Westdeutscher Fussballverband e.V.
Allgemein 16.08.2018

Muskelverletzungen: DFB-Akademie hilft Amateurfußballern

Wissenschaftsprojekt

Teilnehmer gesucht: die DFB-Akademie arbeitet mit Amateurfußballern zusammen (Grafik: ©DFB).
Teilnehmer gesucht: die DFB-Akademie arbeitet mit Amateurfußballern zusammen (Grafik: ©DFB).

Amateurfußballer aufgepasst: Die DFB-Akademie startet ein interessantes Wissenschaftsprojekt. Im Rahmen einer Studie werden Amateurfußballer untersucht, die sich akut am hinteren Oberschenkelmuskel verletzt haben. Ziel ist es, neue Erkenntnisse über den Verlauf solcher Muskelverletzungen zu erhalten und genauer bestimmen zu können, wann die Trainingsbelastung wieder gesteigert werden kann. Dazu kooperieren der DFB und seine Akademie mit dem Uniklinikum Frankfurt sowie mit dem Team von Nationalmannschaftsarzt Prof. Dr. med. Tim Meyer von der Uni Saarland.

"Wir freuen uns sehr, bei unserem neuen Forschungsprojekt direkt mit Amateurfußballern zusammenarbeiten zu können", sagt Prof. Dr. med. Tim Meyer, Arzt der deutschen Nationalmannschaft und Ärztlicher Direktor am Institut für Sport- und Präventivmedizin, Universität des Saarlandes. Er fungiert gemeinsam mit der Radiologin Prof. Dr. med. Katrin Eichler als Leiter der Studie. "Der Nutzen für die Amateurfußballer ist hoch: Sie erhalten einen MRT-Termin binnen 48 Stunden am Universitätsklinikum in Frankfurt am Main, eine professionelle Diagnose und Hinweise für den Heilungsverlauf. Eine derart professionelle sportmedizinische Versorgung ist im Amateurbereich etwas Besonderes – zumal wir auch die Entwicklung ihrer Muskelverletzung begleiten."

So läuft die Teilnahme

Die am Muskel verletzten Amateurfußballer müssen wenige Kriterien erfüllen, um im Rahmen der Studie mitwirken zu können. Das Mindestalter beträgt 18 Jahre, sie sollten durchschnittlich mindestens zweimal pro Woche Fußball spielen, allgemein gesund sein und keinen Herzschrittmacher tragen. Zudem müssen die Amateurfußballer am Beginn ihrer Oberschenkel-Muskelverletzung stehen, d.h. die Verletzung muss "frisch" und somit vor maximal zwei Tagen aufgetreten sein. Denn der gesamte Verlauf wird von dem medizinischen Team untersucht und beobachtet.

Wenn sich ein Amateurfußballer am Oberschenkel verletzt hat, sollte er schnellstmöglich mit Doktorandin Ida Steendahl Kontakt aufnehmen. Dies ist über zwei Wege möglich:

Gemeinsam wird geklärt, ob die zugezogene Verletzung im Rahmen des Forschungsprojekts untersucht werden kann. Falls ja, erhält der Amateurspieler binnen 48 Stunden einen MRT-Termin am Universitätsklinikum in Frankfurt am Main. Die An- und Abreise muss er selbstständig organisieren; weitere Kosten fallen nicht an.

Die "Studie zur Prävention von Muskelverletzungen" ist eines von vielen Projekten im Rahmen des Think Tanks der DFB-Akademie. Dabei wird eine neue MRT-Technik zur Untersuchung von Muskelverletzungen eingesetzt. Die Technik heißt "Diffusion Tensor Imaging" und kommt ohne Röntgenstrahlen aus. Sie bietet eine völlig neue Sichtweise auf die Muskulatur – sowohl direkt nach der Verletzung als auch im Laufe der Zeit, während das Gewebe heilt. Die Technik kann feststellen, wie groß die Muskelschädigung ist und wie der Muskel heilt, indem sie etwa misst, wie viel Wasser durch den Muskel fließt.

Text: DFB/rz

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