WDFV, ZAC NRW und LKA NRW stellen gemeinsames Projekt gegen Online-Hass vor
„Wir stellen Hass vom Platz“ soll Schiedsrichter*innen bei digitalen Anfeindungen unterstützen
WDFV, ZAC NRW und LKA NRW stellen gemeinsames Projekt gegen Online-Hass vor
„Wir stellen Hass vom Platz“ soll Schiedsrichter*innen bei digitalen Anfeindungen unterstützen

Mit dem gemeinsamen Projekt „Wir stellen Hass vom Platz“ haben der Westdeutsche Fußballverband (WDFV), die Zentral- und Ansprechstelle Cybercrime Nordrhein-Westfalen (ZAC NRW) und das Landeskriminalamt Nordrhein-Westfalen (LKA NRW) eine neue Anlaufstelle für Schiedsrichter*innen geschaffen, die von Beleidigungen, Bedrohungen oder Diskriminierungen im digitalen Raum betroffen sind. Das Projekt wurde am Donnerstag, den 10. September 2026, im Rahmen einer öffentlichen Auftaktveranstaltung in der Schauinsland-Reisen-Arena in Duisburg vorgestellt.
Schiedsrichterinnen und Schiedsrichter werden zunehmend nicht nur auf dem Fußballplatz, sondern auch in sozialen Netzwerken und Messenger-Diensten Ziel von Anfeindungen. Mit dem neuen Angebot erhalten Betroffene die Möglichkeit, entsprechende Vorfälle zu melden und prüfen zu lassen. Darüber hinaus werden sie über mögliche weitere Schritte informiert und bei Bedarf an geeignete Stellen vermittelt.
Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand neben der Projektvorstellung ein Erfahrungsbericht von FIFA-Schiedsrichter Sascha Stegemann. Dabei schilderte er eindrücklich die Folgen digitaler Anfeindungen und machte deutlich, dass Kritik an sportlichen Entscheidungen ihre Grenze dort findet, wo persönliche Angriffe beginnen: „Ich habe einen Fehler gemacht. Dieser Fehler durfte kritisiert werden. Aber Kritik an einer Entscheidung ist etwas anderes als Hass gegen Menschen.“
Anschließend diskutierten Vertreter*innen aus Sport, Justiz, Strafverfolgung und Praxis im Rahmen eines Podiumsgesprächs über die Auswirkungen digitaler Anfeindungen auf Betroffene, die Bedeutung wirksamer Unterstützungsstrukturen sowie die Möglichkeiten der Strafverfolgung von Hasskommentaren.
Ein wichtiger Bestandteil des Projekts ist das eingerichtete Clearinggremium. Dieses begleitet die Bearbeitung eingehender Meldungen fachlich und unterstützt bei der Einordnung von Vorfällen. Ziel ist es, Betroffenen einen niedrigschwelligen Zugang zu Hilfe und Orientierung zu ermöglichen.
Auch die enge Zusammenarbeit mit der ZAC NRW wurde im Rahmen der Veranstaltung hervorgehoben. Strafrechtlich relevante Sachverhalte können geprüft und bei Vorliegen der rechtlichen Voraussetzungen an die zuständigen Strafverfolgungsbehörden weitergeleitet werden.
Mit dem Projekt möchten WDFV, ZAC NRW und LKA NRW ein deutliches Zeichen setzen, dass digitale Anfeindungen kein hinzunehmender Bestandteil des Fußballalltags sind. Gleichzeitig soll das Angebot dazu beitragen, das Bewusstsein für die Folgen von Hass und Hetze zu schärfen und Betroffene zu ermutigen, Vorfälle zu melden.
Sind Sie Schiedsrichter*in und von digitalen Anfeindungen betroffen?
Über folgenden Link gelangen Sie zum Meldeformular:
Westdeutscher Fußballverband :: Digitale Anfeindung melden – Meldestelle für Schiedsrichter*innen
https://wdfv.de/soziales/digitale-anfeindung-melden-meldestelle-fuer-schiedsrichterinnen
Gemeinsam gegen Hass und Hetze. Für Respekt im Fußball.