Westdeutscher Fussballverband e.V.
Verbandsnews 13.07.2019

Ehrenpräsident Hermann Korfmacher: „WDFV ist eine Gesellschaft mit besonderer Harmonie“

Würdigung auf dem WDFV-Verbandstag

WDFV-Ehrenpräsident Hermann Korfmacher. (Foto: WDFV)
WDFV-Ehrenpräsident Hermann Korfmacher. (Foto: WDFV)

Hermann Korfmacher ist ehrenvoll von seinem Amt als Präsident des Westdeutschen Fußballverbandes (WDFV) verabschiedet worden. Der 76 Jahre alte frühere Kreisverwaltungsdirektor aus Gütersloh wurde auf dem WDFV-Verbandstag am 13. Juli in Dortmund von den Delegierten unter großem Beifall als Würdigung seiner ehrenamtlichen Lebensleistung für die Fußballfamilie in Nordrhein-Westfalen zum Ehrenpräsident gewählt. In der Geschichte des Regionalverbandes wurden zuvor Constans Jersch (1950) und Fritz Klein (1981) zu Ehrenvorsitzenden ernannt.

Die Laudatio für Hermann Korfmacher hielt im Deutschen Fußballmuseum der 1. DFB-Vizepräsident Dr. Rainer Koch. In rund sechs Jahrzehnten ehrenamtlicher Tätigkeiten, hiervon fast ausschließlich in verantwortungsvollen Positionen, hat sich Hermann Korfmacher um den Sport und ganz besonders um den Fußball sehr verdient gemacht. Das Ehrenamt im Sport hat er gewissermaßen von der Pike auf gelernt und ein beeindruckendes Engagement bewiesen.

„Die Fußstapfen, die meine Vorgänger und insbesondere Paul Rasche gesetzt haben, waren gewaltig. Nun, meine Füße sind in den zurückliegenden 16 Jahren nicht spürbar gewachsen. Aber ich blicke auf eine gute Zeit zurück. Weil Ihr alle – liebe Freunde – mir sehr geholfen habt. Diese Fußballfamilie in Nordrhein-Westfalen ist etwas ganz Besonderes. Sie ist eine echte GmbH – eine Gesellschaft mit besonderer Harmonie. Mein größter Wunsch ist, dass dies auch so bleiben möge“, erklärte Hermann Korfmacher auf dem Verbandstag im Rahmen seiner persönlichen Bilanz.

Von Grün-Weiß Langenberg über den Kreissportbund und den Fußballkreisverband bis zur Spitze des Fußball- und Leichtathletik Verbandes Westfalen, des Westdeutschen Fußballverbandes und des Deutschen Fußball-Bundes. Hermann Korfmacher hat diese Karriere bis zum DFB-Vizepräsidenten gemacht, weil er Überzeugungen hat und einfach Begeisterung für die Sache mitbringt. Jugendarbeit, Verbandstätigkeit, großer und kleiner Sport - eine Konstante zieht sich durch sein Leben und Wirken: Hermann Korfmacher ist im besten Sinne immer ein bodenständiger Westfale geblieben.

Hermann Korfmacher hat sich über die Jahrzehnte die Begeisterung für das Ehrenamt erhalten. Als Nachfolger des 2003 im Amt verstorbenen WFLV-Präsidenten Paul Rasche setzte Hermann Korfmacher Maßstäbe. Sowohl im Regionalverband, den er mit Leidenschaft führt, als auch als Präsident des Fußball- und Leichtathletikverbandes Westfalen. Per Akklamation ernannten ihn die Delegierten des FLVW-Verbandstages 2016 in seiner Wahlheimat Gütersloh zum Ehrenpräsidenten des FLVW - eine bis dato einmalige Auszeichnung in Anerkennung seiner Verdienste um den Verband. Dazu gehört insbesondere der Ausbau der Sportschule Kaiserau zum SportCentrum.

Menschlichkeit, Zuverlässigkeit, Verhandlungsgeschick und Zähigkeit sowie Kompetenz und Sachverstand sind die Attribute, die ihn nach Meinung der Menschen, die ihn kennen, auszeichnen. 

Im Jahr 2005 wurde Hermann Korfmacher, der bis zu seiner Pensionierung im Jahr 2008 als Leitender Kreisverwaltungsdirektor Geschäftsführer der Werkstatt für behinderte Menschen im Kreis Gütersloh war, das Bundesverdienstkreuz am Bande verliehen. 

Hermann Korfmacher blickte auf dem Verbandstag auf einige Meilensteine zurück, die in seiner Zeit als WDFV-Präsident gelegt wurden: „Ich bin vor allen Dingen stolz auf die Entwicklung, die der WDFV mit seinen drei Mitgliedsverbänden genommen hat. In Hennef, Duisburg-Wedau und Kamen Kaiserau verfügt der NRW-Fußball über drei Sportschulen mit Vorzeige-Charakter. Die Basis ist gelegt, dass alle drei Sportschulen auch in der Zukunft modernen Anforderungen gerecht werden. Sie sollen ein wichtiger Baustein sein zum Gelingen der EM 2024 mit drei Spielorten in Nordrhein-Westfalen. Die Verhandlungen über entsprechende Förderungen hat der WDFV mit der Landesregierung bereits aufgenommen.

Weitere Meilensteine der Arbeit, die der WDFV binnen der vergangenen Jahre bewältigt hat, waren unter anderem unsere Beiträge zum Behindertensport, zur Integration von ausländischen Sportlern und der Einsatz für Flüchtlinge. Der Fußball bewies sich wieder einmal als große Integrationsmaschine. Der WDFV hat dafür gesorgt, dass verfolgten Menschen unkompliziert Spielerpässe ausgestellt wurden. Das erleichterte die Integration enorm.

Ein großes Ziel war es, den Frauen- und Mädchenfußball zu fördern. Dass dieses Bestreben auch international Anklang findet, zeigte unser gemeinsames Mädchenfußballprojekt mit dem Fußballverband von Südafrika. Damals haben wir viele wichtige Kontakte geknüpft. Es war eines von so manchen Projekten, das wir durch unsere sehr gute Partnerschaft mit dem Landessportbund NRW vorantreiben konnten. 

Geprägt hat uns auch die gemeinsame Zeit mit der NRW-Leichtathletik, die wir unter dem Dach des Westdeutschen Fußball- und Leichtathletikverbandes von 2002 bis 2016 verbracht haben. Es waren gute Jahre, in denen wir vielfach voneinander profitieren konnten.

Einiges an Fingerspitzengefühl forderte die Regionalliga-Reform. Wir haben die Regionalliga West als traditionsreiche Staffel in Nordrhein-Westfalen etabliert und auch ins Fernsehen gebracht. Die Zusammenarbeit mit SPORT1 hat sich bewährt. Ich bin froh, dass der Westdeutsche Meister ab 2021 auch einen festen Aufstiegsplatz in die 3. Liga hat. Peter Frymuth hat an diesem Erfolg entscheidend mitgewirkt.“

Als Anerkennung seiner außerordentlichen Verdienste und dem Schaffen für die Fußballfamilie in Nordrhein-Westfalen wurde Hermann Korfmacher auf dem WDFV-Verbandstag 2019 nach seinem Ausscheiden aus dem Amt des Präsidenten zum Ehrenpräsidenten ernannt.

WDFV

 

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