Westdeutscher Fussballverband e.V.
Regionalliga West 17.02.2020

Verzicht auf 3. Liga: Das sind die Folgen?

So ist der Aufstieg von der Regionalliga zur 3. Liga geregelt

Der Vertreter der Regionalliga West bestreitet diese Saison Aufstiegsspiele gegen den Vertreter der Regionalliga Nordost
Der Vertreter der Regionalliga West bestreitet diese Saison Aufstiegsspiele gegen den Vertreter der Regionalliga Nordost

Der SV Rödinghausen hat mitgeteilt, dass er keine Zulassung für die 3. Liga beantragen wird. Welche möglichen Auswirkungen hat das für die Aufstiegsspiele? Was sagen die Statuten in solchen Fällen? DFB.de klärt auf.

Wie ist in dieser Saison der Aufstieg von der Regionalliga zur 3. Liga geregelt?

Seit der Saison 2018/2019 steigen vier Mannschaften in die 3. Liga auf, dort gibt es entsprechend vier Absteiger. In diesem Jahr steigen die Meister der Regionalligen Südwest, Nord und Bayern direkt auf. Die Vertreter der Staffeln West und Nordost ermitteln in Hin- und Rückspiel den vierten Aufsteiger. In der Vorsaison hatten der Westen (FC Viktoria Köln) und Nordosten (Chemnitzer FC) zusammen mit dem Südwesten (SV Waldhof Mannheim) die Direktaufsteiger gestellt. In den Aufstiegsspielen setzte sich der FC Bayern II gegen den VfL Wolfsburg II durch (1:3, 4:1).

Was passiert, wenn Rödinghausen Meister wird?

Gemäß Paragraf 55b der DFB-Spielordnung rückt in diesem Fall der nächstplatzierte Klub in der Regionalliga West nach, der die Zulassung zur 3. Liga beantragt hat. Dieser Klub bestreitet die Aufstiegsspiele gegen den Vertreter der Regionalliga Nordost.

Was hat es mit der Zulassung für die 3. Liga auf sich?

Wer in der 3. Liga spielen will, muss neben der sportlichen Qualifikation zwingend die festgelegten wirtschaftlichen und technisch-organisatorischen Zulassungsvoraussetzungen erfüllen. So ist es in der DFB-Spielordnung und im Statut 3. Liga festgehalten. Im Zulassungsverfahren wird die wirtschaftliche und technisch-organisatorische Leistungsfähigkeit der Vereine überprüft - ähnlich des Lizenzierungsverfahrens in der Bundesliga und 2. Bundesliga. Die eingereichten Unterlagen folgen festen Vorgaben, die Prüfung für die 3. Liga unterliegt dem DFB. Das Zulassungsverfahren soll einen ordnungsgemäßen Ablauf der Folgesaison im finanziellen und technisch-organisatorischen Bereich (zum Beispiel Stadioninfrastruktur) gewährleisten. Bei den Vorgaben ist zu berücksichtigen, dass es sich bei der 3. Liga um eine reine Profiliga handelt.

Wann finden die Aufstiegsspiele 2019/2020 zur 3. Liga statt? Und wer hat im Hinspiel Heimrecht?

Beides steht noch nicht fest. Die definitiven Termine für die beiden Partien beschließt das DFB-Präsidium, dessen nächste Sitzung am 6. März anberaumt ist. Ebenfalls im März soll ausgelost werden, wer im Duell West gegen Nordost das Hinspiel zuhause bestreitet. Die Saison in der Regionalliga endet am 16./17. Mai. Der Finaltag der Amateure, in dessen Rahmen alle Landespokalendspiele ausgetragen werden sollen, ist für Samstag, 23. Mai, terminiert.

Was passiert, wenn der Gewinner der Aufstiegsspiele das Zulassungsverfahren nicht besteht. Gibt es dann einen Absteiger weniger aus der 3. Liga?

Nein. Der Verlierer der Aufstiegsspiele profitiert und steigt in die 3. Liga auf – sofern er die Zulassung erhalten hat. Einen Absteiger weniger aus der 3. Liga gibt es nur dann, sollte der Fall eintreten, dass beide Teilnehmer der Aufstiegsspiele im Zulassungsverfahren scheitern.

Wie wird verfahren, wenn ein Klub der 3. Liga zwar sportlich den Klassenerhalt schafft, aber keine Zulassung für die kommende Saison erhält?

Der betreffende Klub rückt automatisch ans Tabellenende. Der Konkurrent, der zuvor sportlich den viertletzten Platz belegt hatte, klettert um eine Position und bleibt in der 3. Liga.

Wie ist der Aufstieg zur 3. Liga ab der kommenden Saison geregelt?

Mit Beginn der Spielzeit 2020/2021 greift eine Neuregelung, die beim DFB-Bundestag 2019 mit klarer Mehrheit beschlossen wurde. Demnach hat neben der Regionalliga Südwest künftig auch die Regionalliga West einen festen Direktaufsteiger. Die Staffeln Nord, Nordost und Bayern verfügen über die beiden restlichen Aufstiegsplätze. Hier wird nach folgender Systematik verfahren: Ein Meister steigt in jährlich wechselnder Folge direkt auf, die Vertreter der anderen beiden Staffeln bestreiten die Aufstiegsspiele gegeneinander. Welche der drei betreffenden Regionalliga-Staffeln in welcher Spielzeit bzw. Reihenfolge über den direkten Aufsteiger verfügt, wird nach Anhörung des DFB-Spielausschusses durch das DFB-Präsidium festgelegt.

Autor: DFB/jb

 

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