Westdeutscher Fussballverband e.V.
Regionalliga West 23.10.2019

Rückzug aus der Regionalliga

Traditionsverein Wattenscheid 09 stellt Spielbetrieb in Regionalliga West ein

Alle Bemühungen waren letztlich vergeblich! Der wirtschaftlich stark angeschlagene Traditionsverein SG Wattenscheid 09 muss den Spielbetrieb der ersten Mannschaft in der Regionalliga West mit sofortiger Wirkung einstellen. Das teilte Insolvenzverwalterin Dr. Anja Commandeur (Bochum) am Mittwoch mit. Alle Spieler des ehemaligen Bundesligisten und auch das Trainerteam um Farat Toku sind damit arbeitsrechtlich ab sofort freigestellt. 

Die SG Wattenscheid 09 steht damit als erster Absteiger fest. Alle bislang ausgetragenen 13 Spiele werden aus der Wertung genommen. Schon das für Samstag (ab 14 Uhr) angesetzte Heimspiel gegen Vizemeister Rot-Weiß Oberhausen findet nicht mehr statt.

"Sämtliche Gespräche ohne gewünschtes Ergebnis"

"Sämtliche Gespräche über die künftige finanzielle Unterstützung des Vereins sind leider ohne das gewünschte Erlebnis verlaufen", teilte die SGW in ihrer offiziellen Erklärung mit. "Es konnten keine Sponsoren gefunden werden, die die notwendige Liquidität für die Aufrechterhaltung des Spielbetriebs bis zum Jahresende zur Verfügung gestellt hätten. Dies wäre der erste Schritt in Richtung Sanierung gewesen, um die Zeit bis zum Jahresende dafür zu nutzen, langfristige Sponsoren für den restlichen Saisonverlauf und die Spielzeit 2020/21 zu suchen."

Dr. Anja Commandeur hatte erst vor wenigen Tagen erklärt, dass der Verein zunächst rund 135.000 Euro benötige, um den Spielbetrieb bis zur Winterpause sichern zu können. Selbst dieses Zwischenziel konnte jedoch nicht erreicht werden, obwohl sich Mannschaft und Trainerteam sogar bereiterklärt hatten, bis zum Saisonende auf sämtliche Prämienzahlungen verzichten zu wollen, wenn die Rettung gelingt.

"Ich bin sehr enttäuscht, dass es trotz des hohen Engagements vieler Personen aus dem Verein und dessen Umfeld nicht gelungen ist, Sponsoren für die Finanzierung des Spielbetriebs zu gewinnen", erklärte Insolvenzverwalterin Dr. Commandeur.

Jugendabteilung kann Spielbetrieb fortsetzen

Einen wichtigen Teilerfolg konnte die Bochumer Rechtsanwältin jedoch verbuchen: Die Jugendabteilung der SG Wattenscheid 09 kann aufrechterhalten bleiben. Der Spiel- und Trainingsbetrieb für 211 Kinder und Jugendliche und ihre Trainer und Betreuer geht weiter. Eine Gruppe engagierter Privatleute und Unternehmer bringt die notwendigen Mittel auf, um den Spiel- und Trainingsbetrieb der Jugendabteilung für die laufende Saison zu sichern.

Auch der künftige Vorstand des Klubs soll sich aus diesen Reihen formieren und dem Verein eine neue zukunftsfähige Struktur geben, um verlorenes Vertrauen zurückzugewinnen. Gemeinsam mit der Insolvenzverwalterin soll der Traditionsverein über das Insolvenzplanverfahren erhalten bleiben.

"Auch wenn der Abschied von der ersten Mannschaft aus der Regionalliga sehr bitter ist, wird so die Chance auf den Verbleib des  Vereins in einer höheren Spielklasse in der Saison 2020/21 gewahrt", schreibt die SG Wattenscheid 09. Ein Neuanfang sei damit trotz allem geschafft. Theoretisch könnte der Klub in der nächsten Saison in der Oberliga Westfalen starten, sofern das Insolvenzverfahren erfolgreich verläuft.

Autor: mspw

 

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