Westdeutscher Fussballverband e.V.
Regionalliga West 08.05.2018

Titel-Fernduell und Dreikampf um DFB-Pokal-Chance beim Saisonfinale

Notizen aus der Regionalliga West

Regionalliga West 17/18: Torshow vom 33. Spieltag.

Das Saisonfinale in der Regionalliga West am Sonntag (ab 14 Uhr) bietet gleich aus mehreren Gründen Hochspannung. Während es für den KFC Uerdingen 05 und den FC Viktoria Köln um die Meisterschaft und die damit verbundene Qualifikation für die Aufstiegsrunde zur 3. Liga geht und im unteren Tabellendrittel noch der vierte mögliche Absteiger gesucht wird, haben der SC Wiedenbrück, der SC Verl und der SV Rödinghausen, noch die Chance, sich für den DFB-Pokal zu qualifizieren. Hintergrund: Der bestplatzierte Viertligist aus Westfalen tritt in einem Entscheidungsspiel um die DFB-Pokal-Qualifikation gegen den Meister aus der Oberliga Westfalen an. Spitzenreiter KFC Uerdingen 05 muss im Saisonendspurt auf Kapitän Mario Erb verzichten, Drittligaprofi Kevin Freiberger kehrt zu Rot-Weiss Essen zurück und Nico Michaty wird neuer U 23-Trainer bei Fortuna Düsseldorf. FUSSBALL.DE hat vor dem Saisonfinale die Notizen aus der Regionalliga West zusammengestellt.

„Finale“ in Rödinghausen: Beim Saisonfinale in der West-Staffel herrscht nicht nur im Fernduell um den Titel zwischen Spitzenreiter KFC Uerdingen 05 (73 Punkte) und dem zweitplatzierten Titelverteidiger FC Viktoria Köln (71 Zähler) Hochspannung. Mit dem SC Wiedenbrück (52 Zähler), dem SC Verl und dem SV Rödinghausen (jeweils 50 Punkte) haben noch drei ostwestfälische Vereine die Chance, die bestplatzierte Mannschaft aus Westfalen zu werden und damit auf die Teilnahme am DFB-Pokal hoffen zu dürfen. Der beste Westfalen-Vertreter trifft am Donnerstag, 31. Mai, (Fronleichnam) in einem Entscheidungsspiel um die DFB-Pokal-Qualifikation auf den Meister der Oberliga Westfalen. Aktuell rangiert dort der ASC 09 Dortmund auf Platz eins. Auf eigener Kraft kann sich nur der SC Wiedenbrück die Westfalen-Spitzenposition sichern. Allerdings hat der Tabellenfünfte am Sonntag (ab 14 Uhr) den KFC Uerdingen zu Gast, der seine zurückliegenden neun Spiele gewann und mit dem zehnten Sieg in Folge die Meisterschaft sowie die Qualifikation für die Aufstiegsrunde zur 3. Liga perfekt machen will. Für beide Teams geht es also um viel. Der SV Rödinghausen und der SC Verl stehen sich am Samstag (ab 14 Uhr) im direkten Vergleich gegenüber, benötigen beide einen Sieg, um Wiedenbrück noch abfangen zu können. Verl ist seit 13 Begegnungen unbesiegt und tritt mit reichlich Selbstvertrauen beim Lokalrivalen an. SCV-Trainer Guerino Capretti betont im Gespräch mit FUSSBALL.DE, wie brisant die Partie ist: „Die Chance auf das Erreichen des Entscheidungsspiels haben wir uns dank der jüngsten Serie erarbeitet. Wir sehen die Partie als Finale. Beide Mannschaften werden noch einmal alles geben. Wir wissen, dass es brutal schwer wird, in Rödinghausen den nötigen Sieg einzufahren.“ Über das parallel stattfindende Spiel in Wiedenbrück möchte Capretti aber während der Partie nicht informiert werden: „Das lassen wir komplett außen vor. Wir benötigen unsere volle Konzentration in Rödinghausen. Erst wenn wir unsere Aufgabe erledigt haben, schauen wir nach Wiedenbrück.“

Rückkehr in die Heimatstadt: Der Traditionsverein Rot-Weiss Essen hat sich zur kommenden Saison die Dienste von Kevin Freiberger gesichert. Der 29-jährige Offensivspieler kehrt vom Drittligisten Sportfreunde Lotte in seine Heimatstadt zurück und unterzeichnete an der Hafenstraße einen Vertrag bis zum 30. Juni 2020. „Kevin hatte in Lotte maßgeblichen Anteil am Aufstieg in die 3. Liga und an den starken Leistungen der vergangenen Jahre in der Liga sowie im DFB-Pokal. Nicht zuletzt aufgrund seiner ersten Zeit hier an der Hafenstraße kennen wir nicht nur seine Qualitäten als Fußballer, sondern auch seinen positiv ehrgeizigen Charakter. Daher freuen wir uns, dass wir ihn in vielen guten Gesprächen trotz anderer Optionen für eine Rückkehr nach Essen begeistern konnten“, so RWE-Sportdirektor Jürgen Lucas. „Kevin verschafft uns in der Offensive mit seiner Spritzigkeit aber auch seinem starken Abschluss noch mehr Durchschlagskraft. Bei unseren Treffen hatte ich immer das Gefühl, dass er richtig Bock auf Rot-Weiss Essen hat. Genau so soll es sein“, erklärt Cheftrainer Karsten Neitzel.

Neben Erb fällt auch Müller aus: Ohne Kapitän und Innenverteidiger Mario Erb muss Spitzenreiter KFC Uerdingen 05 im letzten Saisonspiel beim SC Wiedenbrück (Sonntag, 14 Uhr) sowie auch in den möglichen Playoff-Spielen um den Aufstieg in die 3. Liga auskommen. Der 27-jährige Abwehrspieler erlitt beim 4:0 gegen den Wuppertaler SV bereits während der ersten Halbzeit bei einem Kopfballduell einen Kieferbruch und wurde inzwischen operiert. In dieser Saison kann Erb, im zurückliegenden Sommer von Rot-Weiß Erfurt zu den Krefeldern gewechselt, nicht mehr eingesetzt werden. Ebenfalls eine längere Pause muss wohl Mittelfeldspieler Christian Müller (34) einlegen, der gegen den WSV mit Verdacht auf einen Muskelfaser- oder sogar Muskelbündelriss ausgewechselt wurde. „Bei Christian habe ich noch Hoffnung, dass er uns vielleicht in etwa drei Wochen wieder zur Verfügung steht“, sagt KFC-Trainer Stefan Krämer. Die Aufstiegsspiele, in denen die Uerdinger auf den Südwest-Vizemeister SV Waldhof Mannheim treffen würden, sind für den 24. und 27. Mai terminiert. Vor dem letzten Spieltag hat der KFC Uerdingen 05 zwei Punkte Vorsprung vor Titelverteidiger FC Viktoria Köln, der allerdings die um zehn Treffer bessere Tordifferenz aufweist. Das heißt: Um die Meisterschaft aus eigener Kraft zu sichern, müsste der ehemalige Bundesligist in Wiedenbrück gewinnen. Es wäre bereits der zehnte Sieg in Serie. Viktoria Köln empfängt gleichzeitig die U 23 von Borussia Mönchengladbach.

Michaty übernimmt: Bundesligaaufsteiger Fortuna Düsseldorf hat einen neuen Trainer für seine zweite Mannschaft gefunden. Nico Michaty betreut ab der kommenden Spielzeit die U 23, die in der Regionalliga West noch um den Klassenverbleib kämpft. Zuletzt war der 44-Jährige bis 2016 Leiter der Nachwuchsabteilung bei Hannover 96. Außerdem arbeitete der gebürtige Siegener viele Jahre für den VfL Bochum und war dort unter anderem Trainer der zweiten Mannschaft sowie Assistent vom jetzigen Fortuna-Cheftrainer Friedhelm Funkel. Ex-Profi Jens Langeneke, der bis zum Saisonende die Düsseldorfer U 23 trainiert, kehrt zur neuen Saison zur U 17 zurück. Sinisa Sukur bleibt weiterhin für die A-Junioren verantwortlich. „Damit sind wir auf den wichtigen Trainerpositionen im Leistungs- und Übergangsbereich für die Zukunft sehr gut aufgestellt“, so Frank Schaefer, Leiter des Nachwuchsleistungszentrums.

Odenthal bleibt Oberhausener: Auch in den kommenden beiden Spielzeiten wird Maik Odenthal das Trikot von Rot-Weiß Oberhausen tragen. Der 25-jährige Mittelfeldspieler verlängerte jetzt seinen Vertrag beim ehemaligen Bundesligisten bis Juni 2020. „Wir freuen uns sehr, dass sich Maik gegen ein finanziell lukrativeres Angebot und für eine Zukunft bei RWO entschieden hat“, sagt Jörn Nowak, Sportlicher Leiter bei Rot-Weiß Oberhausen. „Wir haben großes Vertrauen in ihn und seine Fähigkeiten. Er wird in der kommenden Saison ein wichtiger Baustein in unserem Spiel sein.“ Odenthal spielt seit Juni 2016 für Oberhausen. In der laufenden Saison absolvierte er 31 Begegnungen (vier Tore, sechs Vorlagen).

Aachen holt Redjeb aus der 5. Liga: Alemannia Aachen nimmt ab der kommenden Saison Mohamed Redjeb unter Vertrag. Der 22-jährige Innenverteidiger kommt vom Fünftligisten TV Herkenrath zum ehemaligen Bundesligisten und unterschrieb einen Kontrakt bis zum 30. Juni 2019. Mit Mohamed haben wir einen jungen Spieler für uns gewinnen können, der sowohl im defensiven Mittelfeld als auch auf der Innenverteidigerposition eingesetzt werden kann. Er bringt neben seiner Physis und Grundschnelligkeit eine gute Spielauffassung mit“, sagt Aachens Cheftrainer Fuat Kilic. Redjeb wurde unter anderem beim 1. FC Köln ausgebildet. Für den TV Herkenrath, der als Tabellenführer der Oberliga Mittelrhein kurz vor dem erstmaligen Aufstieg in die Regionalliga West steht, spielt er seit letzten Sommer. „Die Alemannia ist ein Traditionsverein. Ein Teil dieses Klubs zu werden, macht mich stolz. Für mich ist der Wechsel der nächste Schritt in meiner Entwicklung“, so Redjeb.

Auch RWE mit eSport-Team: Nachdem der KFC Uerdingen 05 vor einigen Tagen bekannt gegeben hatte, dem Trend zu folgen und mit einem eigenen eSport-Team aus Spielern des virtuellen Fußballspiels „FIFA“ an den Start zu gehen, haben sich bereits mehr als 100 begeisterte Zocker aus der Region für einen Platz in der Mannschaft beworben. Deshalb plant der ehemalige Bundesligist nun ein Turnier. Die besten Spieler sollen sich dabei einen Platz im neu gegründeten eSport-Team, das um Kapitän Tim Heckenkamp (24) aufgebaut wird, verdienen. „Wir sind bereits mitten in der Planungsphase für das Turnier und werden das so schnell wie möglich publik machen, sobald ein Termin feststeht und wir Anmeldungen entgegennehmen können“, heißt es von Vereinsseite. Vor dem KFC Uerdingen waren in den letzten Jahren auch schon zahlreiche Profiklubs (unter anderem Schalke 04, VfB Stuttgart und der VfL Bochum) in den eSport eingestiegen. Auch internationale Spitzenklubs wie Manchester City, Paris Saint-Germain und der AS Rom haben FIFA-Spieler unter Vertrag. Auch KFC-Ligakonkurrent Rot-Weiss Essen ist ab sofort in diesem Bereich aktiv, hat ein eigenes Team aus Fans und Freunden des Vereins gegründet. „Die Jungs sind mit dem Vorschlag auf uns zugekommen, ab sofort unter dem Namen Rot-Weiss Essen zu spielen. Nach einer ersten Kennenlernphase haben wir uns entschieden, uns diesem Feld und dieser rasant wachsenden Community zu öffnen. Wir sind gespannt, wohin uns dieser Weg führen wird“, sagt RWE-Vorstandsvorsitzender Marcus Uhlig.

„Kids Day“ in Wuppertal: Im Rahmen des abschließenden Saisonspiels gegen die U 21 des 1. FC Köln am Sonntag (ab 14 Uhr) veranstaltet der Wuppertaler SV erneut einen „Kids Day“. Kinder bis zwölf Jahre haben freien Eintritt. Außerdem wird es auf dem Stadiongelände für die Kinder ein buntes Rahmenprogramm mit Hüpfburg, Kinderschminken, Luftballons, einer Torwand sowie einer Fotostunde mit Maskottchen „Pröppi“ geben. Aber nicht nur für die „kleinen“ Besucher hat sich der WSV etwas ausgedacht. Alle Zuschauer im Stadion am Zoo zahlen am Sonntag den Einheitspreis von fünf Euro.

FUSSBALL.DE/mspw

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