Acht Punkte bis Platz acht: Hochspannung im Titelrennen
Schon sieben Teams an der Spitze - Primus Fortuna Köln mit starker Serie.
Acht Punkte bis Platz acht: Hochspannung im Titelrennen
Schon sieben Teams an der Spitze - Primus Fortuna Köln mit starker Serie.

Exakt 41 Tage können die 18 Klubs der Herren-Regionalliga West durchschnaufen. Bis zur ersten Nachholpartie im neuen Jahr zwischen der SSVg Velbert und den Sportfreunden Lotte am Freitag, 16. Januar, ab 19 Uhr ist Winterpause.
Klar ist aber schon jetzt: Die zweite Saisonhälfte in der West-Staffel der vierthöchsten deutschen Spielklasse verspricht Hochspannung bis zum Schluss - oben wie unten in der Tabelle.
Besonders bemerkenswert: Während der Hinrunde gab es bereits sieben verschiedene Tabellenführer. Zum Auftakt der laufenden Spielzeit 2025/2026 hatte der Aufsteiger Bonner SC den höchsten Sieg eingefahren. Bis zum 4. Spieltag wechselte der Spitzenreiter mit dem FC Gütersloh sowie den zweiten Mannschaften des SC Paderborn 07 und von Borussia Mönchengladbach regelmäßig durch.
Mit den Sportfreunden Siegen konnte sich ab dem 5. Spieltag ein anderer Aufsteiger als erstes Team länger auf Platz eins halten. Ab Mitte der Hinrunde tauschten Fortuna Köln und die U 23 des FC Schalke 04 den "Platz an der Sonne". Im Jahresendspurt konnten sich schließlich die Kölner den Gewinn der inoffiziellen Herbstmeisterschaft sichern und überwintern nach dem zuletzt absolvierten 18. Spieltag (Start der Rückrunde) auch auf Platz eins.
Primus Fortuna Köln nur einmal ohne Punkte
Es spricht viel dafür, dass es auch nach der Winterpause noch viel Bewegung unter den Spitzenteams geben wird. Die Kölner Fortuna und die auf Rang acht liegende zweite Mannschaft des Nachbarn 1. FC Köln trennen gerade einmal acht Punkte.
Dass Fortuna Köln als Tabellenführer überwintert, überrascht beim Blick auf die Statistiken nicht. Das Team von Trainer Matthias Mink verabschiedete sich mit der beeindruckenden Bilanz von 15 Partien ohne Niederlage in die Spielpause, ist auch das heimstärkste Team der Liga (22 Punkte). Lediglich der U 23 von Borussia Mönchengladbach (3:2) gelang es am 3. Spieltag, gegen die mit nur 15 Gegentreffern beste Defensive der Liga die volle Punktausbeute einzufahren. Auch die 43 erzielten Treffer der Fortuna werden von keinem anderen Team übertroffen. Lediglich die zweite Mannschaft von Borussia Dortmund (42) folgt knapp dahinter.
Inklusive der 29 Gegentreffer verliefen die Partien des BVB-Nachwuchses besonders torreich. Mehr Treffer fielen lediglich in den Spielen der zweiten Mannschaft des 1. FC Köln (72). Das komplette Gegenteil der Kölner ist der Bonner SC. Die insgesamt "nur" 42 Treffer (Torverhältnis: 18:24) in 17 Begegnungen reichen für den Aufsteiger zu Platz zwölf.
Aus verhältnismäßig wenig macht vor allem auch Rot-Weiß Oberhausen viel. 28 erzielte Tore bedeuten nur den neunt besten Wert. Dennoch rangiert das Team von Trainer Sebastian Gunkel - nicht zuletzt wegen der zweitbesten Defensive (19 Gegentore) - auf dem dritten Platz und ist nach zuletzt neun Partien ohne Niederlage nur noch drei Punkte von Spitzenreiter Fortuna Köln entfernt. Zum Vergleich: Mit ebenfalls 28 Treffern (aber 34 Gegentoren) belegt der SV Rödinghausen Rang 14 und ist punktgleich mit einem Abstiegsplatz.
Rödinghausen trotz Top-Torjäger mit Sorgen
Unter den Spielern war bislang Eduard Probst vom SV Rödinghausen beim Toreschießen am erfolgreichsten. Durch seinen Doppelpack im letzten Spiel vor der Winterpause gegen die Sportfreunde Siegen (3:4) stehen für den 24-jährigen Angreifer 13 Treffer zu Buche. Damit hat er fast die Hälfte aller 28 SVR-Treffer erzielt. Auf den weiteren Plätzen der Torschützenliste folgen Jan Urbich (Borussia Mönchengladbach U 23) und Enzo Wirtz (Fortuna Köln, beide elf Treffer) sowie Yassin Ben Balla (FC Schalke 04 U 23), Patrik Twardzik (FC Gütersloh) und Leon Demaj (Sportfreunde Lotte, alle zehn).
Während Fortuna Köln, die Nachwuchsteams von Gladbach und Schalke, die mit jeweils 19 Zählern gemeinsam die Auswärtstabelle anführen, sowie der aktuelle Vizemeister FC Gütersloh um die Spitzenplätze spielen und die Sportfreunde Lotte einen Platz im Mittelfeld belegen, hat sich der SV Rödinghausen mit einigen Sorgen in die Winterpause verabschiedet. Aber auch im unteren Tabellendrittel geht es äußerst eng zu. So könnten neben dem SVR, den bei 17 Punkten derzeit nur die um sieben Treffer bessere Tordifferenz von der Gefahrenzone trennt, auch der Bonner SC (20 Zähler) und die U 23 von Fortuna Düsseldorf (18) innerhalb eines Spieltages auf einen Abstiegsplätze abrutschen. Die "rote Zone" verlassen wollen dagegen im neuen Jahr der Wuppertaler SV (17), die zweite Mannschaft des VfL Bochum (13), der SC Wiedenbrück (zwölf) - der kürzlich den Vertrag mit Trainer Sascha Mölders verlängert hat - sowie die SSVg Velbert (acht).
Tullberg und Polanski sind jetzt Cheftrainer
Nach dem 3:4 gegen die Sportfreunde Siegen, bei dem der SV Rödinghausen eine 3:0-Führung noch verspielt hatte, gab der Verein die Trennung von Cheftrainer Dennis da Silva Félix bekannt. Der 34-Jährige hatte das Team erst im zurückliegenden Sommer übernommen. Ebenfalls noch auf Trainersuche ist der 1. FC Bocholt. Nach der 2:3-Niederlage bei Rot-Weiß Oberhausen hatte Teamchef Christopher Schorch seinen Rücktritt bekanntgegeben, um sich künftig auf seine Aufgaben als Sport-Geschäftsführer zu konzentrieren. Im letzten Spiel des Jahres 2025 (2:3 bei der zweiten Mannschaft des 1. FC Köln) sprang Co-Trainer Gabriele Di Benedetto als Interimscoach ein.
Insgesamt stehen bei sieben Vereinen nicht mehr die Trainer an der Seitenlinie, mit denen die Klubs die Saison begonnen hatten. Während sich der Bonner SC (von Sascha Glatzel zu Björn Mehnert), die SSVg Velbert (von Ismail Jaroui zu Bogdan Komorowski) und die Sportfreunde Siegen (von Thorsten Nehrbauer zu Boris Schommers) jeweils für einen Trainerwechsel entschieden hatten, musste die U 23 von Borussia Dortmund Anfang September kurzfristig den Abgang von Mike Tullberg zum dänischen Erstligisten und Europa-League-Teilnehmer FC Midtjylland verkraften. Deshalb rückte der vorherige Co-Trainer Daniel Rios beim BVB zum Chef an der Seitenlinie auf.
Vom Posten des U 23-Trainers von Borussia Mönchengladbach ging es dagegen für Eugen Polanski nach oben. Der Ex-Profi sprang nach der Freistellung von Gerardo Seoane zunächst interimsweise beim Bundesliga-Team ein und wurde inzwischen zur dauerhaften Lösung als Cheftrainer befördert. Er führte die "Fohlen" vom letzten Platz durch eine Erfolgsserie ins Tabellenmittelfeld. Die Aufgaben bei der zweiten Mannschaft der Borussia nahm bis zur Winterpause Sascha Eickel, Sportlicher Leiter der U 19 und der U 23, wahr.
Text: WDFV/MSPW
Alles zur Herren-Regionalliga West
Aktuelle Ergebnisse und Tabellen gibt es auf
einem Angebot der DFB GmbH & Co. KG. Der WDFV haftet nicht für die Inhalte dieses Angebots.