Westdeutscher Fussballverband e.V.
Herren-Regionalliga West 27.04.2022

KFC Uerdingen zurück in altehrwürdiger Grotenburg

35. Spieltag in der Herren-Regionalliga West

Zahlreiche Aufstiege in die Bundesliga, ein Länderspiel unter Sepp Herberger mit Ernst Kuzorra, einen Sieg gegen den damaligen europäischen Champion FC Bayern München und  natürlich das Europacup-Wunder gegen Dynamo Dresden.  Das Grotenburg-Stadion, ehemals als Grotenburg-Kampfbahn bekannt, hat in seiner Geschichte unvergessliche Spiele erlebt. Nun kehrte der KFC Uerdingen nun an seine legendäre Kultstätte zurück. 

Es war ein "historisches" Aufeinandertreffen im Krefelder Grotenburg-Stadion am 35. Spieltag in der Herren-Regionalliga West: Das direkte Duell der beiden bereits vor dem Spieltag als Absteiger feststehenden Mannschaften KFC Uerdingen 05 und VfB Homberg endete 0:4 (0:1). Seit fast vier Jahren war es das erste KFC-Heimspiel in seiner traditionsreichen Spielstätte, in der baubedingt 2000 Zuschauer*innen zugelassen waren. Das Stadion war dann auch ausverkauft.

Mit dem Sieg in der Grotenburg beendete Schlusslicht Homberg eine Serie von neun Partien ohne Sieg. Für den deutlichen Erfolg der Duisburger sorgten Pascale Talarski (24.), der zur neuen Saison zum KFC Uerdingen 05 wechseln wird und sich damit schon mal an seiner zukünftigen Wirkungsstätte vorstellte, sowie Justin Walker (55.), Jonas Pfalz (67.) und Jan Wellers (69.). Der ehemalige Bundesligist aus Krefeld, der in den vergangenen Jahren für seine Heimspiele immer in andere Städte wie unter anderem Düsseldorf, Duisburg, Lotte oder Velbert ausweichen musste, konnte die dritte Niederlage in Folge nicht verhindern.

Schalker U 23 schafft großen Schritt

Die U 23 des FC Schalke 04 hat einen wichtigen Schritt in Richtung Klassenverbleib gemacht. Die Gelsenkirchener kamen beim direkten Konkurrenten SV Lippstadt 08 zu einem 1:0 (1:0)-Auswärtssieg und verbesserten sich damit auf Rang elf. Fünf Zähler beträgt zumindest vorerst der Vorsprung auf die Abstiegszone. Den entscheidenden Treffer steuerte Niklas Castelle (5.) bereits in der Anfangsphase bei. Die seit drei Begegnungen sieglosen Lippstädter liegen nur drei Punkte über dem Strich.

Der Sprung auf Rang zehn gelang der U 23 von Borussia Mönchengladbach durch ein 2:1 (1:1) gegen den SV Straelen . Für die Borussia waren Semir Telalovic (29.) und Mika Schroers (71.) erfolgreich. Für Straelen traf Arlind Shoshi (16.). Dieser konnte die Niederlage des SVS beim Einstand des neuen Trainers Steffen Weiß (zuvor SG Sonnenhof Großaspach) nicht verhindern. Während die seit vier Partien ungeschlagenen Gladbacher auf einem guten Weg sind, endgültig für eine weitere Saison in der Regionalliga West planen zu können, benötigt Straelen (seit vier Spielen sieglos) noch weitere Punkte. Der Vorsprung auf die Abstiegszone beträgt aktuell einen Zähler.

Kölner Derby bleibt ohne Sieger

Ohne Sieger endete das Derby zwischen der U 21 des 1. FC Köln und Fortuna Köln . Beim 2:2 (0:1) im Franz-Kremer-Stadion am Geißbockheim war Hendrik Mittelstädt (68./77.) für die seit fünf Spielen sieglosen Gastgeber doppelt erfolgreich. Für die Fortuna, die ihre vergangenen vier Partien nicht gewinnen konnte und keine Chance mehr auf die Meisterschaft hat, trugen sich Leon Demaj (20.) und Sascha Marquet (61.) in die Torschützenliste ein.

Der SC Wiedenbrück entschied ein Aufeinandertreffen zweier Teams aus der oberen Tabellenhälfte gegen die U 23 von Fortuna Düsseldorf 3:1 (1:0) für sich. Torschützen für Wiedenbrück waren zweimal Stanislav Fehler (36., Foulelfmeter/49.) und Niklas Szeleschus (73.). Der Düsseldorfer Treffer ging auf das Konto von Phil-Thierri Sieben (58.). Die Fortuna verpasste den dritten Sieg in Serie.

Rot Weiss Ahlen siegt nach langer Unterbrechung

Der 1:0 (0:0)-Auswärtserfolg von Rot Weiss Ahlen beim FC Wegberg-Beeck war von erheblichen Zuschauerausschreitungen überschattet, an denen vor allem Anhänger der Gäste beteiligt waren. Die Partie musste deshalb in der zweiten Halbzeit für rund eine Stunde unterbrochen werden, ehe das Spiel dann doch noch fortgesetzt wurde. Rot Weiss Ahlen setzte sich dank eines Foulelfmeter-Tores von Jan Holldack (71.) durch und baute den Vorsprung vor der Gefahrenzone auf sieben Punkte aus. Wegberg-Beecks Angreifer Shpend Hasani sah wegen einer Unsportlichkeit die Rote Karte (61.). Bei weiterhin sechs Punkten Abstand zu einem Nichtabstiegsplatz und nur noch drei ausstehenden Begegnungen haben die Gastgeber nur noch geringe Chancen auf den Klassenverbleib.

Der SV Rödinghausen setzte seinen Lauf mit einem 1:0 (0:0) beim Bonner SC fort und ist jetzt schon seit zehn Spielen unbesiegt. Ein Eigentor von Matti Fiedler (88.) entschied die Partie kurz vor Schluss. Die abstiegsbedrohten Bonner verloren vier der zurückliegenden fünf Spiele (ein Sieg) und rangieren nur knapp über dem Strich.

Preußen Münster bleibt auf Kurs 3. Liga 

Auf dem Weg zur Meisterschaft in der Regionalliga West und damit auch zum Aufstieg in die 3. Liga hat der SC Preußen Münster eine weitere hohe Hürde übersprungen. Zum Abschluss des 35. Spieltages setzte sich das Team von Trainer Sascha Hildmann im Topspiel bei Rot-Weiß Oberhausen 3:0 (1:0) durch und verdrängte mit jetzt 80 Punkten Rot-Weiss Essen (78 Zähler) wieder von der Tabellenspitze. Die Essener hatten bereits am Freitag ihre Auswärtsaufgabe beim jetzt feststehenden Absteiger Sportfreunde Lotte gelöst (3:0).

Vor 5897 Zuschauer*innen im Stadion Niederrhein, darunter etwa die Hälfte aus Münster, waren die Gäste vor allem in der ersten Halbzeit klar spielbestimmend, führten aber nach einem Kopfballtor von Jules Schwadorf (20.) "nur" 1:0. Kurz vor und kurz nach der Pause hatten die Preußen Glück, dass RWO-Kapitän Jerome Propheter erst an der Latte und wenige Minuten später am Pfosten scheiterte. Auf der Gegenseite traf auch Münsters Torjäger Gerrit Wegkamp "Aluminium".

In der Schlussphase machten dann Henok Teklab (75., Foulelfmeter) und der eingewechselte Deniz-Fabian Bindemann (80.) den 24. Sieg des Spitzenreiters im 35. Saisonspiel perfekt. Aus den zurückliegenden zehn Begegnungen holte Münster 26 von 30 möglichen Punkten und geht jetzt mit zwei Zählern Vorsprung vor Rot-Weiss Essen in die verbleibenden drei Spieltage. Die Tordifferenz beträgt bei beiden Vereinen jeweils plus 45. Für RWO ging eine Erfolgsserie von zwölf Partien ohne Niederlage zu Ende.

Alemannia Aachen weiter auf Abstiegsplatz

Alemannia Aachen verpasste erneut den Sprung auf einen Nichtabstiegsplatz und muss weiter um den Klassenverbleib bangen. Die Mannschaft von Trainer Fuat Kilic unterlag dem Wuppertaler SV im Traditionsduell 1:2 (1:1) und ist nach wie vor einen Punkt vom rettenden 15. Rang entfernt. Allerdings hat die Alemannia im Vergleich zu den meisten Konkurrenten noch eine Nachholpartie in der Hinterhand.

Die Wuppertaler 1:0-Führung, für die Kevin Rodrigues Pires (13.) per Foulelfmeter gesorgt hatte, konnte Dino Bajric (20.) vor 5900 Besucher*innen im Tivoli-Stadion nur wenig später ausgleichen. Auf den zweiten WSV-Treffer durch den eingewechselten Phillip Aboagye (54.) hatten die Hausherren aber keine Antwort mehr. Dank des dritten Dreiers hintereinander verdrängten die Wuppertaler Rot-Weiß Oberhausen vom dritten Tabellenplatz. Die Chancen auf die Meisterschaft sind allerdings bei acht Punkten Abstand zur Spitze sehr gering. 

Autor/-in: FUSSBALL.DE/MSPW

 

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