Heimstärke als Grundlage für Fortuna Kölns Titelgewinn

Rückblick auf die Spielzeit 2025/2026 - Eduard Probst wird Torschützenkönig.

Nachricht vom: 19. Mai. 2026
Lesezeit: 9 Minuten
Die Spieler von Fortuna Köln feiern den Gewinn der Meisterschaft in der Herren-Regionalliga West und den Aufstieg in die 3. Liga.
Foto/Video: IMAGO / Jan Huebner
Die Spieler von Fortuna Köln feiern den Gewinn der Meisterschaft in der Herren-Regionalliga West und den Aufstieg in die 3. Liga.

Als Meister der Herren-Regionalliga West kehrt der Traditionsverein Fortuna Köln nach sieben Jahren in die 3. Liga zurück. In den insgesamt 34 Partien der Saison 2025/2026 musste das Team von Trainer Matthias Mink lediglich vier Niederlagen hinnehmen (bei 20 Siegen und neun Remis). Ein Rückblick auf die abgelaufene Spielzeit.

Der zweite "Matchball" brachte dabei für die Fortuna die vorzeitige Entscheidung. Mit dem 2:1-Heimsieg gegen die Sportfreunde Siegen machten die Kölner vor der Saisonrekord-Kulisse von 7.548 Fans im Südstadion - trotz eines zwischenzeitlichen Rückstands - am 33. Spieltag den Titelgewinn perfekt.

Seit dem 17. Spieltag an der Spitze

Hatte es in der Hinrunde noch sieben verschiedene Tabellenführer gegeben, war die Fortuna ab dem 17. Spieltag nicht mehr von Platz eins zu verdrängen. Die 34 Zähler aus der ersten Saisonhälfte konnten die Südstädter in der Rückrunde (36) sogar noch übertreffen. Im Ziel hatte das Mink-Team vier Punkte Vorsprung auf den ärgsten Verfolger Rot-Weiß Oberhausen.

"Wir sind vom ersten Tag an einen tollen Weg gegangen", lobt Trainer Matthias Mink. “Die Mannschaft hat es gerade in den ersten Wochen und Monaten sehr gut gemacht. Sie hat sich extrem gut entwickelt. Das Innenleben und das Verständnis untereinander war wahnsinnig gut. Die Führungsspieler haben die jungen Spieler immer wieder an die Hand genommen, alle haben im Training akribisch gearbeitet. Ich glaube, der Aufstieg ist verdient. Gerade auch aufgrund unserer Heimstärke. Wenn man sieht, wie lange wir Tabellenführer waren, dann ist das eine Auszeichnung für die Mannschaft.”

Der Ligaprimus war mit 39 Punkten die mit Abstand erfolgreichste Heimmannschaft, blieb auch als einziges Team zu Hause ungeschlagen (elf Siege und sechs Remis). Auswärts waren dagegen Rot-Weiß Oberhausen (34 Zähler) sowie die U 23-Teams von Borussia Mönchengladbach (33) und des FC Schalke 04 (32) erfolgreicher als die Fortuna (31). Dafür stellten die Kölner die stabilste Hintermannschaft der Liga (30 Gegentore) und mit 71 Treffern nach dem Schalker Nachwuchs (77) auch den zweiterfolgreichsten Angriff.

Bochum und Velbert steigern sich

Eine besonders hohe Konstanz legte ein Quartett der Liga an den Tag. Sowohl Vizemeister Rot-Weiß Oberhausen (33 Zähler) als auch die Nachwuchsteams von Borussia Dortmund und Borussia Mönchengladbach (beide 29) sowie die Sportfreunde Siegen (27) haben es geschafft, in beiden Saisonhälften jeweils die identische Punktausbeute einzufahren.

Eine deutlich bessere Rückserie spielte dagegen ein Duo aus der unteren Tabellenhälfte. Für die zweite Mannschaft des VfL Bochum waren die 26 Punkte in der zweiten Saisonhälfte maßgeblich, um die Saison noch mit 13 Zählern Vorsprung auf die Abstiegsplätze zu beenden. Für die SSVg Velbert gab es im Rennen um den Klassenverbleib zwar kein Happy End. Die 17 Punkte in der zweiten Saisonhälfte waren aber der Grund dafür, dass das Schlusslicht noch bis zum letzten Spieltag auf ein weiteres Jahr in der vierthöchsten Spielklasse hoffen konnte. Zum Vergleich: Bis zum Ende der Hinrunde standen lediglich acht Zähler für die Bergischen zu Buche.

Auf eine eingestellte Höchstmarke hätte die zweite Mannschaft des VfL Bochum vermutlich gerne verzichtet. Der FC Gütersloh stellte am 33. Spieltag mit dem 6:0 gegen den Nachwuchs des Zweitligisten den deutlichsten Erfolg der Saison ein. Zuvor hatte auch Rot-Weiß Oberhausen am 16. Spieltag bei der U 23 von Borussia Mönchengladbach 6:0 gewonnen. Das torreichste Spiel der Saison - das 6:3 des FC Gütersloh am 2. Spieltag gegen den 1. FC Bocholt - blieb in der Rückrunde dagegen unangetastet.

Wiedenbrück legt Endspurt hin

Nach der Winterpause hielten fast alle Vereine an ihren Trainern fest, mit denen sie auch in das neue Jahr gestartet waren. Mit dem SV Rödinghausen (Lars Fleischer), dem Wuppertaler SV (Mike Wunderlich), dem 1. FC Bocholt (René Lewejohann) und der zweiten Mannschaft von Borussia Mönchengladbach (Oliver Kirch) waren vier Teams mit neuen Trainern aus der Winterpause gekommen. Seitdem gab es aber nur noch einen weiteren Wechsel.

Anfang April beendete der SC Wiedenbrück nach 15 Monaten die Zusammenarbeit mit Ex-Bundesligaprofi Sascha Mölders einvernehmlich. Für die letzten sieben Spiele der Saison sprang der vorherige Co-Trainer Dominik Sammer ein. Dank eines Endspurts mit drei Siegen ohne Gegentreffer schaffte der SC Wiedenbrück doch noch den Klassenverbleib. Da die Profis von Fortuna Düsseldorf aus der 2. Bundesliga abgestiegen sind und daher die U 23 der Landeshauptstädter den Gang in die Oberliga Niederrhein antreten muss, reichte Wiedenbrück der 16. Platz für ein weiteres Jahr in der Herren-Regionalliga West. Neben der Düsseldorfer U 23 müssen mit der SSVg Velbert und dem Wuppertaler SV zwei weitere Niederrhein-Klubs in der kommenden Saison einen Neuanfang in der Oberliga starten.

Lübbers trainiert bald Rödinghausen

Schon jetzt steht außerdem fest, dass es zur neuen Saison bei manchen Vereinen zu Veränderungen auf der Trainerposition kommen wird. So gab der SV Rödinghausen kurz nach dem Saisonende die Trennung von Lars Fleischer und Co-Trainer David Vrzogic bekannt. "Wir sind mit Lars und David mit voller Überzeugung in die Rückrunde der Saison gestartet, haben es aber in dieser Zeit leider nicht geschafft, wirklich eine Kehrtwende einzuleiten", so Geschäftsführer Alexander Müller. Der SVR landete lediglich auf Rang 15 - der schlechtesten Platzierung seit der Zugehörigkeit zur Regionalliga West (2014/2015). “Wir schätzen beide sowohl menschlich als auch fachlich sehr, sind aber gleichzeitig klar in unserer Meinung, dass wir nun einen Neustart benötigen und dafür Veränderungen unausweichlich sind.”

Auf der Suche nach einem neuen Trainer wurde der SV Rödinghausen beim Ligakonkurrenten Sportfreunde Lotte fündig. Fabian Lübbers arbeitete nach seiner aktiven Spielerkarriere zunächst als Co-Trainer bei der U 23 des FC Schalke 04 und anschließend beim SV Lippstadt 08. Im Sommer 2022 übernahm er bei den Sportfreunden Lotte als Cheftrainer und Sportlicher Leiter in Doppelfunktion. Mit den Sportfreunden zog er dreimal in das Finale des Westfalenpokals ein und sicherte schon zweimal die Teilnahme am DFB-Pokal. Der gebürtige Paderborner bringt auch seinen Co-Trainer Max Kremer mit nach Rödinghausen.

"Fabian hat uns in den Gesprächen mit einer klaren Vorstellung davon überzeugt, wie er Fußball spielen lassen und eine Mannschaft führen möchte", betont Rödinghausens Sportdirektor Leon Huppert. “Wir sind überzeugt, dass Fabian und Max mit ihrer Klarheit, ihrer Energie und ihrer Art sehr gut zum SV Rödinghausen passen.”

Trotz der für das Team nicht gerade erfolgreichen Saison stellt der SV Rödinghausen den erfolgreichsten Torschützen der Herren-Regionalliga West. Die 19 Treffer von Eduard Probst sind unübertroffen. Auf einem geteilten zweiten Rang landeten Leon Demaj von den Sportfreunden Lotte sowie Yassin Ben Balla, Kapitän der zweiten Mannschaft des FC Schalke 04, mit jeweils 15 Toren.

Text: WDFV/MSPW

Alles zur Herren-Regionalliga West

Aktuelle Ergebnisse und Tabellen gibt es auf

Fussball.de

einem Angebot der DFB GmbH & Co. KG. Der WDFV haftet nicht für die Inhalte dieses Angebots.


Chat