Westdeutscher Fussballverband e.V.
Verbandsmeldungen 16.03.2022

Westdeutscher Fußballverband trauert um Dr. h. c. Egidius Braun

Ehrenmitglied des WDFV

Die westdeutsche Fußballfamilie trauert um Dr. h. c. Egidius Braun. Der Aachener gehörte in den zurückliegenden Jahrzehnten zu den angesehensten Persönlichkeiten des Fußballs in Deutschland und hat unseren Sport nachhaltig geprägt. Egidius Braun setzte insbesondere als Präsident des Deutschen Fußball-Bund (DFB) von 1992 bis 2001 und zuvor von 1973 bis 1992 als stellvertretender Vorsitzender beim Westdeutschen Fußballverband Maßstäbe. Nach seinem Ausscheiden aus dem Vorstand des Regionalverbandes wurde ihm 1995 die Ehrenmitgliedschaft verliehen. Egidius Braun ist in der Nacht zum 16. März im Alter von 97 Jahren verstorben.

Der WDFV trauert um Dr. h. c. Egidius Braun. (Foto: WDFV)

Egidius Braun hat sich weit über die Grenzen von Nordrhein-Westfalen verdient gemacht und auch außerhalb des Fußballs die Menschen mit seinem Engagement bewegt. Mit seinem Leitmotiv „Fußball ist mehr als ein 1:0“ hat er die Fußballfamilie geprägt und für alle Mitglieder in den Vereinen und Verbandes eine klare Botschaft gesetzt, der sich die Fußballerinnen und Fußballer auch weiterhin verpflichtet fühlen.

Der, 1925 in Breinig geborene, studierte Kaufmann und Unternehmensberater, widmete sich früh unterschiedlichen Ehrenämtern im Fußball. In der Nachfolge seines Vaters war er zunächst Vorsitzender des SV Breinig, später Vorsitzender des Fußballkreises Aachen und Präsident des Fußball-Verbandes Mittelrhein. Ab 1977 engagierte er sich als DFB-Schatzmeister und wurde nach dem Tod Hermann Neubergers am 24. Oktober 1992 zum achten Präsidenten des Deutschen Fußball-Bundes gewählt. Dieses Amt legte Braun am 28. April 2001 aus gesundheitlichen Gründen nieder. Die Delegierten des DFB-Bundestags ernannten ihn noch am gleichen Tag zum DFB-Ehrenpräsidenten. Zudem wurde ihm zu Ehren im Juli 2001 die DFB-Stiftung Egidius Braun errichtet. Egidius Braun war bis zu seinem Tod Vorsitzender des Stiftungsvorstandes.

Egidius Braun hat sich stets als Anwalt der mehr als sechs Millionen DFB-Mitglieder verstanden und aus dem Einfluss der "bedeutendsten Gesellschaftsbewegung in Deutschland", so seine Einschätzung, vor allem die gesellschaftspolitische und soziale Verantwortung für den Verband abgeleitet. Der Aachener gründete als Delegationsleiter des deutschen Teams bei der WM 1986 die Mexico-Hilfe und führte als Präsident einen höchst engagierten Kampf gegen Drogenmissbrauch. Von seinem Engagement für die Kinder in Dritte-Welt-Ländern und osteuropäischen Staaten, aber auch für die Integration von Ausländern und für die Aufwertung des Ehrenamtes profitieren bis heute viele DFB-Aktivitäten. In seine Amtszeit fiel die erfolgreiche Bewerbung um die Durchführung der WM 2006, der Gewinn der Europameisterschaft 1996 in England, aber auch "die schwärzeste Stunde meines Lebens", so Braun, als deutsche Hooligans bei der WM 1998 den französischen Polizisten David Nivel in Lens fast zu Tode prügelten und ihm lebenslange schwere gesundheitliche Schäden zufügten.

“Ein trauriger Tag für alle Fußballerinnen und Fußballer in Deutschland und Europa”

DFB-Präsident Bernd Neuendorf sagt: "Heute ist ein trauriger Tag für alle Fußballerinnen und Fußballer in Deutschland und Europa. Mit Egidius Braun verlieren wir einen besonderen Menschen, der sich mit den Möglichkeiten des Fußballs gerade für diejenigen eingesetzt hat, die Unterstützung und Zuwendung brauchen. Dabei trieb ihn insbesondere die Sorge um in Not geratene Kinder und Jugendliche". Neuendorf, der als DFB-Präsident Vorsitzender des Kuratoriums der DFB-Stiftung Egidius Braun ist, sagt weiter: "Egidius Braun hat das soziale Engagement fest in der DNA und der Satzung unseres Verbandes verankert. Es ist und bleibt sein Verdienst, dass der DFB sich seit Jahrzehnten auf vielfältige Weise mit gesellschaftlichen Programmen engagiert, insbesondere auch mit der Egidius Braun gewidmeten DFB-Stiftung, die unter anderem schon seit 2001 Hilfsprojekte in der Ukraine fördert. Ich bin stolz, mit meinem Mandat und meinen Wurzeln im Fußball-Verband Mittelrhein heute in seiner Tradition zu stehen."

In Anerkennung seiner Verdienste um den Fußballsport wurde Egidius Braun mit zahlreichen nationalen und internationalen Auszeichnungen geehrt. Er war unter anderem Träger des Großen Bundesverdienstkreuzes mit Stern und Schulterband, des Verdienstordens des Landes Nordrhein-Westfalens, des Goldenen Ehrenrings der Stadt Aachen sowie des FIFA-Verdienstordens "Order of Merit", der höchsten von der FIFA verliehenen Auszeichnung.

Im Februar 2012 erhielt Egidius Braun den Orden vom Aztekischen Adler, den höchsten an Ausländer verliehenen Verdienstorden Mexikos. Seine Heimatstadt Stolberg ehrte ihn im Sommer 2015 mit der "Egidius-Braun-Straße" in Breinig, wenige Meter vom Sportgelände des SV Breinig entfernt. Die nationale Sportakademie in Sofia (Bulgarien) verlieh Egidius Braun im April 1997 die Ehrendoktorwürde. Der Fußball-Verband Mittelrhein vergibt ihm zu Ehren regelmäßig den Egidius-Braun-Preis.

Der langjährige Stiftungsschatzmeister Dr. Stephan Osnabrügge, der Egidius Braun persönlich verbunden war, sagt: "Egidius Braun hat als Präsident den DFB lange und erfolgreich geführt. In vielen persönlichen Begegnungen habe ich ein großes Vertrauen in die Arbeit des Verbandes, aber auch in mich persönlich gespürt. Der Fußball verliert mit Egidius Braun eine seiner verdientesten Persönlichkeiten. Ich selbst verliere einen engagierten Begleiter und Ratgeber."

Die Beisetzung findet im engsten Familienkreis statt. Im Sinne des Verstorbenen wird um Zuwendungen für die Ukraine-Soforthilfe der DFB-Stiftung Egidius Braun gebeten:

Sparkasse Rhein Neckar Nord 
Inhaberin DFB-Stiftung Egidius Braun 
IBAN: DE14 6705 0505 0040 1385 44 
BIC: MANSDE66

Autor/in: WDFV/DFB

Zum Tode von DFB-Ehrenpräsident Egidius Braun: Sein Leben in Bildern.

 

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