Westdeutscher Fussballverband e.V.
Verbandsmeldungen 19.03.2021

WDFV-Präsidium gibt Sportgericht-Urteil zur Überprüfung an das WDFV-Verbandsgericht

Das Präsidium des Westdeutschen Fußballverbandes (WDFV) hat entschieden, das Urteil des WDFV-Sportgerichts vom 09.03.2021 im Verfahren gegen den Fußball-Lehrer Heiko Vogel (Borussia VfL 1900 Mönchengladbach GmbH) durch das Verbandsgericht des WDFV überprüfen zu lassen. Das Verbandsgericht ist die höchste Rechtsinstanz des Westdeutschen Fußballverbandes. In diesem Zusammenhang stellt der WDFV ausdrücklich fest, dass die Verbandsportgerichtsbarkeit unabhängig und nicht weisungsgebunden ist. Deshalb ist das Präsidium nicht berechtigt, eine rechtskräftig getroffene Entscheidung aufzuheben, kann aber die Überprüfung eines Urteils von der nächsthöheren Instanz verlangen.

Diese Entscheidung gab das Präsidium am Freitag (19. März 2021) bekannt. Insbesondere soll durch das Verbandsgericht geprüft werden, ob im Zusammenhang mit dem Verhalten des Fußball-Lehrers Heiko Vogel beim Spiel der Herren-Regionalliga West Borussia Mönchengladbach U 23 – SV Bergisch Gladbach vom 30.01.2021 der Tatbestand der Diskriminierung gegeben ist. Während des Spiels, das unter der Leitung von Schiedsrichter Marcel Benkhoff und den Assistentinnen Vanessa Arlt und Nadine Westerhoff ausgetragen wurde, hatte sich Vogel in ausfallender Weise in Richtung der Referees geäußert.

Gundolf Walaschewski, Vizepräsident des Westdeutschen Fußballverbandes, sagt: „Diskriminierung hat weder im Fußball noch in der Gesellschaft Platz. Dazu bekennt sich auch der WDFV und mit ihm die Fußballfamilie in Nordrhein-Westfalen ausdrücklich. Das bedeutet konkret: Null Toleranz gegen sexuelle Diskriminierung und null Toleranz gegen Diskriminierung generell. Zudem ist es unsere Pflicht, dass wir uns schützend vor unsere Schiedsrichter*innen stellen. Deshalb ist es dem Präsidium wichtig, dass das Geschehen rund um das betreffende Spiel und die Äußerungen des Fußball-Lehrers Heiko Vogel lückenlos aufgearbeitet und geprüft werden.“

In dem Verfahren vor dem WDFV-Sportgericht am 09.03.2021 wurde über das Verhalten des Fußball-Lehrers Heiko Vogel, Trainer des Vereins Borussia VfL 1900 Mönchengladbach, beim Spiel der Herren-Regionalliga West Borussia Mönchengladbach U 23 – SV Bergisch Gladbach vom 30.01.2021 verhandelt. Der Beschuldigte wurde wegen eines unsportlichen Verhaltens bei dem Spiel unter anderem mit einer Geldstrafe in Höhe von 1.500 Euro und dem Innenraum-Verbot für zwei Meisterschaftsspiele der von ihm betreuten Regionalliga-Mannschaft belegt.

Zudem wurde Fußball-Lehrer Heiko Vogel auferlegt, bis zum 30.6.2021 sechs Trainingseinheiten einer Frauen- oder Mädchenmannschaft seines Vereins bzw. seiner Tochtergesellschaft zu leiten. Auch die Anordnung dieser Auflage sieht das WDFV-Präsidium kritisch und bittet das Verbandsgericht um entsprechende Prüfung.

Das Präsidium des WDFV macht nunmehr vom §63 („Überprüfung rechtskräftiger Entscheidungen“) der Rechts- und Verfahrensordnung (RuVO) des WDFV Gebrauch. Demnach können das Präsidium des WDFV oder das Präsidium eines Landesverbandes die Überprüfung einer rechtskräftigen Entscheidung eines Rechtsorgans verlangen, wenn diese Entscheidung nach ihrer Überzeugung auf einem offensichtlichen Verstoß gegen den Wortlaut der Satzungen oder Ordnungen des WDFV oder des jeweiligen Landesverbandes beruht.

Autor*in: WDFV.de

Spielberechtigungen Regionalliga West