennung."

Ausgelassener Jubel an der Hafenstraße. (Foto: WDFV)
Ausgelassener Jubel an der Hafenstraße. (Foto: WDFV)

Dem SC Preußen reichte auch das 2:1 (0:1) gegen die U 23 des 1. FC Köln vor 14.300 Besucher*innen im ausverkauften Stadion an der Hammer Straße nicht mehr, um noch auf Platz eins zu springen. Die Gäste aus der Domstadt waren dabei durch Joshua Schwirten (38.) 1:0 in Führung gegangen. Thorben Deters (49.) und Marcel Hoffmeier (73.) wendeten das Blatt.

Rot-Weiss Essen schaffte den Aufstieg aus der Regionalliga West im elften Anlauf und wird damit in der kommenden Saison zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte in der eingleisigen 3. Liga an den Start gehen. Nach dem Abpfiff gab es an der Hafenstraße kein Halten mehr, viele Fans stürmten den Rasen. Der SC Preußen Münster, der 2020 aus der dritthöchsten deutschen Spielklasse abgestiegen war, verpasste trotz des Sieges zum Saisonabschluss die erhoffte Rückkehr.

Engelmann zum vierten Mal in Serie Torschützenkönig

"Ich bin sehr stolz auf das gesamte Team, das in einer wilden Saison sämtliche Widerstände überwunden hat", sagte RWE-Torjäger Simon Engelmann, der zum vierten Mal hintereinander Torschützenkönig in der Regionalliga West wurde, aber zum ersten Mal den Aufstieg feiern durfte, im Gespräch mit FUSSBALL.DE. Das Meister-Shirt ("Liga drei - Essen ist dabei") hatte er da schon übergestreift.

"Erst mit dem Abpfiff war ich mir sicher, dass wir es geschafft haben", meinte RWE-Sportdirektor und Interims-Teamchef Jörn Nowak: "Da ist der gesamte Druck abgefallen." 

Ausgelassene Freude: WDFV-Präsident Peter Frymuth gratuliert den RWE-Spielern zum Titel. (Foto: WDFV)
Ausgelassene Freude: WDFV-Präsident Peter Frymuth gratuliert den RWE-Spielern zum Titel. (Foto: WDFV)

1:5-Heimniederlage besiegelt Abstieg des Bonner SC

Als fünfter Absteiger nach dem VfB Homberg, dem KFC Uerdingen 05, den Sportfreunden Lotte und dem FC Wegberg-Beeck steht der Bonner SC fest. Nach der 1:5 (1:2)-Heimniederlage gegen Rot-Weiß Oberhausen müssen die Rheinländer in der nächsten Saison in der Mittelrheinliga einen Neuanfang starten.

Dabei hatte die Partie für den BSC noch gut begonnen. Serhat Semih Güler (6.) traf zur frühen 1:0-Führung. Noch vor der Pause sorgte jedoch ein Doppelschlag durch Tore von Tim Stappmann (42.) und Anton Heinz (44.) für die Wende. In der zweiten Halbzeit bauten Kapitän Jerome Propheter (49.), Nico Buckmaier (62.) und Pierre Fassnacht (65.) den Vorsprung weiter aus und sicherten RWO durch den 22. Saisonsieg zumindest Platz vier.

Die U 23 von Borussia Mönchengladbach, die vor dem Saisonfinale noch gefährdet war, brachte sich durch das 0:0 im rheinischen Duell bei der zweiten Mannschaft von Fortuna Düsseldorf aus eigener Kraft in Sicherheit. Im Düsseldorfer Paul-Janes-Stadion am Flinger Broich sorgten 1995 Zuschauer*innen für eine ansprechende Kulisse und verabschiedeten Fortuna-Routinier und Ex-Profi Oliver Fink (39), der seine aktive Laufbahn beendet und künftig im Nachwuchsleistungszentrum der Landeshauptstädter arbeiten wird.

WSV vor "Finaltag der Amateure" in guter Verfassung

Der Wuppertaler SV schließt die Saison 2021/2022 nach dem 4:1 (3:0)-Heimsieg gegen den Absteiger FC Wegberg-Beeck mit 78 Punkten auf Rang drei ab. Vor 1048 Anhängern im Zoostadion trugen sich Roman Prokoph (8.), Kevin Rodrigues Pires (29., Foulelfmeter), Kingsley Sarpei (32.) und Kevin Hagemann (68.) für die Bergischen in die Torschützenliste ein. Für die Gäste aus Wegberg-Beeck stellte Nils Hühne (86., Foulelfmeter) erst in der Schlussphase den Endstand her.

Für den WSV war es eine gelungene Einstellung für den "Finaltag der Amateure", wenn es am Samstag, 21. Mai (ab 16.15 Uhr, live in der ARD) in Duisburg gegen den Ligakonkurrenten SV Straelen in einer Neuauflage des Vorjahresendspiels um den Gewinn des Niederrheinpokals und den Einzug in den DFB-Pokal geht.

Der SV Straelen tritt dagegen mit einer Niederlage im Gepäck an. Gegen den SV Rödinghausen unterlag das Team von Trainer Steffen Weiß 1:4 (0:2). Kevin Hoffmeier (7.), Adrian Bravo Sanchez (44.), der eingewechselte Damjan Marceta (70.) und Angelo Langer (88.) waren für die Gäste aus Ostwestfalen erfolgreich. Straelens "Joker" Arlind Shoshi (56.) gelang der zwischenzeitliche Anschlusstreffer zum 1:2.

KFC Uerdingen 05 nach Torspektakel nicht mehr Schlusslicht

Ein äußerst torreiches Duell lieferten sich der SV Lippstadt 08 und der KFC Uerdingen 05 beim 3:4 (3:3). Obwohl die Hausherren nach Treffern von Luca Steinfeldt (4.) und Viktor Maier (19./29.) zwischenzeitlich schon 3:1 geführt hatten, setzten sich am Ende die Krefelder durch und verließen dank ihres sechsten Saisonsieges zumindest noch den letzten Tabellenplatz. Abdul Fesenmeyer (15./56.), Marcel Kretschmer (35.) und Charles Atsina (37.) markierten die Tore für das Team von KFC-Trainer Alexander Voigt.

Als Schlusslicht muss wegen des Uerdinger Erfolges der VfB Homberg in die Oberliga Niederrhein absteigen. Dabei erkämpften die Duisburger vor 1200 Zuschauer*innen immerhin ein 0:0 gegen Alemannia Aachen und verabschiedeten sich so nach drei Jahren achtbar aus der Regionalliga West. In den letzten Minuten brachte der VfB das Ergebnis nach der Gelb-Roten Karte für Kingsley Helmut Marcinek (Unsportlichkeit/87.) trotz Unterzahl über die Zeit. Die Alemannia blieb zum vierten Mal in Folge unbesiegt.

Fortuna Köln gewann das abschließende Ligaspiel gegen Absteiger Sportfreunde Lotte 2:1 (1:0) und blieb auf Platz fünf. Vor 1300 Besucher*innen im Südstadion gelang Suheyel Najar (4.) die frühe Führung. Manasse Fionouke (60.) glich für die Sportfreunde aus, doch in der Schlussphase machte Leon Demaj (85.) den Kölner Erfolg gegen seinen früheren Verein aus Lotte perfekt. Für die Sportfreunde stand Demajs jüngerer Bruder Drilon bis zur 80. Minute auf dem Platz. Vor dem entscheidenden Treffer hatte Fortuna-Torjäger Sascha Marquet bereits die erneute Führung verpasst, als er einen Foulelfmeter über das Tor schoss (76.).

Für Fortuna Köln ist die Spielzeit 2021/2022 noch nicht beendet. Im Endspiel um den Mittelrheinpokal gastiert die Mannschaft des scheidenden Trainers Alexander Ende im Rahmen des "Finaltags der Amateure" am Samstag, 21. Mai (ab 16.15 Uhr, live in der ARD) beim Drittligisten FC Viktoria Köln. Dort geht es um den Einzug in den DFB-Pokal. 

Autor/-in: WDFV.de/FUSSBALL.DE/mspw

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