Westdeutscher Fussballverband e.V.
Allgemein 30.07.2019

Westdeutscher Fußballverband trauert um Ehrenmitglied Walter Hützen

24 Jahre Vizepräsident im WDFV-Präsidium

Die Fußballfamilie trauert um Walter Hützen. Der Mönchengladbacher, der 2013 zum Ehrenmitglied des Westdeutschen Fußballverbandes (WDFV) ernannt wurde, ist am Montag (29. Juli) im Alter von 81 Jahren gestorben. Er gehörte in den zurückliegenden Jahrzehnten zu den angesehensten Persönlichkeiten des Fußballs in Nordrhein-Westfalen und hat die Entwicklung des Sports geprägt. Walter Hützen setzte von 1989 bis 2013 als Präsident des Fußballverbandes Niederrhein (FVN) und als Vizepräsident des Westdeutschen Fußballverbandes Maßstäbe. 

Nach seinem Ausscheiden aus dem Präsidium des Regionalverbandes wurde ihm 2013 die Ehrenmitgliedschaft verliehen, beim FVN wurde er zum Ehrenpräsidenten ernennt.

WDFV-Präsident Peter Frymuth, der auf dem Verbandstag 2013 zu Hützens Nachfolger als FVN-Präsident gewählt wurde, sagt: "Die Nachricht, dass Walter Hützen nicht mehr unter uns weilt, hat in unserem Verband große Betroffenheit und Trauer ausgelöst. Er war in mehr als vier Jahrzehnten in unterschiedlichen Aufgaben für den Fußball am Niederrhein engagiert und prägte den FVN 24 Jahre lang als Präsident. Mit Nachdruck, gelegentlich auch mit deutlichen Worten, setzte er sich für seine Vereine und seinen FVN ein, immer die Weiterentwicklung im Blick. Die Fußballfamilie wird ihn sehr vermissen, ich werde unseren Ehrenpräsidenten sehr vermissen."

Trauer um Walter Hützen. (Foto: FVN)
Trauer um Walter Hützen. (Foto: FVN)

Von 1989 bis 2013 hat Walter Hützen auch als Vizepräsident den Westdeutschen Fußballverband repräsentiert. Bereits ab 1979 war er Beisitzer im Präsidium. Für den Westdeutschen Fußballverband war es eine Selbstverständlichkeit, Walter Hützen 2013 als Ehrenmitglied auszuzeichnen. Er war zudem Ehrenringträger des WDFV und erhielt 2007 die Goldene Ehrennadel des Regionalverbandes

2013 wurde Walter Hützen das Bundesverdienstkreuz am Bande verliehen. Auch das untermauert das große Wirken, mit dem sich Walter Hützen viel Anerkennung verdiente. Es sei sehr beeindruckend, auf welch hohem Niveau Hützen immer ehrenamtlich aktiv gewesen sei und was er dabei an Erfahrungen sowohl an der Basis als auch in der Verbandsarbeit einbringen konnte, hieß es 2013 in der Laudatio. Bemerkenswert sei auch gewesen, dass er die Bedeutung des Sports für die Gesellschaft schon früh erkannt und immer wieder betont habe.

Es gehörte zu seiner herausragenden Eigenschaft, dass er einfach nicht Nein sagen konnte, wenn ihn Vereine, Verbände, Sportsfreude um Hilfe baten, seinen Rat suchen oder ein Ehrenamt zu vergeben hatten. Walter Hützen war immer da, wo er gebraucht wurde.

Der Rechtsanwalt Walter Hützen aus Mönchengladbach-Odenkirchen begann seine ehrenamtliche Aktivitäten 1970 beim TuS Wickrath, bei dem er bis 1987 erst 2. Vorsitzender und anschließend 1. Vorsitzender war. Im Jahr 1971 wurde er Beisitzer in der Bezirksspruchkammer "Linker Niederrhein", der er bis 1975 angehörte. Noch während dieser Amtszeit wählte man ihn 1973 auf dem Kreistag des Kreises Mönchengladbach/Viersen zum Vorsitzenden. Kraft dieser Funktion wurde er gleichzeitig Beiratsmitglied des Fußballverbandes Niederrhein.

Der damalige FVN-Präsident Willi Haneke erkannte die Talente von Hützen und so wurde Hützen 1980 in den damaligen FVN-Vorstand (heute FVN-Präsidium) kooptiert. 1981 wurde er auf dem Verbandstag als Beisitzer in dieses Gremium gewählt und 1983 wurde ihm das Amt des Satzungsausschussvorsitzenden übertragen.

Beim Verbandstag 1986 wählten die Delegierten Walter Hützen zum 2. Vorsitzenden des FVN, 1989 folgte er Willi Haneke im Amt des 1. Vorsitzenden. Bis 2013 war er FVN-Präsident mit großer Leidenschaft.

In die Amtszeit von Walter Hützen, der mit seiner engagierten Art die Fußballfamilie am Niederrhein stets zusammenhielt ("Wichtig war mir immer der Zusammenhalt in den Gremien, ob im Verein oder in den Verbänden" / Quelle: Rheinische Post, 2018), fielen unter anderem der Umzug der FVN-Geschäftsstelle aus dem "Haus Niederrhein" in Düsseldorf in den Duisburger Sportpark Wedau, die WM 2006 in Deutschland mit einigen Nationalteams, die am Niederrhein gerne zu Gast waren (z.B. Weltmeister Italien in Duisburg), die Frauen-WM 2011 mit dem attraktiven Spielort Mönchengladbach sowie die stetige Weiterentwicklung der Sportschule Wedau.

Früh erkannte Hützen, dass die Sportschule Wedau als großes Sportzentrum nur eine Überlebenschance hat, wenn man Investitionen tätigt. Er hatte maßgeblichen Anteil am Aufschwung der Sportschule und sorgte dafür, dass sie als Ausbildungsgarant alle satzungsrelevanten Aufgaben auch in Zukunft erfüllen wird.

Der Kampf gegen Gewalt, Fremdenfeindlichkeit und Rassismus im Fußball und seinem Umfeld sowie die Förderung des Frauen- und Mädchenfußballs waren weitere Kernpunkte seiner ehrenamtlichen Arbeit.

Parallel zu den Verbandstätigkeiten war Walter Hützen auch erfolgreich in den Gremien des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) tätig. Von 1982 bis 1999 gehörte er als Beisitzer dem DFB-Bundesgericht an, dem höchsten Rechtsorgan im DFB. Von 1999 bis 2007 erfüllte er im DFB-Vorstand, dem er bis 2013 angehörte, die stetig an Bedeutung wachsende Aufgabe als Vorsitzender des Ausschusses für Sicherheitsangelegenheiten.

Hützens ehrenamtliches Wirken war aber nicht nur auf den Fußball fokussiert. So engagierte er sich auch im Landessportbund NRW. Bereits 1981 rückte er als stellvertretender Vorsitzender der Sporthilfe e.V. in das LSB-Präsidium, dessen Vizepräsident er von 1993 bis 2001 war.

Walter Hützen wurde für sein unermüdliches Wirken vielfach ausgezeichnet. Der FVN verlieh ihm neben der Silbernen auch die Goldene Ehrennadel und ernannte ihn auf dem Verbandstag 2013 zum Ehrenpräsidenten. Die damalige Landesregierung von Nordrhein-Westfalen ehrte ihn im Jahr 2006 mit der Sportplakette des Landes NRW.

Noch in der vergangenen Woche war Walter Hützen ehrenamtlich tätig: Der 81-Jährige hatte für den DFB an einer Sitzung in Frankfurt teilgenommen.

Den Angehörigen von Walter Hützen, insbesondere seiner Frau Ellen und seinem Sohn Peter mit Familie, gelten das tiefste Mitgefühl und die Anteilnahme der Fußballfamilie Nordrhein-Westfalens.

FVN/WDFV

 

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